VfL Handball: Nachlese Seniorinnen + Senioren

Wie der VfL Günzburg den TV Gundelfingen vor 800 Zuschauern dank einer Glanzleistung überrollt
und in der Bezirksoberliga-Tabelle überholt

Jetzt ist alles möglich für die Weinroten. Nach einem wirklich großartigen Auftritt gewannen die Bezirksoberliga-Handballer des VfL Günzburg gestern Abend das Gipfeltreffen gegen den bisherigen Tabellenführer TV Gundelfingen überdeutlich 34:21 (17:10). Damit setzten sich die Jungs von Trainer Stephan Hofmeister selbst an die Spitze von Schwabens höchster Spielklasse. Sie halten nun alle Trümpfe in der Hand, um am Ende der Runde den erhofften Aufstieg in die Landesliga zu packen. Dass der auch erwartet wird, bestätigte der Sportliche Leiter der VfL-Handballer nach der Schlusssirene zumindest indirekt. „Jetzt sind wir richtig auf Kurs“, sagte Robert Mayer – und wirkte dabei eher erleichtert als euphorisch.
Los ging’s mit einer Schweigeminute für den eine Woche zuvor durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommenen, früheren VfL-Jugendhandballer Philippe Majsai. Dann gehörte die Halle den zwei besten Bezirksoberliga-Mannschaften dieser Spielzeit – und den 800 begeistert mitgehenden Fans, von denen eine ganze Menge den kurzen Weg aus Gundelfingen gekommen waren. So richtig Grund zur Freude hatten anschließend freilich nur noch die Sympathisanten der Weinroten. Die Gastgeber befanden sich nämlich von Beginn an im Aufstiegs-Modus, spielten variantenreich, präzise und vor allem viel zu schnell für den bisherigen Tabellenführer. Vorne trafen die Günzburger, von ihren Teamkollegen immer wieder wunderbar freigespielt, fast nach Belieben – hinten hatten sie eine bestens vorbereitete Abwehr, zwei gute Torhüter und, ja, auch ein bisschen Spielglück, dass die Gundelfinger in der ersten Halbzeit gleich vier Mal die Torumrandung trafen. Ergebnis einer ersten Spielhälfte, die einseitiger verlief, als es die meisten Experten vorausgesagt hatten, war ein sattes Tore-Polster für die Einheimischen. Zwischenzeitlich hatten sich die Günzburger sogar einen Acht-Tore-Vorsprung erarbeitet. Und den vergrößerte ihr erfolgreichster Werfer, Raphael Groß (er kam auf insgesamt zehn Treffer), kurz nach dem Seitenwechsel auf neun Tore. 19:10 stand es in der 33. Spielminute. Sekunden später kassierten die Gäste eine Zeitstrafe, an deren Ende es 22:10 stand und weil der Gundelfinger Bastian Hander ob des eindeutigen Spielstands gar so frustriert war, handelte er sich direkt im Anschluss gleich die nächsten zwei Minuten ein. Spätestens damit war das ohnehin einseitig verlaufende Spitzen-Derby vorzeitig entschieden. In der verbleibenden Spieldauer durften sich die Zuschauer über Schauwerfen auf hohem Niveau freuen.
Freude kam auch bei VfL-Coach Hofmeister auf. Für ihn war die brillante Darbietung seiner Handballer vor allem das Resultat einer konsequenten Vorbereitung. „Die Mannschaft hat sich um 13 Uhr zum Mittagessen getroffen, um 15 Uhr den Gegner auf Video angeschaut. Wir waren total fokussiert und haben alles, was wir können, rausgelassen“, sagte er. Und dann bemühte Hofmeister noch einen Superlativ, indem er frohgemut formulierte: „Es war das mit Abstand beste Spiel, seit ich da bin.“
VfL Günzburg T. Schmid, Ziegler - Rothbauer (2), Lehr, Konopa (8), Geiger, Nief, M. Schmid, Müller (3), Rennert (2), Jensen (4), Hermann (3), Jäger (2), Groß (10)


Damen


Im Landesliga Spiel zwischen dem VfL Günzburg und dem TSV Herrsching hatte Verena Oberling bei vierzehn Versuchen eine hundertprozentige Trefferausbeute erzielt. Damit hatte Oberling wohl den größten Anteil daran, dass Günzburgs Gegnerinnen vom Ammersee, mit einer 36:18 „ Packung“ auf die Heimreise geschickt wurden.
Hätte Günzburgs Trainerteam Oberling nicht noch eine Pause gegönnt, wer weiß, wie viele Buden der Neuzugang aus Burlafingen gemacht hätte.
Auffallend auch bei Oberlings starker Partie: Die Weinroten hatten die letzten Jahre mit ihren Neuzugängen immer ein glückliches Händchen, seien es die Torhüter oder die Feldspieler, allesamt erwiesen sich bisher als die richtigen Verstärkungen.
Gleich zu Beginn der ersten Halbzeit, hatten die Mayer/Jekel Schützlinge den deutlich besseren Start. Angeführt von der oben erwähnten Verena Oberling und einer zunächst schier unüberwindlichen Günzburger Abwehrreihe mit der starken Torhüterin Lisa Gremmelsbacher im Rücken, setzten sich die VfL Damen schnell auf 7:1 ab. Dabei zeigte sich gerade in den Anfangsminuten die ehemalige Württembergliga-Spielerin Oberling sehr treffsicher und hatte schon sechs ihrer vierzehn Treffer erzielt.

In dieser Phase mussten die Oberbayerinnen, die ersatzgeschwächt die Reise ins Schwabenland angetreten hatten erkennen, dass sie gegen die körperlich deutlich überlegenen Weinroten einen kämpferisch und läuferisch hohen Aufwand betreiben mussten, um nicht weiterhin unter die Räder zu kommen. Die Auszeit der Gäste brachte erst mal keine Besserung, so dass die Einheimischen weiterhin den Turbo zündeten und durch einen Treffer von Isabelle Mengele eine komfortable Acht-Tore- Führung erzielten (12:4). Danach kam der Günzburger Motor kurzfristig ins stocken, da die Günzburerinnen in ihrem engagierten Abwehrspiel nachließen und im Angriff leichtfertig ihre schön herausgespielten Überzahlsituationen liegen ließen. Die kleinen Fehler der VfL Damen nutzten die Herrschingerinnen gleich aus, um einigermaßen den Anschluss zu halten. Günzburg erzielte über Verena Oberling und Annelie Galgenmüller noch zwei Treffer. Der TSV Hersching erzielte vier Treffer was zur Unzufriedenheit bei Günzburgs Trainergespann führte, denn bis auf die zehnminütige Schwächephase hatten die Günzburgerinnen eine ganz starke Vorstellung abgeliefert.
Beim Stande von 14:8 wurden die Seiten gewechselt.

Zu Beginn der zweiten Hälfte folgte dann das, was auch abzusehen war. Die Herrschingerinnen, die nur mit zwei Auswechselspielerinnen angetreten waren, mussten dem hohen Tempo und der starken Günzburger Bank Tribut zollen. Die physische Präsenz der körperlich und technisch gut ausgebildeten Spielerinnen aus der Legostadt brachten den Gästen zunehmend Nachteile. Auf Günzburger Seite konnte man es sich sogar erlauben, mehrere Variationen in der Abwehr und im Angriff zu versuchen. Dabei gelang dann den Einheimischen so ziemlich alles. Günzburgs Rückraum mit der überragenden Verena Oberling und ihren Nebenspielerinnen Müller, Stoll und Aust war in der zweiten Hälfte von den Herrschingerinnen zu keiner Phase mehr in den Griff zu bekommen. Catherina Harder lieferte auf der Außenposition im Angriff ebenfalls eine tadellose Leistung ab und zeigte was in ihr steckt.
Günzburg konnten es sich weiterhin erlauben die angeschlagenen Spielerinnen zu schonen um Kräfte zu sparen. Hersching hatte dabei überhaupt nichts mehr entgegenzusetzen und sehnte sich ersatzgeschwächt nach dem Schlußpfiff. Beim 36:18 war dann das einseitig gestaltete Spiel beendet.

Jetzt haben die Weinroten nach ihrer beeindruckenden Leistung wieder den zweiten Tabellenplatz inne und Anschluss mit den Spitzenmannschaften Ottobeuren und Ingolstadt gehalten.

Spielverlauf:
1.Hz. 7:1, 9:2, 11:3, 13:5, 14:8, .- 2. Hz. 15:8, 17:9, 18:11, 21:11, 24:13, 26:16, 31:16, 31:17, 35:17, 36:18

Für den VfL spielten:
Lisa Gremmelsbacher, Simona Machalova (im Tor), Verena Oberling (14/1), Conny Müller (4), Catherina Harder (4), Franziska Aust (4), Tanja Stoll (3/1), Sandra Schaaf (3), Annelie Galgenmüller (2), Daniela Stoll (1/1), Isabelle Mengele (1), Ardiana Merditaj (1), Annika Betzler, Judith Deutschenbauer
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