Hörstörungen bei Babys schnell erkennen

Eines von 500 Babys – so Schätzungen des Hamburger Arbeitskreises für Hörscreening bei Neugeborenen – hat Probleme beim Hören. Damit sind auditive Störungen eine der häufigsten angeborenen Erkrankungen bei Kindern. Um vorliegende Beeinträchtigungen des Gehörs schnell zu erkennen, führen die Ärzte an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen in den ersten Tagen nach der Geburt bei allen Kindern einen Hörtest durch.

Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft, Neugeborenengelbsucht oder genetische Dispositionen – die Ursachen für eine Hörschädigung bei Neugeborenen sind vielfältig. Auch eine Frühgeburt erhöht das Risiko einer Beeinträchtigung des Gehörs deutlich. Als Folge der Schädigung treten häufig Entwicklungsverzögerungen auf. Besonders in der Sprachentwicklung des Kindes spielt das Gehör eine besonders wichtige Rolle. Denn erst durch auditive Reize wie die Stimme der Mutter oder Geräusche aus der unmittelbaren Umgebung wird das Baby angeregt, mit der Umwelt zu kommunizieren und Laute nachzuahmen. Um Hörschädigungen möglichst schnell zu erkennen, können Eltern an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen das Angebot eines Neugeborenen-Hörscreenings nutzen. Der Hörtest dauert nur wenige Minuten und ist für das Kind, das während der Untersuchung schläft, komplett schmerzfrei. Die Kosten übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen.

Schmerzfreien Hörtest
Dr. Peter Luhn, Chefarzt der Abteilung für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Krankenhaus Buchholz, erklärt den Ablauf der Untersuchung: „Mit einem Testgerät senden wir einen kurzen Schallimpuls an das Ohr des Neugeborenen. Ist das Ohr gesund, registriert es den Ton durch Trommelfell und Gehörknöchelchen und sendet den Reiz als Antwortton zurück.“ Weist das Testergebnis auf eine Hörminderung hin, wird zwei Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beim HNO- oder Kinderarzt oder wieder im Krankenhaus eine Kontrolluntersuchung durchgeführt. Zeigt auch der Anschlusstest Auffälligkeiten, ist eine eingehendere audiologische Untersuchung des Kindes nötig. Obwohl das Neugeborenen-Hörscreening nicht verpflichtend ist, empfiehlt Dr. Luhn allen Eltern die Untersuchung. Denn: „Je früher eine Hörstörung festgestellt wird, desto früher kann sie behoben und eine Entwicklungsverzögerung vermieden werden.“

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