„Wissen, was gespielt wird“
Fortbildung für Elterntalk-Moderatoren
Ein Samstag der etwas anderen Art: gemeinsam mit der Nachbarregion Unterallgäu verbrachten die Elterntalkmoderatorinnen und Moderatoren der Landkreise Günzburg und Unterallgäu einen spannenden und lehrreichen Tag zum Thema Medienkompetenz und Computer- und Konsolenspiele. Referent war Medienpädagoge Hans-Jürgen Palme aus München.
Nur Verbote auszusprechen macht nach den Worten von Palme keinen Sinn, denn Kinder müssen in unserer Multimedialandschaft zurecht kommen. Außerdem sind diese Kenntnisse immer mehr Voraussetzung für Schule und Berufsleben. Vielmehr sei die Vermittlung von sinn- und maßvollem Gebrauch dieser Medien anzustreben.
Wenn die Kinder noch draußen spielen, Freunde haben, die Noten stimmen, das Sozialverhalten nicht auffällig ist und Computerspiele nicht den Lebensalltag bestimmen, brauchten sich Eltern keine Sorgen zu machen, so der Referent.
Zwei Studien aus den Jahren 2006 und 2007 zeigen, wie es in deutschen Haushalten und Kinderzimmern aussieht: In praktisch allen Haushalten mit Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren gibt es einen Fernseher, ein Mobiltelefon, einen Computer oder Laptop. 95 Prozent der Haushalte sind online. 93 Prozent verfügen über einen MP3-Player. In vielen der Haushalten sind diese Geräte mehrfach vorhanden.
94 Prozent aller Jugendlichen besitzen ein Handy, 85 Prozent einen MP3-Player, 67 Prozent einen Computer, 63 Prozent ein eigenes Fernsehgerät, 45 Prozent haben einen Internetanschluss im Zimmer und eine Spielkonsole.
Laut Studie ist bei Kindern, was Freizeitbeschäftigung mit Medien angeht, das Fernsehen mit 97 Prozent die häufigste Tätigkeit der Sechs- bis 13-Jährigen. Die Hälfte aller Kinder hat eine Spielkonsole, 44 Prozent dieser Altersgruppe haben einen Fernseher im Kinderzimmer.
Zu der häufig gestellten Frage, ob Kinder denn wirklich schon im Kleinkindalter Erfahrungen mit elektronischen Medien machen sollten , wusste der Referent zu berichten, dass die Wahrnehmung der Kinder erst einmal nicht zwischen lebenden, natürlichen Dingen und technischen Gegenständen unterscheidet. Alles will erforscht und begriffen werden. Und da es in unseren Haushalten heutzutage nun mal die unterschiedlichsten Medien gibt, diese von den Eltern, die in hohem Maß für die Kinder Vorbildcharakter haben, auch genutzt werden, machen Kinder zwangsläufig früh die ersten Erfahrungen damit.
Das Ausprobieren der verschiedensten Spiele mit unterschiedlichen Spielkonsolen ermöglichte den Elterntalk-Moderatorinnen, einmal selbst zu erleben, wie schnell die Zeit beim Spielen vergeht. Somit bekamen alle einen Einblick, welche Spiele derzeit von Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen am liebsten gespielt werden, was an ihnen zum Teil so faszinierend ist und auch, wo die Gefahren liegen.
Nähere Infos zum Projekt Elterntalk im Internet unter www.elterntalk.net oder bei der Kommunalen Jugendarbeit, Marion Heß-Eberhardinger,
Tel. 08221 / 95 418,
E-Mail: M.Heß-Eberhardinger@landkreis-guenzburg.de


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