VfL Handball: Nachlese Seniorinnen + Senioren

Schon wieder musste der VfL Günzburg ein Heimspiel mit einer Gedenkminute beginnen. Kürzlich verstarb der langjährige Mannschaftsarzt der VfL Handballer Dr Christian Czechl. Er gehörte zu den unverwechselbaren Gesichtern der größten Günzburger Handballerfolge zu Erst- und Zweitligazeiten. Dr Christian Czechl war nicht nur Arzt und Ratgeber in allen Lebenslagen, sondern übernahm als der Bundesligahandball einmal in unruhige Fahrwasser geraten war im sogenannten Sechsergremium Verantwortung in der Abteilungsleitung.

In der BOL-Begegnung selbst waren die Günzburger Handballer gegen Schlusslicht TSV Gersthofen drückend überlegen. Nach einem 5:1-Blitzstart stand es zur Halbzeit 14:8. Am Ende wurde auch in der Höhe verdient mit 31:18 gewonnen. Die ohnehin arg gebeutelten Gäste mussten im Spiel auch noch auf ihr erkranktes Rückraum-Ass verzichten, verschleppten geschickt das Tempo und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Bis zum 7:5 ärgerten sie den VfL ordentlich. Ein energischer Zwischenspurt auf 13:5, bei dem Torwart Tobias Heinrich immer wieder Ausgangspunkt für schnelle Gegenstöße war brachte die Vorentscheidung. Kreisläufer Niko Hermann outete sich in dieser Phase als brandgefährlicher Gegenstoßspieler. Nichts ändern am Spielverlauf konnte der Kurz-Einsatz des 51jährigen, 234-fachen ehemaligen Nationalspielers Holger Winselmann in dieser Phase. Als sportliches Vorbild wollte der Trainer seinem Team in großer Personalnot nicht nur von der Bank aus helfen.

Einen riesen Schreck gab es noch vor der Halbzeit als der beste Günzburger Abwehrspieler Max Schubert ohne Gegnereinwirkung mit einem Schmerzenschrei und einer offensichtlichen Fußverletzung zu Boden ging und Minuten-lang behandelt werden musste. Mittlerweile ist wenigstens ein Bruch ausgeschlossen. Der Sprunggelenksapparat muss nun noch abschließend vom Orthopäden untersucht werden. Der VfL hofft für den unverzichtbaren Vielspieler in A-Jugend und bei den Männern nur eine kurze Pause und keine Schmerzen.

In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel dahin. Günzburg zeigte gegen einen vorbildlich kämpfenden Gegner immer wieder seine Überlegenheit ohne zu glänzen. Ein schönes Abschiedsspiel war es für Helmar von Fritsch. Vor dem Spiel bekam er von der Mannschaft ein Bild mit seinen weinroten Kameraden zur Erinnerung überreicht, danach erzielte er sein letztes VfL-Tor und setzte besonders in der Schlussphase seine Handballfreunde mit viel Übersicht ein.

Es spielten: Heinrich, Schmid T., Rothbauer (2), Schubert, Konopa (6), Geiger (2), Schmid M. (1), Hermann (5), Rennert (4), Jensen (3), v. Fritsch (1), Jäger (1) und Groß (6/1).


Damen

Wie befürchtet hatten Günzburgs Handballdamen beim Aufeinandertreffen mit dem Fünftplatzierten SV München-Laim eine ganz schwere Aufgabe vor sich. Um sich für die deutlichen Niederlagen aus dem Vorjahr zu revanchieren, mussten die Günzburgerinnen körperlich an ihre Grenzen gehen. Dabei machten es sich die Weinroten jedoch selber schwer, denn zahlreiche technische Fehler und misslungene Anspiele waren im Günzburger Spiel zu finden. Durch das Auslassen von Großchancen sorgten die Einheimischen immer wieder für unnötige Hektik, standen sich dabei selber im Weg, lieferten aber dafür ihren Zuschauern eine spannende Partie ab.
Im Großen und Ganzen überzeugten die Günzburgerinnen mit kämpferischem Einsatz und einer tollen geschlossenen Abwehrleistung.
Dem Zweitplatzierten war es gelungen, die spiel-und wurfstarken Spielerinnnen vom SV München-Laim, nur bedingt zur Entfaltung kommen zu lassen. Ardiana Merditaj und Torhüterin Simona Machalova waren mit ihren überragenden Leistungen die Garanten für den Sieg gegen den einst hochgehandelten Titelfavoriten.

Günzburg hatte zu Beginn schnell ins Spiel gefunden sich eine verdiente 4:1 Führung erspielt. Danach häuften sich die Fehler bei den Einheimischen.
Die Laimerinnen nutzten die Schwächephase sofort zum Ausgleich und der Schlagabtausch war eröffnet. Verena Oberling, die sich im Spiel gegen Marktoberdorf an der Halswirbelsäule verletzt hatte, konnte die Woche über nicht trainieren und war gehandicapt. Trotzdem stand Oberling von Anfang an auf dem Spielfeld und konnte mit ihren beiden Strafwürfen wieder eine 6:5 Führung erzielen. Die VfL Damen wirkten weiterhin gehemmt und versäumten es, ihre Chancen zu nutzen. Auch Laim schwächelte, denn Simona Machalova hielt mit ihren Paraden ihre Mitspielerinnen im Spiel und erwies sich im Günzburger Gehäuse als großer Rückhalt.Trotz spielerischen Defiziten passte zumindest der läuferischen und kämpferischen Einsatz der Weinroten. Angetrieben von der unermüdlich kämpfenden Ardiana Merditaj und weiteren Treffern von Galgenmüller, Deutschenbauer und Tanja Stoll, hatten sich die Günzburgerinnen wieder eine 4 Tore-Führung erspielt (10:6). Ein weiterer unhaltbar verwandelter Strafwurf von Evelyn Jorga erbrachte den erfreulichen 11:8 Halbzeitstand für die Günzburgerinnen.

Die VfL Damen erwischten wieder den besseren Start in die zweite Spielzeit. Evelyn Jorga hämmerte ihren Siebenmeter zum 15:11 ein. Doch im weiteren Spielverlauf ist es den Günzburgerinnen immer noch nicht gelungen, zur Lockerheit und dem Spielwitz zurückzufinden, das die Weinroten schon in vielen Spielen zuvor gezeigt hatten.
Der Einsatz stimmte weiterhin, doch die Chancenverwertung war weiterhin mangelhaft. Günzburg profitierte davon, dass auch die Laimerinnen nicht gerade mit Effizienz überzeugen konnten, denn auch die Münchnerinnen hatte oft Pech mit ihren Abschlüssen oder scheiterten weiterhin an Machalova. Dafür stimmte bei beiden Mannschaften weiterhin der kämpferische und läuferische Einsatz. Beim Einsatz der Mittel agierten jedoch beide Mannschaften teilweise grenzwertig gegenüber ihren Gegenspielerinnen.
In dieser Phase des Spiel hatten die beiden Unparteiischen dann auch nicht ihren stärksten Tag erwischt, denn zahlreiche Entscheidungen des Gespanns,sorgten für Unverständnis bei Spielerinnen, Trainern und Zuschauern auf beiden Seiten.VfL-Coach Harald Jekel monierte: "Normale Fouls wurden überhart bestraft und Fouls, die teilweise die Gesundheit der Spielerinnen gefährdet hatten, wurden gar nicht geahndet. Da ist es nicht verwunderlich, wenn noch mehr Härte ins Spiel kommt und sich die Trainer schützend vor ihre Spielerinnen stellen."

Günzburg lag weiterhin in Führung, versäumte es aber sich abzusetzen. Die starken Laimerinnen, die solche Spiele schon so oft zum Ende hin, für sich entschieden hatten, wurden immer stärker und hatten erstmals zum 21;22 die Führung übernommen. Die Rechnung von Gästecoach Oliver Götsch, die beiden Punkte aus der Legostadt zu entführen, schien aufzugehen. Doch Günzburg hielt mit einer starken mannschaftlichen Geschlossenheit entgegen und hatten mit Ardiana Merditaj und Simona Machalova ihre überragenden Spielerinnen auf ihrer Seite. Merditaj brrchte mit ihrem neunten Treffer zum 25:23 die Weinroten endgültig auf die Siegerstrasse und avancierte so zur Matchwinnerin. Den Münchnerinnen gelang zwar noch der Anschlußtreffer, doch eine großartig kämpfende Günzburger Mannschaft hatte in dreißig spannenden Minuten die starken Spielerinnen vom SV München-Laim niedergekämpft.

Spielverlauf:
1.Hz. 4,1, 4:4, 6:6, 10:6, 10:8, 11:8 .- 2. Hz.: 12:9, 12:11, 15:11, 15:13, 16:15, 17:16, 18:18, 20:18, 20:20, 21:21, 21:22, 22:22, 23:23, 225:23, 25:24.

Für den VfL spielten:
Simona Machalova, Lisa Gremmelspacher (im Tor), Ardiana Merditaj (9/2), Evelyn Jorga (4/3), Verena Oberling (3/2), Annelie Galgenmüller (2), Judith Deutschenbauer (2), Tanja Stoll (2),Franziska Aust (2), Conny Müller (1), Patricia Kubasta, Daniela Stoll,
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