VfL Handball: Nachlese Seniorinnen + Senioren

Samstag 19.30 Uhr war beste Handball-Tatort-Zeit. Diesmal handelte es sich um einen Entführungsfall, der in einer spannungsgeladenen Schlussphase gerade noch verhindert werden konnte. Gegenstand der Entführung sollten ausgerechnet zwei Punkte sein - der Eichenauer SV hatte sie in der ersten Halbzeit schon fast eingepackt.

Die Freikartenaktion hatte sich gelohnt, 700 begeisterte Zuschauer sahen ein phänomenales Handballspiel mit zwei ganz unterschiedlichen Halbzeiten, in dem der VfL Günzburg mit 31:30 (12:17) die gesamte Ernte einfahren konnte, während tapfer kämpfende Eichenauer enttäuscht auf dem Boden lagen und sich um den Lohn ihrer aufopferungsvollen Handballarbeit gebracht fühlten.

Besonders herzlich begrüßte Trainer Hofmeister seinen Eichenauer Kollegen Christian Kofler. Beide kannten sich aus der hohen Bayrischen Handballzeit als ihre Heimatvereine der TSV Milbertshofen und der VfL Günzburg noch Erstligisten waren. Für die VfL-Deckung schwante dem Günzburger Coach nichts Gutes, da sein Gegenüber aus seiner Handballgeschichte ein Experte für offensives Deckungsverhalten sein musste.

So kam es auch: Die zuletzt kaum überwindbare weinroten Mauer sah sich einer ganzer Reihe durchdachter Auslösehandlungen ausgesetzt, und erinnerte stark an die Durchlässigkeit der bayrischen Grenze. Immer wieder brachen die Münchner komplett frei durch. Gleichzeitig stellten die Gäste mit gleich drei unterschiedlichen Deckungssystemen, die sie ständig abwechselten, den VfL vor immer neue Aufgaben. Bis zum 8:8 knacken beide Teams ausgeglichen die vielen Taktiknüsse. Dann erwiesen sie sich für die Gastgeber vorübergehend als zu hart. 8:12, gar 10:16. Zum zweiten Mal in der Runde überhaupt musste das Günzburger Deckungssystemen umgestellt werden. Doch es blieb vieles Stückwerk. Das 12:17 war kein schönes Ergebnis für Günzburger Fans, aber es war gerecht.

Die VfL-Ehre, ein Kabinen-Donnerwetter und der ungebrochene Support durch die Handball-begeisterten Günzburger und die Red Devils auf der eigens geöffneten Südtribüne, aber auch Kampfeslust veränderten die Einstellung. Das Team schaute dem komplexen oberbayrischen Handballtreiben nicht mehr zu, sondern nahmen das Heft des Handelns In die Wurfhände. Erst mit mäßigem Erfolg, aber immerhin: 16:19. Die VfL-Deckung setzte jetzt die Akzente, eine lange, packende Aufholjagd begann. 21:21! Fünfmal gingen die Münchner in Führung und fünf Mal glich der VfL aus. Es war die Phase des Gästetorwartes, der eine frühere Führung verhinderte und längst war es das Spiel von Lars Braun geworden. Der antrittsschelle A-Jugendspielmacher wurde neben einem clever mitspielenden Kreisläufer Daniel Jäger zum besten VfL-Angreifer: Erzielte selbst fünf Treffer und hebelte die SV-Abwehr immer wieder im Alleingang aus. Nach dem 26:26 gelang die erste, vom Publikum frenetisch gefeierte Führung der zweiten Hälfte. Mehrere der eingeladenen Flüchtlinge wurden nun VfL-Fans.

Der Gast mobilisierte die letzten Reserven oder schwanden den vorher dominanten VfL-Abwehrspieler die Kräfte? Viermal glichen nun die Kofler-Schützlinge aus. Christian Geiger, der sehr spät von der Bank kam verwandelte zweimal kaltschnäutzig. Andi Konopa kam als Joker doch noch zu einem Kurzeinsatz und machte ein erlösendes Rückraumtor. Die Eingewechselten waren kein Ersatz, sie domierten den mitreißende Fight. Das 31:30 war der Siegtreffer. Der tolle Gegner vergab den letzten Angriff auf Linksaußen, gerne hätten sie dafür einen Freiwurf oder gar einen Siebenmeter gehabt. Bitter - für die Unerlegenen. Ein Traum - für die Sieger, die Zuschauer standen, die Spieler lagen oder rannten im Übersprung wild durch die Gegend. Die Red Devils drehten durch, was auch sonst.

Über 60 Minuten boten die Schiedsrichter eine ausgezeichnete Leistung. Bei einem so engen Spiel wird jedem Pfiff scheinbar spielentscheidende Bedeutung beigemessen und jede knifflige Situation im Licht der Vereinsfarben interpretiert. Hier ohne Übertreibung Linie zu bewahren, gelang dem Gespann, was (nur) sechs Zeitstrafen in einem harten, umkämpften, aber fairen Spiel eindrucksvoll dokumentieren.





Es spielten: Bieber, Mendle; Rothbauer (1), Lehr (1), Konopa (1), Geiger (2), Leix (1), Braun (5), Barthel (2), Groß (7/4), Jensen (1), Hermann (2), Jäger (8) und Nief.


Damen 1

Mit einer überzeugenden Leistung gewannen die VfL Damen ihr Heimspiel gegen den TSV Schleißheim mit 38:22.
In der gut besetzten Rebay-Halle, die Freikartenaktion des VfL Günzburg hat sich gelohnt, warteten die Zuschauer gespannt auf den Anpfiff. In den ersten Minuten des Abtastens ging das Spiel auf beiden Seiten hin und her. TSV-Rückraumspielerin Christine Wagner netzte ihre Würfe ins Tor ein. Auf der anderen Seite traf ein variabler Günzburger Angriff in den gegnerischen Kasten. Beim Spielstand von 2:2 nach vier Minuten sollte jedoch der letzte Gleichstand auf der Anzeigentafel stehen. Die gut organisierte heimische Abwehr unterband nun besser die Wurfversuche aus dem Rückraum und im Angriff lief das muntere und gefällige Spiel weiter. Mit Tempogegenstößen, zweiter Welle, gekonnten Angriffe aus dem gebundenen Spiel und schönen Einzelaktionen brachten sich die VfL Mädels immer wieder in gute Wurfpositionen. Und die Trefferquote stimmte ebenso. Folglich setzten sich die Gastgeberinnen stetig und konstant ab. Über die Spielstände 8:4 nach 15 Minuten, 12:5 knapp 3 Minuten später, erspielte sich die Heimmannschaft bis zur Halbzeit einen 11 Tore Vorsprung (18:7). Auch die Auszeit der Gästetrainerin knapp in der 18. Minute brachte keine Wende.

Mit dem beruhigenden Vorsprung im Rücken setzten die Günzburgerinnen ihr gefälliges Spiel fort. Die Gäste fanden jedoch ein paar Minuten nach Wiederanpfiff bessere Wege durch die heimische Abwehr und konnten mit dem 22:13 in der 42. Minute geringfügig aufholen. Danach aber waren die „schlechten Minuten“ - es gibt wohl kaum ein Spiel ohne diese - des VfL vorüber. Die Abwehr arbeitet gut und der Angriff lief wie das ganze Spiel variabel und gefällig. In den letzten 10 Minuten machte sich auf Seiten des TSV der kleine Kader bemerkbar und die Kräfte und Konzentration der Gäste ließen etwas nach. Dies nutzten die Günzburgerinnen vermehrt für Tempogegenstöße. Beim Schlusspfiff stand 38:22 auf der Anzeigentafel.

„Heute haben wir für den Handball und insbesondere den Damenhandball richtig gute Werbung gemacht. Ich bin äußerst froh, dass ich über alle Positionen eine derart gleichmäßig besetzte Mannschaft habe. Das ist eine unserer Stärken.“ meinte ein zufriedener Trainer Markus Sandtner. Co-Trainer Reinhard Müller kommentierte ganz kurz: „Wir haben heute einfach gut gespielt“. Auch die Reaktionen der Zuschauer waren dementsprechend, Begeisterung mischte sich mit Respekt vor der Leistung der Mannschaft. Die Begeisterung übertrug sich auf ein 10-jähriges Flüchtlingsmädchen aus Afghanistan: sie möchte unbedingt auch Handball spielen und möglichst bald mit der weiblichen D-Jugend mittrainieren.

Es spielten: Lisa Gremmelspacher, Simona Machalova (TW), Franziska Aust (6), Judith Deutschenbauer (4/2), Annelie Galgenmüller (5), Catherina Harder (2), Evelyn Jorga (8/4), Patricia Kubasta (3), Cornelia Müller (5), Sandra Schaaf, Daniela Stoll (2), Tanja Stoll (3)



Männer 2 + Damen 2




Damen II zünden den weinrotenTurbo - Männer II gelingt Derbysensation
BOL-Damen:

Die Günzburger BOL- Handballerinnen wussten schon vor dem Spiel, dass die Punkte nur mit einer klasse Leistung an der Donau bleiben würden. Dazu mussten die Verletzungsgeplagten mit ihren jungen Spielerinnen schon über sich hinauswachsen und genau so kam es dann: BHC Königsbrunn mühte sich redlich, doch das Handball-begeisterte VfL-Team hatte den Heim-Turbo eingeschaltet: Quasi von "Null auf Hundert" rannten die Einheimischen zu einer schnellen 9:4-Führung. Wer nun dachte, die jungen Damen ließen nach, sah sich getäuscht. Das Gegenteil war der Fall, es wurde noch einen Gang höher geschaltet. 12:6 stand es zur Halbzeit. Das Spiel war vorentschieden. Bis zum 23:13 wurde weiter Vollgas gegeben, erst dann stockte der Motor etwas. Die Konzentration ließ nach und es wurde viel gewechselt und ausprobiert. Das 25:21 war am Ende ein schmeichelhaftes Ergebnis für charakterstarke Gäste, die nie aufgaben.

Harder (1), Ziegler (5), Galgenmüller (3), Matthes (1), L. Rösch (2), Müller (6), Latka (1), Betzler (1), Deutschenbauer (4) und A. Rösch (1).

BOL-Herren:

Sechs von sechs Spielen hatte der VfL Günzburg an diesem Wochenende bereits gewonnen. Das siebte und letzte Spiel war standesgemäß das Derby gegen den SCI. Nie war die Außenseiterrolle an diesem Wochenende größer: Tabellenletzter gegen Geheimfavorit. Die Schützlinge von Peter Kees und Harald Jekel setzten auf ordentlich Abwehrbeton. Der sehr defensiv eingestellte Abwehrriegel, hinter dem mit Dominik Ziegler ein Meister seines Fachs stand, war schon optisch kaum durchlässig. Dennoch gelang dem Favoriten der bessere Start. Über ein 0:1 hatten die Königsblauen bis zum 8:11 und 9:12 die Nase knapp vorn. Spielmacher Tobias Steck kam mit der Deckung überhaupt nicht zu recht, selbst die Möglichkeit zu Kreisanspielen war ihm genommen - ein Schlüssel zum späteren Erfolg. Individuelle Akzente konnte nur der beste SCI-Angreifer Patrick Müller mit technisch feinen Würfen setzen. Beim VfL war im Angriff Sebastian Schuller mit mutigen 1:1-Aktionen auffälligster Akteur. Als dann sein Bruder Julian ein paar Rückraumknaller auspackte, wurde die kämpferische Begegnung offen. Beim 12:12 war das Spiel gekippt. Beim 13:12 führte der VfL erstmals. Zur Überraschung der vielen Fans gingen beim 13:13 zwei Mannschaften auf handballerischersicher Augenhöhe in die Kabinen.

In der Halbzeit wurde über ein erlebnisreiches VfL-Wochenende diskutiert, die Derby-Halbzeit nachbesprochen und das "Tapfere Schneiderlein" ins Spiel gebracht. War er nicht der Letzte, dem "Sieben auf einem Streich" gelungen waren? Der VfL könntete mit einer Derby-Sensation nachziehen: Sieben Siege in sieben Spielen, das wäre schon was. Aber gegen den haushohen Favorten ...

Das Spiel war an Spannung kaum zu überbieten. Sechs mal stand es unentschieden, ehe der SCI mit 19:20 noch einmal führte. Stefan Märkl setzte jetzt wichtige Akzente im Angriff. Beim 21:21 war Entscheidungsreife. Torwart Dominik Ziegler wurde nun immer stärker. Die Weinroten zogen unterstützt von den Trommler in der Besetzung "Christian Scheel und Landesliga-Männer" urplötzlich davon. Erst hieß es 24:21 und 26:22 bei eigener Überzahl. Der Favorit schien in die Knie gezwungen, kampfstark wollte er wieder aufstehen. Doch die Zeit schwand und Dominik Ziegler vernagelte jetzt seine sechs Quadratmeter. Der krasse Außenseiter gewann verdient mit 27:24, gab die rote Laterne ab und hofft nun berechtigt über eine noch lange Saison den Klassenerhalt zu bewältigen.

Und der VfL? Er freut sich über den Coup und "Sieben auf einen Streich".

Es spielten: Ziegler, Frey; Kögl, Schmid (2), M. Förg, S. Schüller (8/3), J. Schüller (5), Märkl (5), Kees, Rennert (3), Rembold, Grimm (4) und G. Förg.

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