Oktoberfest-Stammtisch in Hamburg - Das muss doch mal gesagt werden!

Walter war an diesem Sonntag einfach mal nach Oktoberfest!
Er konnte Ralf und Karl überzeugen, dass die eigenartige politische Lage es möglich und erforderlich machte, den Stammtisch von ' Charly' am Hafen in das Hofbräuhaus an der Alster zu verlegen.
Nachdem sie schon einige Biere in der Nähe der Kapelle und im Lärm der schunkelnden Banknachbarn genossen hatten, zogen sie sich in den Bereich eins,
urtyp gemütlich, zurück, um nicht gegen die laute Blasmusik anzudiskutieren.

Das Oktoberfestbier, das sie mit 5,7 Prozent mutiger und aggressiver werden ließ als bei dem gewohnten 'Astra' bei Charly, kann man wohl als Entschuldigung werten!


"Unser sehr geschätzter Bürgermeister Scholz hatte ja jetzt den Vorsitz im Vermittlungsausschuss zur Reform der Erbschaftssteuer", begann Walter hochkonzentriert. "Er sprach von einem guten Ergebnis. Das stimmt aber nicht! Das Ergebnis ist nur, dass sie die Reform weiter bestimmen und nicht an das Verfassungsgericht abgeben müssen! Die Vermögenden werden weiter begünstigt!"

Ralf war schon ziemlich angeschlagen und erwiderte: "Scheiß auf die Erbschaftssteuer! Du hast doch sowieso nichts zu vererben! - Vor Ägypten sind Hunderte ertrunken! Da kräht kein Hahn nach!"

"Ja, Scheiß auf die Erbschaftssteuer!", wiederholte Karl. "Auf Aleppo wird gebombt
wie noch nie und im Uno-Sicherheitsrat weisen sich die Amerikaner und die Russen gegenseitig die Schuld zu. Und Generalsektretär Ban sagt, er sei entsetzt. - Ist das nicht tragisch, der Mann ist entsetzt! Er sollte doch lieber auf den Tisch schlagen und seinen Stuhl in den Raum werfen!"

"Ja, ich bin auch entsetzt!" sagte Walter. "Die Unfähigkeit der Politiker, nein, der gesamten Menschheit, kann man wirklich nur mit Oktoberfestbier ertragen! Kein Wunder, dass die rechten Parteien in Europa überall auf dem Vormarsch sind!"

Ein Tourist auf der Nebenbank, der das offenbar verfolgt hatte, stieß einige Flüche aus und drohte Walter mit der Faust.
"Halte dich zurück!" ermahnte Ralf. "Sonst bekommen wir Lokalverbot!"

"Na und? Das muss doch mal gesagt werden!"

"Ja!" bestätigte Ralf und bestellte den vierten halben Liter Bier.

"Denke an die Obergrenze!" warnte Karl.

Aber Ralf meinte: "Wir schaffen das!"
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