Weihnachtsbräuche in Lannion, der Bretagne und Frankreich!

Weihnachten/Neujahr in Frankreich - Weihnachtsbräuche in der Bretagne!
Mein Dank gilt der 1. Sprecherin des Partnerschaftskomitees in Lannion Sonya Nicola. Ohne ihre Informationen hätte ich speziell über Weihnachtsbräuche in der Bretagne nichts schreiben können.


Weihnachten/Neujahr in Frankreich

Der 24. Dezember ist in Frankreich ein normaler Arbeitstag, erst in den Abendstunden beginnen die Feierlichkeiten. Der "Réveillon", mit all den Delikatessen wie etwa Gänseleber, gebratener Truthahn, Austern und der traditionellen bûche de Noël (gerollter Biskuit gefüllt mit Buttercreme) bildet den glanzvollen Höhepunkt und oft auch Abschluss der Familienfeier am Heiligabend in Frankreich.

Weihnachten ist in Frankreich eines der wichtigsten Familienfeste des Jahres. Freilich ist hier weniger von einer besinnlichen Stillen Nacht die Rede. In Frankreich wird Weihnachten wie Silvester oder Karneval gefeiert. Es gibt Tannebäume und Krippen. Die Kinder müssen sich in Frankreich, wie auch in Amerika und England, bis zum nächsten Morgen mit den Geschenken gedulden. Am 25. Dezember – übrigens gibt es in Frankreich nur diesen als arbeitsfreien Weihnachtsfeiertag – findet dann die Bescherung statt. Man sagt: "Le père Noël est passé" – Der Weihnachtsmann ist gekommen. Die Kinder finden die Geschenke meist unter dem "sapin de Noël", dem phantasievoll und weniger traditionell geschmückten Weihnachtsbaum, der in buntem Glanz von Lametta, Lichterketten und bunten Kugeln leuchtet.

Die Silvesternacht in Frankreich läuft ganz traditionsbewusst ab. Sie bildet den Abschluss der "Semaine joyeuse", (Fröhliche Woche vom 24. Dezember bis 01. Januar) in ausgelassener Stimmung mit einem réveillon (Weihnachtsschmaus). Edle Speisen, wie Gänseleber oder Hummer und Austern werden aufgetischt und dazu wird Champagner getrunken. Im Unterschied zu Weihnachten hat „Saint-Sylvestre" keinen religiösen Bezug und ist kein reines Familienfest.

Der Neujahrstag beschließt die Feierlichkeiten in Frankreich nicht. Den Abschluss bildet am Dreikönigsfest der Anschnitt der Galette des Rois. Der Dreikönigstag wurde vor einigen Jahren vom 06. Januar auf den ersten Sonntag nach Neujahr verlegt. Auch in der Arbeitswelt erfreut sich der Brauch der Galette (kuchenähnliches Blätterteiggebäck mit oder ohne Marzipanfüllung) mittlerweile größter Beliebtheit. Man versammelt sich zur traditionellen Galettefeier um einen Tisch, wobei der Jüngste bestimmt, in welcher Reihenfolge die Stücke verteilt werden. Die Freude über die Galette dauert meistens eine ganze Woche an, wobei es jeden Tag eine neue Galette gibt. Dies erfreut besonders die Konditoreien und Galettebäcker. Ist die letzte Galette verspeist nehmen alle für die Dauer eines Jahres endgültig Abschied von der Gemütlichkeit und dem Glanz der Festzeit.

Weihnachtsbräuche in der Bretagne

Es gibt dort zahlreiche alte Bräuche.

In der Nähe von Lannion kann man den Altar der Frauenkirche in Le Yaudet bewundern. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert und zeigt die Jungfrau Maria in einem Bett liegend. Joseph sitzt neben ihr. In der Bretagne glaubte man, dass ein krankes Kind, das man während der Mitternachtsmesse zu Jesus in die Krippe legte wieder gesund wurde.

Der heutige Weihnachtskuchen in Form eines Holzklotzes –bûche de Noël– war damals ein richtiger, riesiger Holzklotz aus Buche, Eiche, Ulme oder von einem Obstbaum. Man nannte ihn « kef nedeleg » und, bevor man ihn verbrannte, bespritzte man ihn mit Wasser und Salz. Am Ende der Abendstunden wurde das Feuer gelöscht, um den Klotz für das nächste Jahr aufzubewahren. Heute isst man diesen Kuchen aus Biskuit und Buttercreme zum Nachtisch an Weihnachten.

Der Tannenbaum, der eigentlich eine Fichte ist, stammt aus uralten Zeiten, denn die Kelten widmeten ihn dem Tag, an dem die Sonne auferstand und nannten ihn “Baum der Geburt”. Es war der Tag des Triumphes des Lichts über die Dunkelheit. Die Christen haben dies beibehalten und haben aus diesem Fest ihr Weihnachten gemacht. Das Weihnachtsfest wurde in den Dezember gelegt, um ein Gegengewicht zu keltischen Riten zu setzen.

Die Wunder dieser magischen Nacht geschehen während die Glocken um Mitternacht 12 Mal erklingen. Dann kann man auch die Glocken der unter Wasser verschwundenen Städte hören und Hinkelsteine sehen, die aus der Erde steigen, um an der Quelle zu trinken und am Ende der 12 Glockenschläge wieder zurückgehen. Solange sie trinken, haben sie wunderbare Schätze freigelegt, die sie unter ihrem riesigen Gewicht verstecken, aber man muss sich beeilen, wenn man vor ihrer Rückkehr etwas davon nehmen will!

Es ist eine besondere Nacht, in der keine bösen Geister erscheinen können, keine Hexerei kann wirken. Ein paar Leute, die während der Mitternachtsmesse zu Hause geblieben waren, legten Heukronen auf die Felder um die Apfelbäume herum, um damit eine gute Ernte zu garantieren. Die Mistel, die den Ruf hatte, magisch und heilig zu sein, wurde nicht angefasst.

Früher gingen die kleinen “Noëlloux” von Tür zu Tür und sangen immer den selben Refrain “Wir singen zu Weihnachten für einen Apfel, für eine Birne, für einen Schluck Cidre” (Apfelwein)“. Die Belohnung für ihren Gesang war ein wenig Geld oder Süßigkeiten, wie z. B. “Caramolet”, oder Karamellzucker, der in Rennes in der Rue de St-Malo verkauft in Zeitungspapier gewickelt wurde. Es gab auch eine Zeit, so heißt es, wo die bretonischen Hirten nach Bethlehem gingen, um dem Christkind ihre Geschenke zu Füßen zu legen und ihm einen Tanz vorzuführen.

In der Bretagne war man arm und in den Holzschuhen am Kamin fand man meistens nur rote Äpfel.

In den Dorfkirchen spielte man Hirtenszenen. Eine Legende erzählt das Wunder der Heiligen Brigitte, einer armen Frau ohne Arme, der man das Christkind auf den Schoß legte, und der Arme und Hände wuchsen, damit sie das heilige Kind wickeln konnte, während sie ihm das weihnachtliche Wiegenlied sang. Die Kapelle der Heiligen Brigitte kann man in Sillac, in der Nähe von Mur-de-Bretagne, besichtigen.

Zum Schluss ein Hinweis auf folgenden Glauben:
während der Mitternachtsmesse sprechen die Tiere in der Krippe!

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.

Ähnliche Beiträge Übereinstimmende Themen:

Ostereier suchen im Birket-Wald Jetzt geht es ans Ostereiersuchen: Die Junge Union, Kreisverband Günzburg, veranstaltet am Ostermontag, 9. April, ab 14 Uhr in Kooperation mit der...
Daniel´s Karaoke Party am Ostersonntag in der... Daniel´s Karaoke Party kommt am Ostersonntag, 08.04.12 ab 21 Uhr wieder in die Cocktailbar Hemingway nach Altenstadt. Die beliebte Karaokeshow mit DJ...