"Mährrettich" und Schweinauer
Haunsheim: Schloss | Dillinger Kulturtage: Schwäbisches mit Alfred Sigg und der Saitenmusik Kronwitter im Rittersaal von Schloss Haunsheim
"Nur die Klangfärbung und die Sprachmelodie werden von der schwäbischen Mundart übrigbleiben", prophezeite Alfred Sigg bei einem "Schwäbischen Abend" im Schloss Haunsheim. Über diese betrüblichen Zukunftsaussichten half der 67-jährige Wertinger mit einer Fülle von Anekdoten, witzigen Ereignissen und Schlaglichtern sowie treffenden Charakterisierungen hinweg, so dass die Zuhörer mehrmals laut auflachten.
Unterhaltung war schließlich angesagt und Freude zu bereiten, aber auch nachzudenken über die sprachlichen Wurzeln, wie Leonhard Menz in seiner Begrüßung der über 50 Zuhörer ausführte. Alfred Sigg blickte in die Geschichte der Schwaben zurück, die als "Elbgermanen" aus der Uckermark stammten. Er lobte deren Toleranz, ihre Treue, die Zuverlässigkeit und Sparsamkeit. Dass schwäbische Ausdrücke sogar eine Entsprechung im Englischen haben, wies Sigg mit "gumpen" (to jump) oder mit "los her!" (to listen) nach. Was er immer schon vermutete, wurde kürzlich bestätigt: der Meerrettich kommt nicht von Meer, sondern von einem alten Gaul her, einer Mähre also. Der Meerrettich kann demnach als ein Rettich minderer Qualität gelten. Was ein Schweinauer ist, das zeigte die Saitenmusik Kronwitter auf, als sie einen lebhaften Zwiefacher aus Nördlingen spielten. Das Volksmusikquartett sorgte für die abwechslungsreichen Zwischenspiele und wurde mit viel Beifall bedacht. Manfred Kronwitter an der Zither und seine Frau am Hackbrett spielten die einschmeichelnden Melodien, Christine Strehle an der Harfe untermalte mit gebrochenen Akkorden stimmungsvoll und Heinrich Mayer grundierte gekonnt mit dem Kontrabass die im eingängigen Harmonieschema auftretenden Stücke. Mit der Steierischen Harmonika brachten Christine Strehle und die Blockflötisten Gabi Kronwitter und Heinrich Mayer einen zusätzlich feinen Klang unverstärkt in den Raum.


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