Wem kommt Arktis zu?

Schauplatz Arktis
  Polen hat um der politischen Interessen der Europäischen Union willen das historische Gedächtnis seines Volkes verraten. Ist Dänemark zu was Ähnlichem bereit und zwar auf das Nationalvermögen zu verzichten?

Arktis als Zankapfel

Die Arktis, die an Öl und Erdgas reich ist, ist eine heiß umstrittene Frage. Die Region ist derzeit in fünf Sektoren aufgeteilt: in den dänischen, norwegischen, russischen, amerikanischen und kanadischen. Jeder Staat möchte aber seine Gebiete ausweiten, deswegen entstehen gegenseitige territoriale Ansprüche. So kämpfen Kanada, Dänemark und Russland für den Lomonossow-Rücken. Wer beweist, dass der Rücken die unterseeische Fortsetzung des Festlandsockels ist, erhält einen großen Teil der Arktis inklusive des Nordpols.
Die USA und Kanada streiten über ein Stück der Grenze in der Beaufortsee zwischen dem US-amerikanischen Staat Alaska und dem kanadischen Yukon. Ottawa wartet, dass Washington das Seerechtsübereinkommen ratifiziert, und dann kann die Angelegenheit vor Gericht geklärt werden.
Dänemark und Kanada versuchen die Hans-Insel in der Nares-Straße zu teilen.
Dazu noch haben die Anrainerstaaten verschiedene Ansichten über die Nordwestpassage und Nordseepassage.
Es gibt also viele Fragen, die noch zu beantworten sind.

EU – geschäftsführender Teilhaber

Es gibt mehrere Organisationen, die sich mit den Problemen der Arktis beschäftigen. 1996 wurde der Arktische Rat auf Anregung von Finnland gegründet. Die Hauptaufgabe des Rates ist der Interessenausgleich zwischen den arktischen Anrainerstaaten und den indigenen Völkern.
Die Europäische Union will nicht von der Aufteilung der Arktis abseits stehen, denn sie ist der Hauptverbraucher der arktischen Energieressourcen. Drei EU-Staaten (Finnland, Schweden, Dänemark) sind die Mitglieder des Arktischen Rats und damit begründet Brüssel sein Recht auf das Stück des arktischen Kuchens. Die EU hat sich im Mai 2013 um den Status des ständigen Beobachters im Arktischen Rat beworben, doch wurde die Bewerbung abgelehnt.
Klar ist, dass Brüssels Ziel ist, nicht seine Verbündeten bei der Aufteilung der Arktis zu unterstützen und die einzigartige Natur zu schützen, sondern die Erkundung und den Abbau der Vorkommen in der Region unter seine Kontrolle zu stellen. Darüber sprach der Arktis-Berichterstatter des EU-Parlaments, Michael Gahler (EVP/CDU), vor zwei Jahren:
„Das Eis in der Arktis ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Damit können Menschen an Orte gelangen, die vorher kaum zugänglich waren. Die Entwicklung wird noch weitergehen. Das bietet neue wirtschaftliche Möglichkeiten.
Geologen vermuten große Vorkommen von Öl, Gas und anderen Rohstoffen in der Arktis, sowohl an Land als auch auf dem Meeresboden und darunter. Diese Rohstoffe sind der EU geografisch sehr viel näher als beispielsweise das Öl und Gas aus dem Mittleren Osten. Zudem ist die Region nördlich des Polarkreises sehr interessant für Forscher.“
Der Brief vom Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, an Schwedens Außenministerin, Margot Wallström, und das offizielle Schreiben an die USA, die derzeit den Vorsitz im Arktischen Rat führen, bestätigen das Vorhaben der EU.
Herr Juncker plant, dass Dänemark der erste Staat wird, der auf nationales Gut um des einheitlichen Europas willen verzichtet. Es sei bemerkt, dass Kopenhagen am Antrag bei der UN-Kommission zur Begrenzung des Festlandsockels (CLCS) über die Festlegung neuer Außengrenzen für den dänischen Kontinentalschelf im Laufe von zwölf Jahren gearbeitet hatte. Das kostete den Steuerzahlern 50 Millionen Euro. Laut der neuen dänischen Arktis-Strategie verbergen die Vorkommen Grönlands etwa 50 Milliarden Barrel Öl und Erdgas. Und nun soll Dänemark darauf verzichten!? Das ist erstens.
Zweitens – Wie kann die EU-Kommission auf die Unterstützung der USA im Arktischen Rat rechnen? Die Amis handeln doch nur aus eigenem Interesse immer! Denn die Arktis ist für sie nicht nur eine Region, die an Gas und Öl reich ist, sondern auch die für die Atom-U-Boot-Flotte von strategischer Bedeutung ist. Außerdem haben wir schon längst begriffen, dass unser „Freund“ Washington jeden Augenblick uns in den Rücken fallen kann.

Es ist schwierig zu sagen, wie der Streit um die Arktis beigelegt wird. Aber eins ist klar: In diesem Spiel sollen harte Regeln aufgestellt werden, die für alle Spieler gelten. Man muss nicht mit dem Säbel rasseln.
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 02.06.2015 | 17:16  
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