VfL Handball: Nachlese Seniorinnen + Senioren

Am vergangenen Sonntag stand für das Landesliga-Damen- und das JBLH-Team eine gemeinsame Veranstaltung auf dem Vorbereitungsplan: Stefan Sillmann der sich selbst als Coach, Trainer und Speaker bezeichnet war angekündigt. Nachdem im Handballtraining viel Körperliches verlangt wird und "Geist und Seele" unverhältnismäßig vernachlässigt werden, wollten die Trainer Robert Mayer und Stephan Hofmeister einen anderen Reizpunkt setzen. Schließlich wissen auch die strengsten Trainer, dass die Dinge im Kopf entschieden werden.

Auf Vermittlung von Hans Peter Beer kam der Wahl-Murnauer und frühere Investmentbanker, der als langjähriger Torwart Handballwurzeln hat, gerne zu den Sportlern an die Donaustadt. Der eloquente Lebensbegeisterte zog die jungen Damen und noch jüngeren Herren schnell in seinen Bann. Anschaulich zeigte der Referent, wie wertvoll guter Mannschaftsgeist für persönlichen Krafteinsatz ist und wie stark umgekehrte negative Gedanken Leistung lähmen. Irgendwie wusste auch schon jeder, dass Focusierung und Konzentration auf das Wesentliche zielfördernd sind, erstaunt waren die Weinroten aber schon wie anschaulich das in kleinen Versuchen dargestellt werden konnte.

Wichtig war Stefan Sillmann die persönliche Verantwortungsübernahme für das Erreichen gemeinsamer sportlicher Ziele. Man(n) (und Frau) muss sich aufeinander verlassen können. Und jeder in der Gruppe muss zum guten Ganzen Pflichten, die seiner Fähigkeit und Position entsprechen, zuverlässig übernehmen, damit die Mannschaft tatsächlich mehr ist als die Summe der starken Individualisten, ist.

Damen und Jungs formulierten dann für ihre Teams Schlagzeilen, die sie nach gespielter Saison über sich in der Günzburger Zeitung am liebsten lesen würden. Bei den Damen reichten sie von "VfL-Damen schaffen Aufstieg in die Bayernliga, über „Verletzungsfreie Saison beim VfL" bis hin zu "Alle Spielerinnen bleiben beim Verein": Bei der A-Jugend hoffen die Realisten auf "VfL besser als erwartet", die Kühnen auf "Wow-Platz 6" , "Neuer Zuschauerrekord" oder ganz weinrot: "VfL-Doppelsensation mit Aufstieg und Klassenerhalt": Hohe Ziele sind keine Bürde, sondern Ausdruck von Vertrauen in sich und in das Team. Es liegt dabei in der Natur von Visionen und an starken Gegner, dass Ziele nicht immer exakt erreicht werden. Wenn man aber alles dafür getan hat, darf man dennoch mit sich und der Handballwelt zufrieden sein. Im "schlimmsten" Fall hat man etwas gelernt.

In der Halle vertrauten sich die Spielerinnen und Spieler dann bei einem Rückwärtssprung vom hohen Kasten in das zumindest mögliche Nichts ihren Mannschaftskameraden an. Klar wussten sie, dass die Teamkollegen fangbereit dahinter standen, aber sehen konnten sie die Rettung vor dem Sturz auf den harten Boden der Realität nicht. Ein wenig Mut und Zutrauen braucht man da schon. Wie im richtigen Handballspiel konnten sich die Mannschaften auch bei dieser Vertrauensübung aufeinander verlassen. VfL ist schließlich VfL. Da wird keiner fallen gelassen.

Stefan Sillmann fuhr danach nicht gleich zurück zum schönen Staffelsee, sondern führte noch etliche Einzelgespräche mit A-Jugendlichen, schaute sich eine Trainingseinheit an und beobachtete auch noch eine Halbzeit eines Testspieles. Da spürte man noch die ganze jugendliche Handballbegeisterung im erwachsenen Herrn Sillmann, dem Inhaber und Geschäftsführer der "Stefan Sillmann Consultng": Die Augen des Immer-Motivierten leuchteten jetzt noch ein paar Lumen stärker: Besonders diese vertrauten Abschlussgespräche taten den A-Jugendlichen gut. Im normalen Training geht es zu sehr um reine Technik, Taktik und Kondition. An diesem Tag standen andere wichtige Aspekte im Vordergrund. Den Mannschaften und den Trainern hat es gut getan.
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