"Wenn die Artusritter zur blauen Maus gehen": Premiere beim Burggrabentheater
Gundelfingen An Der Donau: Burggraben | Zuhause genehmigen sich die Herren der Gesellschaft nur ein Likörchen, denn der Champagner wird reichlich auswärts gekostet. Wo das ist, erfahren die Zuschauer nur durch Erzählungen. Schließlich sollen die Eskapaden im Nachlokal „Blaue Maus“ vor den Gattinnen geheimgehalten werden. Freilich wird das Publikum bei der Premiere am Abend des Fronleichnamfestes doch in die verzwickte Situation eingeweiht und kann sich daran ergötzen, wie die Herren der Schöpfung versuchen, sich aus der Affäre zu ziehen.
Regisseur Gernot Walter vertraute dem Erfolgsrezept von Carl Laufs, dessen „Pension Schöller“ vor zwei Jahren an gleicher Stelle erfolgreich über die Bühne lief. Der rheinische Autor weiß auch in der „Blauen Mus“ aus kunstvollen Verstrickungen, Missverständnissen und Geheimniskrämerei ein Paket zu schnüren und die Spannung aufrecht zu erhalten, bis nach 2 ½ Stunden der gordische Knoten überraschend gelöst wird. Wortwitz und Anspielungen kennzeichnen das vergnügliche Geschehen, das augenzwinkernd die Männerbünde karikiert.
Im stimmungsvollen Ambiente des Burggrabens haben Reiner Stricker und der 2. Vorsitzende Robert Fink mit ihrem Team, den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes und Gerüstbau Hander eine Salon um 1900 entstehen lassen, den Ludwig Böck einfühlsam ausgemalt hat. Zeitgemäße Kostüme (von der St. Antoniusstiftung Ursberg) und eine adäquate Maske durch Ute Heinle und Monika Addona unterstützten die Vorstellung vom Leben im ausgehenden Biedermeier. Andreas Lutzmann und Ernst Mayer sorgten für passende Licht- und Tonregie, Christa Deisler als Souffleuse für Zutaten bei aufkommenden Lücken. Lokalkolorit versprühte Werner Schneider, der mit trefflichem Wiener Idiom als Gustl und hinreißend als Gusti agierte. Ebenso Robert Fink als Leo Bamberger, der sich als der „Große Drache“ ausgibt, elegant die Fäden zieht, die ihm zu entgleiten drohen. Schließlich Peter Schmiedl, den Hans Fischer mit komödiantischer Bravour spielt, der Artusritter werden will und entsprechende Prüfungen bekommt. In einer Hauptrolle Jürgen Teichmann als Unternehmer Martin Werner, den die Barbesuche in arge Schwierigkeiten bringen, die er temperamentvoll zu seinen Gunsten umlenkt. Reinhard Gudd als Architekt Auer und Anton Veh (Naschitz) als schauspielender „Blaue Maus“-Portier zeigten starke Präsenz, Julian Reile (Laufbursche) und Reiner Stricker (Polizist) waren in Kurzauftritten gefordert.
Fünf Frauen engagierten sich, um, hinter das Geheimnis der Männer zu gelangen. Monika Hieber bewahrte als Hausangestellte Kathi den großen Überblick,. Hannelore Huber-Güttinger (Brigitte Werner) trat als Unternehmersgattin in großem Stil auf, Edith Nückel als deren Schwester angelt sich geschickt den Architekten, Brigitte Veh (Melitta Schmiedl) versteht ihren „stummen“ Ehemann nicht mehr, während Luitgard Blum-Fink (Karoline Bamberger) die heile Welt der Artusritter glorifiziert.
Lebhafter Beifall für die Akteure durch ein mitgehendes Publikum, in dem der 1. Vorsitzender Bernhard Godde Bürgermeister Franz Kukla begrüßen konnte



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