Bremen, ein kleines Abenteuer

Keiner geht vorüber, ohne die Glück bringenden Eselsbeine zu streicheln und sich ablichten zu lassen: An der Westseite des Rathauses steht seit 1951 die Bronzeplastik der Bremer Stadtmusikanten des Bildhauers Gerhard Marcks.
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  • Keiner geht vorüber, ohne die Glück bringenden Eselsbeine zu streicheln und sich ablichten zu lassen: An der Westseite des Rathauses steht seit 1951 die Bronzeplastik der Bremer Stadtmusikanten des Bildhauers Gerhard Marcks.
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Der Esel der Bremer Stadtmusikanten am Rathaus hat blank gescheuerte Vorderbeine, dem Eber der Schweineherde in der Sögestraße haben Bürger und Besucher das Ringelschwänzchen blank gerieben. Anfassen, Augen schließen, sich was wünschen, und der Wunsch geht in Erfüllung. Vorausgesetzt, beim Esel fasst man beide Vorderbeine an, senkt den Kopf und - verrät niemandem seinen Wunsch. Sonst ist alles für die Katz. Das Abenteuer Bremen kann beginnen.

Wer sich gern gruselt, geht zuerst in den Bleikeller des Doms St. Petri. Ob Mann oder Frau, ob 80-jährig oder jung gestorben, ob Tagelöhner oder Offizier, alle die in Glassärgen beigesetzten Mumien aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind gleichermaßen ausgetrocknet und wiegen nur noch zehn Kilo. Als man um 1900 die dank der Trockenheit so konservierten Leichen entdeckte, hängte man zum Testen der Mumifizierung ein totes Äffchen und eine Katze im Keller auf. Und siehe da, auch sie sind „verledert“.

Unverwechselbar bleiben das prächtige Rathaus im Stil der Weserrenaissance und die ehrwürdige Figur des Roland auf dem historischen Marktplatz, die seit 1404 den Bürgerwillen nach Unabhängigkeit verkörpert. Rathaus und Roland stehen als Welterbe der Menschheit unter dem Schutz der UNESCO, doch auch der Schnoor – Bremens ältestes Stadtviertel –, die ungewöhnliche Architektur der traditionsreichen Böttcherstraße oder der Bremer Dom suchen ihresgleichen. Für einen Rundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist nicht mal ein Stadtplan nötig. 2.000 Nägel aus Messing und Stahl führen vom Liebfrauenkirchhof über Marktplatz und Schnoor zur Böttcherstraße.
Anfangspunkt der Route ist das heimliche Wahrzeichen der Hansestadt. Mit dem Rücken zum Rathaus und dem Gesicht zum Liebfrauenkirchhof präsentiert sich die von Gerhard Marcks entworfene Bronzestatue der Bremer Stadtmusikanten. Das Märchen der Gebrüder Grimm ist in aller Welt bekannt und eng mit Bremen verbunden.
In der Kunsthalle Bremen empfangen sie gar die Besucher, ein bisschen makaber zwar, aber sie haben Rückgrat. Ihre Skelette zeigen es.
Nur wenige Schritte von den Stadtmusikanten entfernt wartet das Bremer Loch, ein Kanaldeckel mit einem Schlitz, auf Münzen. Der Spender wird mit dem hohen Eselsruf „Iaa!“ belohnt. Hinter dem Eingang zum Bremer Ratskeller befindet sich Deutschlands ältester Weinkeller. In ihm schenkt der Kellermeister bereits seit 1409 edle Tropfen aus. Mit 650 klangvollen Sorten beherbergt der Ratskeller die größte Sammlung deutschen Weins. In der großen Gewölbehalle, zwischen Säulen und Prunkfässern mundete es auch Poeten. Heinrich Heine ließ sich hier zu einem Gedicht inspirieren, Wilhelm Hauff verfasste seine Novelle „Phantasien im Bremer Ratskeller“ an Ort und Stelle.
Im Schnoor reihen sich kleine, schmale Fachwerkhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert aneinander wie die Perlen an einer Schnur, plattdeutsch „Schnoor“. Möglicherweise rührt der Name aber auch von den Taumachern, die in diesem ehemaligen Fischerquartier wohnten. Hier zeugt das „Hochzeitshaus“, das wohl kleinste Hotel der Welt, von alten Bräuchen. Hochzeitshäuser waren im Mittelalter notwendig, weil Paare, die vom Lande kamen, um etwa im Bremer Dom zu heiraten, eine Wohnung in der Stadt nachweisen mussten. Aber selbst Städter mieteten oft ein geeignetes Hochzeitshaus, um ihre Feier auszurichten. Die eigene Wohnung war meist viel zu klein. Für damalige Verhältnisse muss das Hochzeitshaus im Schnoorviertel - mit nur „vier Schritten tief und vier Schritten breit“, also einer Grundfläche von 16 Quadratmetern – ungeheure Ausmaße gehabt haben. Heute kann das niedliche Hotel jeder mieten, der Urlaub vom Alltag machen möchte.
Vom Schnoor sind es nur wenige Meter flussabwärts entlang der Weserpromenade Schlachte zu einem einmaligen Kunst- und Architekturprojekt. In der Böttcherstraße lebten früher die Fassmacher, deren Berufsbezeichnung sich von „Bottich“ für Fass herleitete. Heute ist die kleine Gasse das Zuhause von Kunst und Kunsthandwerk. Der Bremer Kaffeekaufmann Ludwig Roselius kaufte Anfang des 20. Jahrhunderts die Häuser der verfallenen Straße und ließ sie mit Hilfe der Architekten Bernhard Hötger, Eduard Scotland und Alfred Runge zu einem architektonisch außergewöhnlichen Straßenzug restaurieren.
Hier ist auch das Glockenspiel zu Hause, das sich niemand entgehen lassen sollte. Zu seinem Klang zeigt der drehbare Turm im Mauerwerk zwischen dem Haus des Glockenspiels und dem Roselius-Haus bekannte Ozeanbezwinger, womit Roselius auf den Pioniergeist der Hansestadt anspielt. Denn in Bremen entstand die erste Maschine, die von Ost nach West den Atlantik überflog, ein Flugzeug vom Typ Junkers W 33 namens „Bremen“. Aber auch das Paula-Modersohn-Becker-Haus ist etwas Besonderes. Es ist das erste Museum weltweit, das einer Frau gewidmet war.
Auch die Bremer Kunsthalle zeigt Werke von Paula Modersohn-Becker (1876-1907), zudem einen schönen Querschnitt berühmter Maler. 2014 lädt die Kunsthalle zur Sonderausstellung „Sylvette, Sylvette, Sylvette. Picasso und das Modell“, wozu das Maritim Hotel & Congress Centrum Bremen eine Pauschale anbietet.

Einzigartig im Norden ist The Rock! - Der Berg ruft!
Auf einem Offroad-Parcours des Mercedes-Benz Kundencenter Bremen kann man ein atemberaubendes Fahrgefühl erleben und die Parcours-Herausforderungen dank ausgebildeter Instruktoren und Beifahrer meistern - etwa bei der Fahrt über eine Geröllstrecke, Treppenstufen, Baumstämme und den sogenannten Verwindungshügel (Fahren auf drei Rädern). Bei den Baumstämmen wird man kräftig durchgeschüttelt und behält dennoch dank perfekter Stoßdämpfung einen klaren Kopf.
Ein weiterer Höhepunkt des Parcours, der auch für Veranstaltungen und Fahrertrainings genutzt werden kann, ist die Extremsteigung von 70 Prozent und das Gefälle von 80 Prozent. Ein unvergessliches Abenteuer.

Das Abenteuer setzt sich fort im Astrium der DASA am Flughafen. Highlight ist der Gang durch Teile des originalgetreu nachgebauten Raumstationsmodells, bestehend aus einem japanischen Modul, dem europäischen Columbus-Labor und dem amerikanischen Wohnmodul. Hier sieht man die Antworten auf so brennende Fragen: Wie schlafen die Astronauten, wie duschen sie im All. Eine Führung (samstags um 15 Uhr) kostet pro Person 16,50 Euro, Jugendliche 10 bis 18 Jahre zahlen 13,50 Euro.

Von der Zukunft in die Vergangenheit: Die Seestadt Bremerhaven lockt mit der in der Weser gefundenen Original Bremer Hansekogge von 1380 ins Deutsche Schifffahrtsmuseum. Sie füllt die Lücke zwischen den in Norwegen und Dänemark geborgenen Wikingerschiffen des 9. bis 11. Jahrhunderts und dem in Stockholm ausgestellten Kriegsschiff Wasa von 1628. Immer ein Magnet für Jung und Alt ist der Mini-Port mit fernlenkbaren Schiffsmodellen. Zum Speisen in exklusivem Ambiente verführt die vor Anker liegende „Seute Deern“, der größte hölzerne Frachtsegler der Welt, der im Original erhalten geblieben ist. Er gehört mit der Hansekogge, die übrigens die älteste nachweisbare Schiffstoilette hat, zum Weltkulturerbe.

Übernachtungstipp: Maritim Hotel & Congress Centrum Bremen, Hollerallee 99, 28215 Bremen (http://www.maritim.de/de/hotels/deutschland/hotel-...)

BTZ Bremer Touristik Zentrale, Tel. 0421/3080010 oder 01805/101030, www.bremen-tourism.de

Bürgerreporter:in:

Elke Backert aus Hamburg

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