VfL Handball: Vorschau Seniorinnen + Senioren

Nachbarschaftsderby und Zweiter gegen Erster. Mehr Handballspaß geht in der BOL nicht. Fällt der Zuschauerrekord von 700 Handballfans aus dem Ichenhausen-Derby?

Am Sonntag um 17.00 Uhr empfangen die Günzburger BOL-Handballer den TV Gundelfingen zum Nachbarschaftsderby und Spitzenspiel der BOL. Da in Gundelfingen und Günzburg uralte Handballfreunde und junge Fans der aktuellen "Ersten" zusammengefunden haben, könnte der 700-Zuschauer-Rekord aus dem Ichenhausen-Derby vor ein paar Wochen wackeln.

In der gemeinsamen Handballvergangenheit gab es trotz unterschiedlicher Landkreiszugehörigkeit immer Schnittstellen. Nach seinem Zweitliga-Engagement ging der damalige jüngste Bundesligatrainer Hofmeister zum befreundeten Kreisligisten Gundelfingen, u.a. Robert Mayer, der VfL-Damentrainer, aber auch der spätere Bundesligaspieler und heutige stellvertretende Schulleiter des Dossenberger Gymnasiums Bernhard Stegmann folgten ihm damals als ganz junge Spieler. Dafür wurde der heutige TVG-Abteilungsleiter Alexander Bay Bayernauswahlspieler beim VfL, der unvergessene Oliver Doser sogar Jugendnationalspieler, der heutige TVG-Abwehrrecke Oliver Niewolik war früher mal Günzburger Torwart und bildete mit Chrischa Hannawald ein Gespann, das Bayrischer A-Jugendvizemeister wurde. Beide gelangten dann in den Zweitligakader.

Beide Vereine setzen auf die Jugend. An der Brenz finden die größten Handballturniere der Region statt. Beider Männermannschaften sind das Produkt von Vereinen mit Handballherz, das auch in schlechten Zeiten durch gute Seelen immer weiterschlug. Heute stehen beide Vereine kerngesund und breit da. Nun wollen beide Teams in die Landesliga. Da der Dritte und Vierte bereits sieben Minuspunkte auf ihren Konto haben, deutet alles auf einen Zweikampf hin. Im Handball vergisst man trotz aller spannungsgeladenen Rivalität nie die Gemeinsamkeiten und ehrt die Sportfreundschaft; auch das ist in der Gartner- und Lego-Stadt gemein.

Gundelfingen spielte am zweiten Spieltag 17:17 gegen Schwabmünchen. Es sollte der einzige Minuspunkt bleiben und bedeutet Platz 1, auch wenn das junge Team letzte Woche bei der Raunau-Reserve am Rande einer Niederlage wankte. Der VfL verlor einmal gegen eine schlicht zu stark besetzte Friedberger Dritte. Dabei blieb es, das bedeutet Platz 2.

Die Gäste spielen sehr schnell, beim Anspiel oft an der Grenze zur Regelwidrigkeit. Hier wird es auch auf die Schiedsrichter ankommen. Außerdem wird im Nachbarverein bedingungslos gefightet. Favorit ist der VfL, auch er spielt schnell und voller Kampfeslust, hat aber mit der Bundesliga-A-Jugend in der Hinterhand den breiteren Kader und athletische Vorteile. Die Meisterschaft wird am Wochenende natürlich nicht vorentschieden, es geht um die Ausgangsposition für eine lange Rückrunde. Außerdem steht der Hofmeister-Plan: In drei Jahren in die vierte Liga. Der VfL will die Jugend-Euphorie in den Aktivenbereich tragen. Diese kühne Agenda sorgt für zusätzliche Spannung.



Damen


Als stärkste Aufsteiger kommen die Handballerinnen des TSV Herrsching zum Landesliga-Spiel beim VfL Günzburg (Samstag, 17.30 Uhr). Das gastgebende Spitzenteam ist mehrfach gewarnt: Zum einen holte Herrsching schon sehr beachtliche Ergebnisse in der Liga, zum anderen verschafften sich die Mädels aus Oberbayern im Pokal gehörigen Respekt, indem sie zusammen mit HC Erlangen, TSV Ismaning und ASV Dachau ins Landes-Finalturnier einzogen.
Das Team von Kurt Siglstätter hatte unlängst noch den dritten Tabellenplatz inne, musste danach aber erkennen, dass die Jagd nach Punkten in der Landesliga jedes Wochenende eine neue Herausforderung darstellt. Die Liga ist extrem ausgeglichen, für einen ehemaligen Bezirksoberligisten kann das sehr ungewöhnlich sein.
In den jüngsten drei Partien jedenfalls konnte der Aufsteiger nur einen Punkt erhaschen und ist dadurch auf den sechsten Platz abgerutscht. Bei einer weiteren Niederlage würden die Gäste sogar mit dem Abstiegskampf konfrontiert werden.
Und die Günzburgerinnen? Sie befinden sich in Sachen Punktausbeute in einer ähnlichen Situation. Zwei Zähler aus drei Partien gab’s, da droht der Fall ins Mittelfeld, sollte am Samstag nichts kommen. Bei einem doppelten Punktgewinn sähe es für die Weinroten freilich schon wieder ganz anders aus. Dann könnten sich die Günzburgerinnen vorerst ein kleines Polster nach unten verschaffen, und es würde sich für die nächsten Spiele ein Dreikampf mit Spitzenreiter Ottobeuren und der HG Ingolstadt entwickeln.
Wer bei den Weinroten zum Einsatz kommt, ist noch nicht vollkommen absehbar, da auch die A-Jugend eine Partie austrägt. Die Günzburger Bank wird nach Angaben von Coach Robert Mayer trotzdem gut besetzt sein.
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