VfL Handball: Nachlese Seniorinnen + Senioren

Noch wichtiger als der deutliche 35:21 (14:9)-Sieg über den keineswegs enttäusschenden TSV Bobingen, war das Ende der Tabellen-Arithmetik: Der VfL Günzburg kann nun auch rechnerisch von seinen Konkurrenten nicht mehr eingeholt werden und ist in die Landesliga aufgestiegen.
Vor 400 Zuschauern, darunter auf der Gegentribüne eine ebenso imposante wie lautstarke Edelfan-Gruppe, die mit Trommeln, Lautsprechern, Sirenen und weinroten Gesängen ihre Mannschaft nach Leibeskräften antrieb, startete die jüngste Mannschaft der Liga bis zum 6:1 wie entfesselt. Danach zeigte aber auch der ehemalige Landesligist, der immer noch leise Abstiegssorgen hat, dass er wegen wichtigen Punkten und nicht als stiller Teilnehmer einer Meisterschaftsfeier in die Donaustadt gekommen war. Beim 11:7 und 12:8 musste der erneut starke Keeper Tizian Schmid schon ordentliches Können aufbieten um eine richtig enge Partie zu verhindern.
Trotz dem Harzverbot und einfacher wie doppelter Manndeckung erst gegen Andi Konopa und dann zusätzlich gegen Nico Jensen, kam dann aber der übliche läuferische Einbruch des Gegners. Innerhalb von Minuten wurde aus dem 14:9 in nicht ungefährlicher Handball-Schlagdistanz zur Halbzeit ein überdeutliches 18:9 und 21:10. Mit präzisen "Zieglerpässen" von Torwart Schmid und einer lauffreudigen zweiten Welle um Turbo Raphael Groß war der Gegner urplötzlich überrannt. Da sich jeder einzelne Spieler ins geschlossene Spielsystem einbringen wollte und auch der zweite Torwart Tobias Heinrich, der Verletzungs-Pechvogel einer ansonsten stressfreien Saison, ein imponierendes Comeback gab, wurde der Vorsprung kontinuierlich bis zum 35:21-Endergebnis ausgebaut.
Danach gehörte die Halle der Freude der Spieler und ihren Freunden, den Fans. Man spürte was die ersehnte Rückkehr auf die Verbandsebene, in die Landesliga, dem Verein und dem Handball-begeisterten Team um Kapitän Axel Leix bedeutet. "Das Imperium schlägt zurück" war spaßig auf den Meister-T-Shirts formuliert. Für einen Verein mit Europapokalgeschichte natürlich eine jugendlich gewagte Formulierung, Aufsteigen ist aber ein hartes Brot im Sport und als Bezirksoberligst muss selbst ein "Imperium" zunächst mit einem Landesligaaufstieg zurückschlagen.
Mit dem Aufstieg ist die größte Krise des Günzburger Männerhandballes seit dem Bundesligarückzug gebannt. Vor zwei Jahren drohte ein kompletter Absturz ins BOL-Mittlemaß, so ausgedünnt war der Kader, so sehr hatte sich eine ungewollte einseitige Priorisierung des Jugendhandballes EInzug verschafft. Die enge Verzahnung zwischen A-Jugend und Männern zusammen mit dem zweimaligen Bundesligatraum brachte die Wende. Bis auf den Langenauer Tobias Heinrich spielten nur Günzburger Handballschüler die Aufstiegspartie.
Das ist der viel beachtete "Günzburger Weg".. Großen Anteil am schönen Modell hat der zwölffache Torschütze Raphael Groß. Er entschied sich letztes Jahr zwischen einer Drittliga-Offerte und BOL-Niederung für seinen Heimatverein.Diesem Vorbild folgten die A-Jugendlichen das aktuellen Bundesligajahrganges bis auf Jannik Staiger, der im besten Verhältnis zu seinem Heimatverein zurückkehrt. Aus dem Sorgenkind "Männerhandball" wurde so urplötzlich eine glänzende Perspektive.
Damen

Günzburgerinnen kehren mit einer weiteren Niederlage aus Schleißheim zurück.
Wieder mal nahmen es die Günzburgerinnen mit ihrer Treffergenauigkeit nicht so genau und scheiterten noch zusätzlich am eigenen Nervenkostüm.
Wie schon bei den Niederlagen gegen Freising und Ingolstadt, rächte es sich abermals, gegen die bis in die Haarspitzen motivierten Schleißheimerinnen, dass halbherzig geworfene Würfe nicht ihr Ziel fanden. Im Gegenzug trafen die Einheimischen, mit schulmäßigem Gegenstoßverhalten in den Maschen des Günzburger Gehäuses. Auf Günzburger Seite verhinderte ein gutes Duzend an verworfenen Groß-Chancen und die Schwäche vom Siebenmeterstrich einen Sieg.

Und wieder einmal hatten die Günzburgerinnen dabei einen perfekten Start hingelegt, um sich danach durch Nachlässigkeiten das Leben selber schwer zu machen.
Der Gegner bedankte sich auf seine Art und Weise und die weinrote Herrlichkeit schaute ungläubig auf die Hallenanzeige. Immer wenn Günzburg wieder aufs Tempo drückte und die Nahtstellen des gegnerischen Abwehrverband suchte waren sie erfolgreich. Das kann zweifelsohne auch mit Schmerzen verbunden sein, Grundvoraussetzung im Handballsport. Damit hatten die Günzburgerinnen auch Erfolg, denn dies führte meistens zum Torerfolg oder zu Strafwürfen. Doch anstatt im Stile einer Spitzenmannschaft die Chancen zu verwerten, leisteten sich dann Evelyn Jorga, Ardiana Merditaj und Verena Oberling auch noch den Luxus, von 8 gegebenen Siebenmetern-Strafwürfen, fünf davon nicht zu verwerten.

Das Spiel der Schleißheimerinnen war im Gegensatz zum Spiel der VfL Damen, konsequent im Aufbau, mit der nötigen Härte in der Abwehr und einer überragenden Effektivität im Torabschluss. Günzburg versuchte sich immer wieder mit Einzelaktionen und lief dabei ins offene Messer. Die Führung wechselte ständig hin und her, Die VfL Damen profitierten noch am meisten davon. Doch dann folgten wiederum geistigen Pausen, die zu Toren des Gegners führten. Im Anschluss mussten sich die Legostädterinnen den Erfolg wieder hart zurück erkämpfen, um im Rennen zu bleiben. Wie so oft hat der kämpferische Einsatz bei fast allen Spielerinnen gepasst, nur an der mangelnden Cleverness fehlte es zum wiederholten Male. Nach dem Geschmack von Günzburgs Trainergespann Mayer/Jekel die letzten Wochen eindeutig zu viel für einen ambitionierten Landesligisten, der sich selbst höhere Ziele gesteckt hat.
Bis zum Spielstand von 16:19 in der 36 Minute hatten die Günzburgerinnen noch Erfolg damit, ein Handballspiel so aufzubauen. Einzelaktionen von Verena Oberling und Annelie Galgenmüller führten zu Toren. Ein weiterer Strafwurf wegen Foulspiel an Ardiana Merditaj verwandelte diesmal Daniela Stoll treffsicher und die Weinroten konnten beim 19:21 letztmalig in Führung gehen. Danach folgte eine Manndeckung gegen Merditaj und Günzburgs Angriffsbemühungen gerieten ins Stocken. Da auch die sonst so stark parierenden Torhüterinnen Lisa Gremmelspacher und Simona Machalova nicht gerade ihren besten Tag erwischten, nahm das Unheil seinen Lauf.

Schleißheim bestrafte ab der 45 Minute jede noch so kleine Nachlässigkeit mit einer Konsequenz, die eigentlich dem bis dato Zweitplatzierten VfL Günzburg zu Gesicht stehen sollte. Am Ende, beim Stand von 34:27, war auch in dieser Höhe der verdiente Sieger gekürt.

Trainer Mayer nahm es selbstkritisch: „Vielleicht habe ich meinen Spielerinnen mit der Chance zum Bayernligaaufstieg viel zu viel Druck gemacht. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der Aufstieg für einige Spielerinnen zu früh kommt oder auch die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit bedeutet. Vielleicht ist es auch besser, weiterhin in der Landesliga zu bleiben, denn die Liga bietet noch eine große Herausforderung für uns auch die nächsten Jahre. Wir müssen jetzt in der Tabelle eher nach hinten blicken, denn eh wir uns versehen, stehen wir mit solchen Leistungen wie zuletzt im Mittelfeld der Liga.“


Spielverlauf: 1.Hz.: 1:4, 2:5, 7:5, 10:6, 11:11, 11:13, 13:14 .- 2.Hz.: 13:15, 16:15, 16:19, 19:19, 19:21, 24:21, 26:23, 30:24, 33:25, 34:27

Für den VfL spielten:
Lisa Gremmelspacher, Simona Machalova (im Tor), Conny Müller (4), Annelie Galgenmüller (4), Verena Oberling (4), Judith Deutschenbauer (4/2), Ardiana Merditaj (3), Sandra Schaaf (2), Franziska Aust (2), Daniela Stoll (2/1), Isabelle Mengele (1), Tanja Stoll (1), Evelyn Jorga



Besuchen Sie uns:

VfL - Handball allgemein: http://handball.vfl-guenzburg.de/index.php/home

VfL - Jugendhandball : https://sites.google.com/site/vflguenzburghandball...

Facebook : https://www.facebook.com/vflguenzburghandball?ref=...



" Der Günzburger Weg "
unsere Jugend
unsere Zukunft
unser Weg
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.