VfL Handball: Nachlese Seniorinnen + Senioren

Im Duden wird der fränkische Begriff "Pflunze" völlig zu Recht nicht geführt. Seit Samstag wissen die Günzburger Handballer trotzdem was das ist. Die ersten 10 Minuten waren schwer greifbar.
Mit 20:34 (8:15) entführten die Günzburger beide Punkte von der Singold an die Donau. Trainer Hofmeister schwante vor Spielbeginn nichts Gutes. Dauernebel, frühe Dunkelheit und jugendliche Leichtfertigkeit erzeugten vor dem Spiel eine wenig erfolgsversprechende Grundhaltung. Der erfahrene Coach setzte daher auf Kältetherapie und ließ seine überraschten Spieler den allgemeinen Einwärmungsteil im Freien absolvieren. Alle Lebensgeister wurde dadurch noch nicht geweckt. Es begann eine erstaunliche Anfangsphase, die man keinem Handballzuschauer wünscht. Beide Mannschaften brauchten ungefähr 10 Minuten um sich an den sehr speziellen Ball zu gewöhnen. Als stolzer Besitzer gelang das der Heimmannschaft natürlich besser. Es schien als würden die Günzburger kein Tor erzielen können. Ein 3:0 auf der Anzeigentafel nach einem Halbzeitdrittel dokumentiert diesen seltenen Vorfall eindrucksvoll.
Angefeuert vom toll pushenden Kapitän Reini Müller, natürliche Anpassung an schwierige Lebensumstände wie dieses runde Ding, etliche Ein- und Auswechslungen, aber auch starke Unterstützung durch die mitgereisten Fans, beendeten die Torflaute. Beim 3:3 nach erstaunlichen 12 Minuten war das Unentschieden erreicht. Bis zum 6:6 hielten die unorthodox spielenden Gastgeber mit. Dann war der sogenannte Ball bespielbar, die Weinroten kamen in Schwung. Ausgangspunkt war immer wieder Torwart Dominik Ziegler, der nicht nur prima parierte, sondern mit präzisen Gegenstoßpässen seine Mitspieler toll einsetzte. Beim urplötzlichen 6:13 war das Spiel vorentschieden und der Start Anekdote. Gewechselt wurde beim 8:15.
Auch nach der Halbzeit spürte man jeder Zeit das Bemühen die Anfangsphase vergessen zu machen und jagte von Torerfolg zu Torerfolg. Das 20:34 war ein leistungsgerechtes Ergebnis. Wichtig für die Wende im Spiel waren die drei A-Jugendlichen Max Schubert, Nico Jensen und Daniel Jäger, die ihren Handball-Non-Stop am Samstag um 08.30 Uhr mit der Abfahrt nach Balingen begannen und abends in Bobingen gegen 20.45 Uhr beendeten. Nach dem Spiel freuten sie sich nicht nur über die zwei Punkte, sondern auch auf ihren eigenen Ball.
Es spielten: Heinrich, Ziegler; Rothbauer (4), Schubert (3), Konopa (4), Leix (2), Geiger (1), Schmid, Müller (5), Rennert (6/2), Jensen (6), Jäger (3) und Groß.


Damen


Ein am Ende ungefährdeter Sieg der Gäste aus Günzburg prangte an der Anzeigetafel der Lechhausener Sporthalle. 25:28 hatten die Günzburgerinnen die Augsburgerinnen besiegt. Dazwischen lagen sechzig Minuten, in denen die Weinroten zwischen Licht und Schatten agierten und mit Halbgas das Schlusslicht besiegten.

Günzburgs Trainerteam schenkte in den Anfangsminuten ihr Vertrauen einer blutjungen Anfangsformation.
Bis auf Torhüterin Simona Machalova und Judith Deutschenbauer, die auf Linksaußen die verletzte Evelyn Jorga vertrat, standen nur Spielerinnen auf dem Spielfeld, die vor nicht allzu langer Zeit in der A-Jugend gespielt hatten oder immer noch dort spielen. Der Jüngsten im Team, Annelie Galgenmüller, war es dann auch vorenthalten, mit ihrer Durchsetzungskraft dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Immer wenn Galgenmüller am Ball war, wurde es gefährlich für die TSG.

Nach gutem Beginn, aber schlechter Chancenverwertung lagen die Günzburgerinnen schnell mit zwei Toren im Hintertreffen. Die Schützlinge von TSG- Urgestein Willi Kubasta machten es den Legostädterinnen schwer. Mit ihrer bekannten Spielweise, die im Angriff immer knapp am Zeitspiel sich befand, hatten die Kubasta Schützlinge Erfolg damit, den Spielfluss der spielstarken Günzburgerinen zu unterbinden.Die Lechhausnerinnen hatten immer die Nase vorn, ehe dann Judith Deutschenbauer mit ihrem zweiten Treffer zum 6:7, erstmals die Günzburger Führung erzielte. Die Führung hielt nicht lange. Die TSG konnte wieder ausgleichen und später sogar auf 10:8 erhöhen. Diesen Rückstand münzten dann die 94, 95 und 96-Jahrgänge, Tanja Stoll, Ardiana Merditaj, Conny Müller und Annelie Galgenmüller mit ihren Treffern zu einer 12:13 Halbzeit-Führung um.


Auch nach der Pause versuchte die TSG das Spiel ein wenig zu verschleppen, um dann im richtigen Moment die Weinroten wieder in Bedrängnis zu bringen. Mit Erfolg, denn Günzburg lag schon wieder mit 15:14 im Hintertreffen. Das war dann aber auch die letzte Führung der Augsburgerinnen. Ab diesem Zeitpunkt dominierten die Günzburgerinnen das Spiel und gewährten weiterhin allen Spielerinnen reichlich Spielanteile. In dieser Phase zeigten sich Annelie Galgenmüller, Verena Oberling und Franziska Aust sehr treffsicher und legten einen 5:1 Lauf hin. Augsburg konnte zwar nochmal den Anschluss halten, doch das Gefühl, dass es für die VfL Damen nochmals gefährlich werden konnte, hatte im Günzburger Lager niemand mehr. Die Legostädterinnen hatten sich bis dahin geschont und erweckten den Eindruck, noch zulegen zu können, wenn Bedarf besteht. Am Ende siegten die Günzburgerinnen verdient mit 25:28 und die Pflichtaufgabe war mit Halbgas erledigt.

Spielverlauf: 4:2, 4:4, 6:7, 10:8, 10:12, 12:13.- 2. Hz. 14:13, 15:18, 17:20, 21:22, 22:26,25:28

Für den VfL spielten:
Simona Machalova, Lisa Gremmelsbacher (im Tor), Annelie Galgenmüller (7), Verena Oberling (6/3), Ardiana Merditaj (5/1), Tanja Stoll (4/2), Franziska Aust (3), Judith Deutschenbauer (2), Conny Müller (1), Sandra Schaaf, Annika Betzler, Isabelle Mengele, Patricia Kubasta, Catherina Harder,
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