Niedersachsen: 80 Kommunen mit mehr als 200 E-Fahrzeugen Vorreiter der Elektromobilität im Lande

Sie haben an einem Strang gezogen, um über 200 E-Fahrzeuge wie diesen VW E-Up in 80 Kommunen in der Metropolregion auf die Straßen zu bringen: Von links Dr. Sören Grawenhoff (TÜV Rheinland), Sabine Petter (Volkswagen AG), Sabine Flores (Verein Kommunen in der Metropolregion), Raimund Nowak (Metropolregion GmbH) und Dr. Christian Schlosser (BMVI). - Alle Fotos: Lötzerich
 
Der Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser vor einem der mit grünen Design-Elementen auffälliger gestalteten, vom Kommunalprojekt geförderten E-Autos. Ihre vier E-Fahrzeuge setzen die südniedersächsische Stadt und ihre Stadtwerke auch weiterhin gern ein und wollen Vorreiter bleiben: „Ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien, den die Stadtwerke einkaufen, betanken wir unsere E-Mobile“, betont der parteilose Verwaltungschef.
 
Celles Oberbürgermeister Dirk Ulrich Mende würdigte das Kommunalprojekt des Vereins Kommunen in der Metropolregion als bedeutsamstes Vorhaben des niedersächsischen Schaufensters Elektromobilität und dankte allen Engagierten.
Hameln: Weserbergland-Zentrum |

Mehr als 80 Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg gehen mit gutem Beispiel voran: Mit dem alltäglichen Einsatz von über 200 Elektrofahrzeugen und zehn Lasten-Pedelecs in ihren Fuhrparks haben diese Städte, Gemeinden, Landkreise und ihre Betriebe in Niedersachsen bewiesen, dass Elektromobile bereits heute viele ihrer konventionellen Fahrzeuge ersetzen können. Bedarfsgerecht, klimafreundlich und leise.

Als „bedeutsamstes Projekt“ von rund 30 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des niedersächsischen Schaufensters Elektromobilität würdigte der Celler Oberbürgermeister Dirk Ulrich Mende das dreieinhalbjährige Engagement der gut 80 beteiligten Gebietskörperschaften im Verein Kommunen in der Metropolregion.

„Uns ist es gelungen, die größte kommunale Elektrofahrzeug-Flotte Europas auf die Straßen zu bringen. Fast jede Stadt und jede Gemeinde in der 3,8 Millionen Einwohner zählenden Metropolregion hat nun Elektrofahrzeuge im Einsatz “, zog der Vereinschef am Dienstag, 28. Juni, vor rund 150 Hauptverwaltungsbeamten und Vertretern im Hamelner Weserbergland-Zentrum eine positive Abschlussbilanz zum Projekt „Kommunen für Elektromobilität“.

Aktuell hält die Stadt Hameln nach Angaben der Metropolregion GmbH den kommunalen E-Rekord in Niedersachsen, in deren Fuhrparks bereits zehn von 28 Pkw und Transportern vollelektrisch unterwegs sind. Die Stadt an der Weser interessiere sich angesichts ihrer guten Erfahrungen bereits für weitere neue E-Fahrzeuge, konnte ihr Erster Stadtrat Hermann Aden berichten.

Gemeinsam hatten alle 80 Kommunen und ihre Betriebe die Alltagstauglichkeit von Serienmodellen von Volkswagen, Renault und anderen Herstellern in ihren Verwaltungen und Betrieben in städtischen Zentren und ländlichen Regionen erprobt und demonstriert, betonte Mende. Zudem erwarb ihr Verein über das Schaufensterprojekt hohe Kompetenz in Sachen E-Mobilität.

Nun kann das Amt electric des Vereins, das bei der Metropolregion GmbH in Hannover angesiedelt ist, auch anderen interessierten Kommunen und deren Betrieben mit notwendigen Wissen zum E-Mobile-Einsatz, zur Ladeinfrastruktur und mit überprüften Kostenvergleichen von E-Autos und typgleichen herkömmlich betriebenen Fahrzeugen weiterhelfen. - Kontakt zum Amt electric hier.

Vorreiter sind die beteiligten Städte auch in anderer Hinsicht. Der Celler Oberbürgermeister: „Fast alle beteiligten Städte haben gebührenfreies Parken für Elektroautos eingeführt.“

Außerdem fördern einigen Kommunen elektrische Cargo-Bikes (Landeshauptstadt Hannover), entwickeln neue Konzepte im Lieferverkehr und unterstützen den Einsatz von Elektromotorrädern und -rollern (Landkreis Goslar). - Näheres zum kommunalen Modellversuch zu leichten Liefer- und Nutzfahrzeugen (Flotte electric II) hier .

Aktion Autotausch

Zudem können Rats- und Kreistagsmitglieder über den Verein Kommunen in der Metropolregion ihr herkömmliches Fahrzeug zehn Tage gegen ein Elektroauto eintauschen, um mehr e-mobile Fortbewegung selbst auszuprobieren. Näheres dazu finden Sie hier .

Doch ohne engagierte Akteure hätte das Kommunalprojekt der Metropolregion keine Früchte getragen. Entsprechend dankte Mende allen vor Ort Aktiven, Projektleiterin Sabine Flores und ihrem Team, dem Geschäftsführer Metropolregion GmbH, Raimund Nowak, Bund und TÜV Rheinland für ihren Einsatz. Der Bund hatte seine Förderung für dieses besondere Vorhaben sogar verlängert und gemeinsam mit den Kommunen vier Millionen Euro dafür aufgewendet. Der TÜV Rheinland hatte die deutschlandweit vier Schaufensterprojekte für den Bund organisiert.

Bilanz des niedersächsischen Schaufensters Elektromobilität


Mit insgesamt rund 48 Millionen Euro hatten der Bund und das Land die ca. 30 Forschungs- und Entwicklungsprojekte des niedersächsischen Schaufensters Elektromobilität unterstützt. Deren Bilanz kann sich sehen lassen: 450 Elektroautos, 65 E-Busse, 250 Elektro-Fahrräder und 20 E-Motorräder kamen dadurch im Städte-Viereck zwischen Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg zum Einsatz. Mit 62 Gleichstrom-Schnellladesäulen und 264 Wechselstrom-Tankstellen im öffentlichen Raum ist die Metropolregion nun ausgestattet.

Ausblick: Metropolregion setzt Engagement fort


„Die Aufwendungen für das Schaufenster sind gut angelegtes Geld, wenn die Erkenntnisse der Projekte auch in Entscheidungsprozesse einfließen“, hob Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion GmbH, hervor. Angesichts der hohen Zahl von Oberbürgermeistern, Landräten und Bürgermeistern konnte in Hameln viel Wissen auch über den Einsatz von Elektrobussen und elektrischen Lastenrädern in die Entscheider transportiert werden.

Eine besondere Rolle spielte der Aufbau von Ladeinfrastruktur. Hier kündigte Nowak neue Initiativen der Metropolregion an. Die Vorreiterrolle der Metropolregion solle - auch mit Unterstützung des Bundes - fortgeführt werden. Bekanntlich will der Bund ab 2017 flächendeckend die Einrichtung von 15.000 neuen Strom-Ladesäulen mit 300 Millionen Euro fördern. Die Metropolregion erhofft sich, dabei Koordinationsaufgaben in ihrem Beritt übernehmen zu können.

Amt electric Ansprechpartner für interessierte Kommunen


Weiterhin werden Projektleiterin Sabine Flores und ihre Team als Ansprechpartnerinnen des Vereins Kommunen Städte, Gemeinden und Landkreise bei allen Fragen rund um die lokale Elektromobilität unterstützen. „Fast alle Kommunen werden die im Zuge des Projekts beschafften Fahrzeuge auch nach dem Ende der Förderphase weiterhin in ihren Fuhrparks einsetzen“, berichtete Flores.

Auf die nach der EU-Genehmigung jetzt erhältliche Kaufprämie des Bundes für Elektroautos (4.000 Euro) und Hybridfahrzeuge (3.000 Euro) sowie weiterer Förderprogramme des Bundes machte Dr. Christian Schlosser vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die kommunalen Entscheider aufmerksam. Städte und Landkreise seien für die Entwicklung und Verbreitung von E-Mobilität besonders wichtig. Als "vorbildlich" würdigte er dabei die Aktivitäten der Kommunen in der Metropolregion und ermunterte sie, die neuen Bundesprogramme und die Chancen des Elektromobilitätsgesetzes zu nutzen.

Inzwischen gilt die Gebührenbefreiung für E-Fahrzeuge laut Celles Oberbürgermeister Mende fast flächendeckend in der Metropolregion. Durch das Elektromobilitätsgesetz wird u. a. die Steuerbefreiung für neue E-Mobile von fünf auf zehn Jahre verlängert.

Nähere Informationen finden Sie hier.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
19.349
Kurt Battermann aus Burgdorf | 30.06.2016 | 23:18  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.