Friaul-Julisch Venetien: Dolce Vita in Oberitalien

Tief eingebuddelt im heißem Sand von Lignano oder Grado ruht man 15 kostbare Minuten und steigt wie neugeboren heraus.
 
Jakobsmuscheln auf Muschelschalen serviert
Zur Begrüßung kriegt der Neuankömmling im Hotel ein Glas Frizzante (Sekt) in die Hand gedrückt und ein spitzes Papiertütchen. Der Inhalt entpuppt sich als „Acquadelle“, frittiertes Meeresgetier, winzige Krabben und Fische, die man mit Kopf, Augen und „Barthaaren“ verzehrt und die total lecker schmecken.

Lignano heißt das Ferienparadies an der Adria. Es liegt zwischen Triest und Venedig in der Provinz Udine und ist in Friaul-Julisch Venetien neben Grado das bedeutsamste Tourismuszentrum, das Hemingway „italienisches Florida“ nannte. Kein Wunder, wo meist die Sonne scheint und Tausende edle Jachten in acht Häfen anlegen und die Gäste in einer Villa mit Bootssteg an der romantischen Lagune wohnen können. Dem Schriftsteller sind in Lignano der Parco Hemingway sowie ein renommierter Journalismus- und Literaturpreis gewidmet.

Drei Ortsteile erfüllen die Gästewünsche: Sabbiadoro ist die goldene Sandkiste, 80 bis 150 Meter breit und acht Kilometer lang, die Strandpromenade teils autofrei, die Geschäfts- und Gourmetmeile Via Italia abends den Bummlern vorbehalten. Shoppen bis 23 Uhr! Groß und Klein begeistern im Sommer die zwölf Rutschen im „Aquasplash“ und das Aquarium im „Gulliverlandia“. Man spaziert trockenen Hauptes zwischen den Haien hindurch - ein gläserner Tunnel macht`s möglich.

In die elegante Gartenstadt Pineta kommen Golfer wegen des exklusiven 18-Loch-Platzes, und der gepflegte Zoo erfreut Jung und Alt.

In Lignano-Riviera reicht der Pinienwald bis an die Adria und die Ufer des Tagliamento, der Hemingway zu einem Roman inspirierte. Auch der Campingplatz liegt am Meer. Riviera lockt mit einer schicken Therme, in der man sich ganzjährig verschönen und verwöhnen, mit Thalasso-Therapie und im Sommer mit dem berühmten Sandbad bei Rheuma und Gelenkerkrankungen behandeln lassen kann. Tief eingebuddelt in 60 Grad heißem Sand ruht man 15 kostbare Minuten und steigt wie neugeboren heraus.

Inselchen sprenkeln den Meeressaum. Am Meer ist auch in der Schwüle einer Sommernacht gut flanieren, weil der Strand angestrahlt und überwacht wird. Für Romanzen gibt es immer noch genug dunkle Ecken. Heiße Flirts erlebt man in den Diskos. Im „Miró“ tummeln sich Nacht für Nacht auf sieben Tanzflächen 5.000 Szenegänger, jung, jünger, am jüngsten. Mit Älteren füllt sich das „Venus“, klein, aber oho.

Schiffe bringen Ausflügler über die Lagune nach Marano, ein zauberhaftes Fischerdorf, dessen Wahrzeichen ein Turm aus dem 13. Jahrhundert ist.
Hinter Tamarisken und Pappeln taucht eine Fischerhütte auf, mit ihrem steilen Schilfdach und der luftigen Veranda könnte sie genau so gut auf einer Südseeinsel stehen. Abseits vom Strandleben breitet sich hier eine ganz eigene, verzauberte Landschaft aus. Diese Fischerhütten sind heute komfortabel und zu mieten.

Bezaubernd sind auch die Städte im von Rebhängen und Bergen geprägten Hinterland. Aquileia ist römischen Ursprungs, ein Teil des antiken Flusshafens freigelegt. Durch eine malerische Zypressenallee spaziert man in die mit Fresken und Mosaiken geschmückte Basilika, deren frei stehender Glockenturm aus dem Jahre 1030 stammt. Allein ihr Fußboden ist sehenswert, ein Mosaiken-Teppich! Aufgrund der herausragenden archäologischen Funde wurde Aquileia, auch das „zweite Rom“ genannt, von der Unesco ins Welterbe aufgenommen.

In Udine im Herzen der Region Friaul-Julisch-Venetien gibt es viel zu sehen: malerische Laubengänge, die längsten überhaupt sollen es sein, Loggien, Brunnen, Säulen, Statuen, Kirchen und Gemälde des berühmten Italieners Giambattista Tiepolo (1696-1770).

Nicht zuletzt fasziniert Cividale del Friuli, ein kleiner Ort mit großem Architektur-Reichtum. Da imponiert der schlichte Dom mit schmuckvollem Taufbecken (um 740), der Stuck und Relief verzierte Langobarden-Tempel und die Teufelsbrücke über den Natisone-Fluss. Unvergessliche Anblicke bieten überall die engen Seitengassen und unvergessliche Gaumenfreuden der Wein aus dem Friaul und „gubana“, ein mit Grappa beträufelter Rosinenkuchen.
Turismo FVG (Friuli Venezia Giulia), www.turismo.fvg.it
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1 Kommentar
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 13.06.2015 | 08:11  
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