VfL Handball: Vorschau Juniorinnen + Junioren

  Der VfL Günzburg freut sich am kommenden Sonntag um 15.00 Uhr in der ehemaligen Europapokal-Halle an der Rebaystraße das erste Bundesliga-Heimspiel präsentieren zu können. Gegner ist der SV 64 Zweibrücken. Dem Bundesliga-Neuling gelang just zum 50-jährigen Vereins-Jubiläum der Aufstiegstraum. "Zweibrücken" und auch noch "Neuling" das klingt machbar, doch ein Blick hinter die Handballkulissen öffnet dem Experten die Rollenverteilung beim Heim-Debut: Die Günzburger A-Jugend erwartet einen ganz schweren Brocken, der bescheiden den beliebten sechsten Platz, der zum Ligaverbleib berechtigt, als Saisonziel anvisiert.

Sieben Spieler der Saarländer befinden sich im Dritt-Liga-Kader der Zweibrücker "Ersten", vier davon kamen dort bereits zum Einsatz. Zuletzt bombte Jugendnationalspieler Jerome Müller, ein wurfgewaltiger Linkshänder wie selbstverständlich bei den Aktiven ein. Björn Zintel, der Spielmacher der Jugendnationalmannschaft, war da wegen Rückenproblemen noch nicht mit von der Partie. Vermutlich wäre er auch dort - wie immer - aufgefallen, wurde das Riesentalent doch zuletzt ins All-Star-Team nach der U-18-Europamannschaft gewählt. Spätestens jetzt, angesichts des Kaders der Handball-Kracher wundert der schnelle Aufstieg in die JBLH nicht mehr. Kein Qualifikations-Marathon war nötig, ein Spieltag genügte. Viele der Gästespieler kennen "Baunatal" vermutlich nicht einmal, höchstens als irgendwas "Hessisches".
Auch der hohe 27:19-Auftaktsieg gegen die stark eingeschätzte HSG Konstanz am vergangenen Wochenende erklärt sich nun. Mit hohem Tempo raste der Saarland-Express zum 8:1. Die Konstanzer seit Liga-Bestehen im Oberhaus und übriges auch Aufsteiger der ersten Quali-Runde (der VfL war damals am Bodensee Dritter) kämpften sich danach zwar noch einmal ran, insgesamt verloren sie jedoch chancenlos.

Dem VfL Günzburg bleibt da nur die klassische Außenseiterrolle: Nicht wie bei anderen um das ungeliebte Schild des Favoriten zu übergeben um Druck günstig zu verteilen, sondern durch den Vergleich des und der Einzelnen. Fakten und Namen sind aber nur ein Teil des Handballsportes. Die Chance liegt im Wesen der Mannschaftssportart. Ein verschworenes Team, in dem jeder seine Aufgaben kennt und beherzt übernimmt, kann zwar sicher keine Berge versetzen, aber jeder Zeit, auch an diesem Sonntag, eine kleine Handballsensation verwirklichen. Genau das werden Daniel Jäger und Co. versuchen. Vorbild ist sich die Mannschaft dabei selbst: Auch letzte Saison gab es im Einzelvergleich keine Chance gegen Frisch-Auf Göppingen, doch die wurde genutzt. Das Ganze, die Mannschaft, ihr Umfeld und begeisterte Zuschauer machten das Unmögliche möglich.

Damit auch dieses Mal der Funke überspringt, gibt sich Walter Guthmann noch einmal als Hallensprecher die Ehre. Er war die Stimme des Günzburger Europapokal- und Erstliga-Handballs. Unvergessen seine subtilen Einflussnahmen auf das Publikum, wenn der rhetorisch Brillante einmal meinte, sein Team benötigt in einer Spielkrise etwas mehr Unterstützung von der Tribüne. Die alten Handballhasen werden sich auch darauf freuen.

Die JBLH war schon letzte Saison Begegnungsort der großartigen Günzburger Handballtradition mit den Fans der jungen Handballtalente. Auch das hat der VfL dieser tollen Mannschaft zu verdanken. :
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