Premiere im Burggrabentheater: Tumult um einen angeblichen Pfarrer

Wann? 30.12.2008 19:00 Uhr
Wo? Stadelschänke, Gundelfingen DE
Der Handarbeitskreis mit Monika Hieber, Brigitte Veh, Hannelore Huber-Güttinger, Mandy Dingel und Edith Nückel bei den Vorbereitungen zum Pfarrfest (von links) (Foto: Bruno Benke)
 
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Anton Veh (Bildmitte) und seine Stellvertreterin Luitgard Blum-Fink bei der Begrüßung des "neuen" Pfarrers Jürgen Teichmann (Foto: Bruno Benke)
Gundelfingen: Stadelschänke | "Ein kurzweiliges, amüsantes Stück auf einer Brettlbühne", so fasste Bürgermeister Franz Kukla seine Eindrücke beim besuch der Premiere der Verwechslungskomödie "Tumult im Pfarrhaus" zusammen. In der Tat erlebten die Zuhörer während der 80 minütigen Aufführung ein turbulentes, lebensnahes Panoptikum einer katholischen Pfarrgemeinde aus unserer Zeit. Das zustimmende Lachen der animierten Besucher in der vollbesetzten, bestuhlten Stadelschänke deutete darauf hin, dass Parallelen erkannt worden sind. Die Handlungsstränge in der Komödie der Rheinländerin Kathrin Heinrichs entwickelten sich wie von selbst. So konnten die Zuschauer teilhaben an der Aufregung um eine verschwundenes Kästchen mit den Reliquien des heiligen Antonius, die für die Altareinweihung am Kirchfest bestimmt sind. Karikiert wurden die Aktivitäten um die Gestaltung des Pfarrfestes und um einen standesgemäßen Pfarrhof, in dem der lang erwartete Pfarrer einziehen soll. Doch dieser weilt in Brasilien, während dessen sein Bruder die Rolle einnimmt. Dadurch kommt es zu Verwechslungen, von denen das Theaterstück seine Spannung bezieht. Als schließlich noch der Bischof zur Visitation erscheint, ist der Höhepunkt erreicht. Regisseur Gernot Walter ließ die sieben Szenen mit abschließendem Epilog auf offener Bühne spielen und gewann dadurch eine unmittelbare Nähe zum Publikum. Die Schauspieler verkörperten die Charaktere ungezwungen, mit der gebotenen Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit. Heribert Immler, Dillingen sagte: "Mir gefiel besonders, wie die Spieler mit ihren unterschiedlichen Dialekten den Handlungsablauf würzten". Andreas Lutzmann hat sie in das richtige Licht gerückt, Mandy Dingel passend geschminkt und Christa Deisler über textliche Hürden hinweggeholfen. Bei den Szenenwechseln sorgte Gernot Walter für stimmungsvolle Intermezzi am E-Piano.

Mit einem klassischen Prolog hatte Cornelius Deisler die Komödie eröffnet, ehe der Handarbeitskreis in Aktion trat: Hannelore Huber-Güttinger als resolute Leiterin, Monika Hieber, Brigitte Veh und Mandy Dingel als umtriebige "Strickliesln" und Edith Nückel mit ausgefallenen Ideen, die den (echten) Pfarrer sympathisch findet oder dessen Bruder, den Jürgen Teichmann mit Nonchalance, ausdrucksstark und anhänglich darstellt. Er kümmert sich um den geschäftigen Postboten (Reinhard Gudd), hat Verständnis für den besorgten Pfarrgemeinderatsvorsitzenden (Anton Veh) und dessen wichtigtuende Stellvertreterin (Luitgard Blum-Fink) und weist barsch seine Ex-Freundin aus den USA ab (Ursula Godde). Nur mit Geschick kann er sich aus der Affäre ziehen, als der Bischof eintrifft. Robert Fink macht daraus eine interessierten Würdeträger und wanderfreudigen geistlichen Herrn, besitzt sogar im Morgenmantel noch Ausstrahlung, während er als handwerkliche Hilfskraft an die Grenzen stößt. Dazu hat ihn nämlich der Elektriker eingesetzt, den Hans Fischer erstaunlich echt vorführt. Werner Schneider gelingt es als Original-Pfarrer schließlich, die Verwirrungen aufzulösen und den Tumult zu beenden. Der 1. Vorsitzende des Burggrabentheaters Bernhard Godde bedankte sich in seinem Schlusswort bei den Mitwirkenden für ihren großen Einsatz und beim Hist. Bürgerverein für das Gastrecht in der Stadelschänke. Das Stück wird am Sonntag, dem 3. Januar 2010 um 15.00 Uhr nochmals aufgeführt.

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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Regionalmagazin dillinger | Erschienen am 05.02.2010
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