Aktives Zuhören, geht auch passiv?

Zuhören ist laut Duden ein Verb und beschreibt eine akustische Wahrnehmung.

Allerdings ist dort nichts aufgeschrieben von aktiv und passiv. Wie passt das nun zusammen?

Im Alltag führen wir viele verschiedene Gespräche. Kurze, lange, intensive, ruhige, lebendige, laute und leise. Jedes Gespräch ist anders und hat ein anderes Gegenüber. Ebenso sind wir nicht in jedem Gespräch die gleiche Person. Diese unterschiedlichen Eigenschaften treffen nun aufeinander und versuchen sich in guter Kommunikation.

Je nach Tagesform und Stresspegel gelingt uns das mal besser und mal weniger besser.

Besonders schwierig wird es wenn wir als Zuhörer emotional angeschlagen sind und unsere Freundin sich gerade frisch verliebt zeigt. Oder wenn wir abgelenkt sind und im ganzen Nachmittagstrubel auch noch die Schwiegermutter anruft.
Auf Arbeit gibt es auch so Fallen in die wir tappen können. Zum Beispiel wenn wir eine Präsentation pünktlich fertig stellen müssen und der Kollege aber nun unbedingt sein Problem mit dem Chef ausdiskutieren will.

Diese Situationen spiegeln ein lebendiges Zusammenleben wieder. So positiv die Kommunikation verlaufen kann, so negativ wird es dann meistens. Wir sind in bester Absicht und dann hören wir eben doch nicht richtig zu oder brechen das Gespräch abrupt ab, ohne zu wissen um was es eigentlich ging. Wir leben in diesem Moment eine passive Kommunikation.

Und was bedeutet nun Aktives Zuhören?

Der Begriff Aktives Zuhören kommt aus der Gesprächsführung. Er bedeutet sich ganz und gar auf den Gesprächspartner einzustellen. Seine eigene Meinung, Ideen und Widersprüche zurückzustellen. Bei Unklarheiten nachzufragen um sicherzustellen ob das Gesagte auch richtig verstanden wurde. Hierbei geht es darum den anderen ausreden zu lassen, ihn nicht ständig zu unterbrechen und zu verbessern.

Durch Blickkontakt und Nicken signalisieren wir unserem Gegenüber das wir Verständnis und Interesse an dem Gespräch haben.

Mit der Anwendung dieser kleinen Techniken gestalten wir einen positiven Rahmen für jede Art von Gesprächen. Egal ob im Umgang mit Kritik oder bei hitzigen Diskussionen. Diese Methode wirkt deeskalierend und führt zu einer Verbesserung der Kommunikation.

Die Umsetzung im Alltag kann dann so aussehen das wir dem Kollegen kurz zuhören und unser Mitgefühl ausdrücken. Ihn dann aber Bitten das Gespräch auf später zu legen, weil wir eben diese Präsentation noch fertig stellen müssen. Unserer verliebten Freundin können wir trotz eigenem Schmerz zuhören und uns für sie freuen. Vielleicht springt ein Funke dieser positiven Energie ja auf uns über. Ein Versuch wäre es jedenfalls wert.
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