VfL Handball: Wechsel in Handballführung -- S. Walburger übergibt...

von Siegfried Walburger aus Günzburg | am 18.03.2010 | 203 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 3 Bilder
 

Günzburg Seit 25 Jahren ist Siegfried Walburger Mitglied beim VfL Günzburg. Nach acht Jahren tritt der 50-Jährige nun als Leiter der Handball-Abteilung zurück und macht Platz für seinen Nachfolger. Vor der Abteilungsversammlung am Freitagabend sprachen wir mit ihm über schöne Erinnerungen und die Zukunft des Vereins.
Weshalb haben Sie sich nach acht Jahren als Abteilungsleiter und zuvor sechs Jahren Stellvertreter entschlossen, zurückzutreten?
Walburger: Ich bin der Meinung, dass es für mich Zeit ist, auf die Reservebank zu gehen. Nach dem Motto „neue Besen kehren gut“, möchte ich die Geschäfte in jüngere, aber durchaus erfahrene Hände geben. Im Gegensatz zu vielen Politikern weiß ich, wann Schluss ist. Mit der Zeit nützt man sich ab und neuer Schwung wird der Abteilung sicherlich gut tun.
Sie haben selbst nie Handball gespielt. Wie kam es zu Ihrer aktiven Mitarbeit in der Abteilung?
Walburger: Als ich vor fast 30 Jahren nach Günzburg gezogen bin, kam ich mit Bundesliga-Handball in Berührung. Ich habe oft zugeschaut und bin irgendwann angesprochen worden, ob ich nicht in die Vereinsarbeit einsteigen will. Als Betreuer von Jugendmannschaften habe ich in der Folgezeit viel Freude und auch Erfolge gehabt. Vor allem aber finde ich, dass Handball einfach ein toller Sport ist. Und durch meine Tätigkeit habe ich viele Leute kennengelernt. Inzwischen bin ich beim VfL einer der letzten Mohikaner aus der großen Handballzeit.
Wie sehr schmerzt es Sie, dass die Bundesliga-Zeiten des VfL vorbei sind?
Walburger: Natürlich wäre es schön gewesen, wenn es weitergegangen wäre. Aber man muss das realistisch sehen: Wenn es nicht geht, geht es eben nicht. Klein und fein ist auch schön, finde ich. Aber zumindest der Name VfL Günzburg ist in ganz Deutschland bekannt und angesehen. Das jedenfalls kann uns niemand mehr nehmen.
Welche besonderen Erinnerungen verbinden Sie mit den letzten 25 Jahren?
Walburger: Mit Freude sehe ich, dass meine ersten Minis heute schon in der Seniorenmannschaft spielen. Gerne denke ich auch an die Jugendturniere in Schweden zurück, das waren immer tolle Erlebnisse. Negative Erinnerungen habe ich keine.
Werden Sie den Handballern des VfL weiterhin noch zur Verfügung stehen?
Walburger: Ich werde mit Sicherheit nicht Kartoffeln anpflanzen. Als Beirat werde ich der Abteilung weiterhin mit Rat und Tat unterstützen und meine Erfahrung auch weiterhin einbringen. Auch das Tagesgeschäft in Form von Post und E-mail werde ich weiterhin betreuen, ebenso wie das von mir ins Leben gerufene Projekt „buy Rebay“. Zur Förderung der Jugendarbeit wird mit dieser Aktion der Hallenboden symbolisch verkauft.
Wo sehen Sie den VfL in den kommenden Jahren?
Walburger: Ich überlasse meinem Nachfolger ein bestelltes Feld. Im Jugendbereich sind wir äußerst gut aufgestellt. Jetzt sollte die Schlagzahl erhöht und die Qualität gesteigert werden, so dass langfristig alle Jugendmannschaften in der Landesliga etabliert werden können. Auch im Seniorenbereich sollten Landesliga und auch Bayernliga das Ziel sein. Die Damen haben gezeigt, dass das möglich ist, auch wenn sie viel Pech hatten und deswegen erst einmal wieder absteigen. Mehr als Bayernliga ist ohne einen finanzkräftigen Sympathisanten einfach nicht möglich. Einen solchen Mini-Hopp wünscht sich wohl jeder Verein. Auf der anderen Seite finde ich, dass der Wert der Menschlichkeit höher zählt als Geld und Zukäufe.
Interview: Lena Bauer

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myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 01.04.2010
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