VfL Handball: Nachlese Seniorinnen + Senioren

  DAS Handballderby im Landkreis hielt was es versprach: 550 Zuschauer erlebten ein nervenaufreibendes Handballspiel, spannend bis zur Schlussminute, bei dem der VfL Günzburg durch ein 26:25 (13:12) mit zwei Punkten die gesamte Ernte 60-minütiger Kärner-Arbeit einfahren konnte. Bitter für Ichenhausen, die ebenbürtig waren. Nur wenn man Hin- und Rückspiel betrachtet, gaben sich die Handballgötter gerecht: Denn damals in der Vorrunde blieben die diesmal unterlegenen Königsblauen in einer ähnlichen Begegnung auf des Messers Schneide mit einem Tor die umjubelten Zwei-Punkte-Helden.
Kurz, ganz am Anfang, dachten fachkundige VfL-Fans es könnte einfach werden. Schnell stand es 2:0 und die insgesamt starken Außen Steve Rennert und Julian Rothbauer vergaben zusätzllich beste Einwurfmöglichkeiten, während die Gäste mit der Deckung in den ersten Minuten noch nicht zurecht kamen. Die Gehaltenen waren aber kein Zufall, SCI-Torwart Andreas Biller gehört zu den besten der BOL-Zunft und erahnte die Ballwege durch seine groß gewachsene Deckung. Meist stand er goldrichtig.

Schon beim 2:3 war das Derby gekippt. Die zähe Kämpferei begann, die Vorteile lagen beim Team um den cleveren Spielmacher Tobias Steck. Zweimal beim 5:7 und 7:9 führte der Sportclub mit zwei Treffern. Die Günzburger deckten zunächst nicht schlecht, hatten ihre Kontrahenten oft im "angezeigten Zeitspiel", doch gerade da kam immer wieder der goldrichtige; abschließende Pass zum Ichenhausener Torwurf.
Das junge VfL-Team steigerte sich im Angriff, zwar ging Klaus Hornungs Plan auf die filigranen Günzburger Anspiele an Daniel Jäger durch eine defensive Deckung gut einzuschränken, doch der beste Feldspieler des Tages Raphael Groß nütze diese Räume zu Distanzwürfen und brachte seine Farben zurück auf die Erfolgsspur. Der Gastgeber führte erstmals wieder beim 10:9. Beim 12:10 und 13:11 mit zwei Toren. Es schien mehr drin für den VfL, doch die Ichenhausener packten plötzlich den Kreisläufer aus. Mit feiner Technik wurde Selattin Yapilioglu immer wieder komplett frei gespielt. Das Derby blieb offen und hatte in dieser Phase eine für die Klasse überraschende Spielstärke. Beim 13:12 wurde gewechselt.

In der zweiten Hälfte stand es bis zum schlussendlichen 26:25 elfmal unentschieden. Für den neutralen Zuschauer eine spannende Handballgeschichte, für die mitleidenden Fans - besonders die Mamas und Papas - eine nervenaufreibende Tortur. Bis zum 19:18 konnte die Gastgeber immer wieder in Führung gehen. Ein einziges Mal,beim 17:15 mit zwei Toren. Beim 19:19 glich der kampfstarke SCI unter dem Jubel seiner zahlreichen Fans aus. Ab dem 19:20, spätestens beim 19:21 fühlten die Zuschauer "advantage Ichenhausen", die einen laut und freudig, die anderen am Rande der Verzweiflung, zum Anfeuern bereit. Tolle Derby-Stimmung!
Günzburg veränderte in dieser Phase seine Abwehr und versuchte mit unterschiedlichen Manndeckungen dem Gast, der am Ende seiner Kräfte die letzten Reserven mobilisierte, den Spielfluss und die leichten Tore zu nehmen. Leicht war das nicht. Beim 21:21 war das nächste Remis aus Sicht der VfL-Abwehr um den starken Verteidiger Axel Leix erzielt. Noch dreimal konnten die Hornung-Schützlinge mit einem Tor vorlegen. 24:24 durch einen Günzburger Gegenstoß. 25:24 - dann wieder unentschieden 25:25 - 26:25!! Abpfiff durch die guten Schiedsrichter. Ende!!
Grenzenloser Jubel nach einer grandiosen kämpferischen Leistung für die einen: Und gleichzeitig: Ganz bittere Niederlage nach einer ebenso grandiosen kämpferischen Leistung für die anderen. Auch das ist die "Faszination Handball", die abgrundtiefe Nähe von Allem (zwei Punkte) oder Garnichts, der Reiz braucht die Gefahr des Scheiterns.
Toll wie sich der SCI danach präsentiere: Sportlich absolut fair, mit der Kraft Hin- und Rückspiel als insgesamt gerecht zu betrachten. Stephan Hofmeister, der bekanntermaßen nicht verlieren kann, merkte beeindruckt an: "Chapeau - ich hätte für diese Sicht ein paar Tage gebraucht". Die Teams gingen im großen Respekt auseinander.
Das Meisterschaftsrennen ist damit offener den je.
Es spielten:
Der VfL:
Schmid T., Heinrich; (im Tor), Rothbauer (2), Jahn, Konopa (3), Geiger (1), Leix, Schmid M., Schüller, Rennert (3), Jensen (3), von Fritsch, Jäger (4) und Groß (10/3)
Der SCI:
Biller; Paluk (im Tor), Steck (8/5), Miehtsam, Hornung T. (2), Hornung F. (1), Schößler (1), Jordan (2), Trenkenschuh (4), Hornung M. (1) und Yapicioglu (6)

Damen 1



Keine Chance ließen Günzburgs Handballdamen ihren Gegnerinnen im Duell der beiden Aufsteiger zwischen dem VfL Günzburg und dem TSV Marktoberdorf.
Die an Erfahrung und körperlichen Voraussetzungen besser ausgestatteten Allgäuerinnen konnten nur anfangs mithalten, danach mussten sie sich der wieselflinken Abwehr und dem temporeichen Spiel der Weinroten beugen. Das 1:2 war die einzige Führung der Gäste, danach drehten die Einheimischen mal so richtig auf und am Ende stand ein deutlicher 33:25 Sieg für die VfL Damen zu Buche.
Gestützt auf eine taktisch hervorragend agierende Abwehr, die den gefährlichen Rückraum der Gästespielerinnen immer wieder zu Fehler zwangen, konnten sich die Weinroten über 7:2 und 10:3 ziemlich früh deutlich absetzen. Dabei zeigten sich vor allem die zuvor angeschlagenen Spielerinnen Ardiana Merditaj und Annelie Galgenmüller von ihren Verletzungen gut erholt, denn beide waren von ihren Gegnerinnen nicht oder nur siebenmeterreif zu stoppen. Allein Merditaj hatte beim 10:3 schon 5 ihrer Treffer erzielt. Der Schlüssel zum Erfolg war aber das Defensivverhalten der Günzburgerinnen mit einer starken Lisa Gremmelspacher im VfL Tor.
Gremmelspacher war es, auch die ihre Mitspielerinnen mit blitzsauberen Pässen bediente um schnell davonziehen zu können. Den Rest des Torewerfens am Ende der ersten Hälfte erledigte dann die ebenfalls sehr spielstarke Evelyn Jorga und läutete mit ihrem fünften Treffer die Halbzeitpause ein. Bis dahin setzten alle VfL Spielerinnen ihre Vorgaben perfekt um und überzeugten auf ganzer Linie.
Auch die zweiten 30 Minuten gestalteten die Günzburgerinnen sehr souverän. Dem überzeugenden Angriffspiel hatten die Marktoberdorferinnen, die beileibe keine schwache Mannschaft sind, zumindest am vergangenen Samstag aber nichts entgegenzusetzen. Franziska Aust organisierte weiterhin geschickt die Abwehr und was die Allgäuerinnen auch versuchten anzustellten, auf Günzburger Seite hatten Aust & Co. immer die passende Antwort dazu. Günzburg rotierte munter weiter und die Mannschaft zeigte, welche Flexibilität mittlerweile im Günzburger Damenteam steckt. Sind es oft in den anderen Mannschaften 1-2 herausragende Spielerinnen die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken, so agieren die Weinroten größtenteils im Kollektiv. Auch die Einwechslung von Tanja Stoll brachte sofort frischen Schwung ins Günzburger Spiel.
Stoll dankte das Vertrauen mit fünf blitzsauberen Treffern aus dem Rückraum und wird auch in Zukunft dazu beitragen, damit die Schützlinge vom Trainerteam Mayer/Jekel noch schwerer auszurechnen sind.
Der TSV Marktoberdorf schaffte es zwar beim Stande von 23:17 aufgrund von Nachlässigkeiten nochmals auf 6 Tore heranzukommen. Doch spätestens beim 27:17 aus Günzburger Sicht, mussten die letzten Skeptiker neidlos anerkennen, dass die Günzburgerinnen in diese Partie nicht mehr zum schlagen sind.
„ Die Mädels waren klasse und es hat richtig Spaß gemacht ihnen beim Spielen zuzuschauen. Sie haben sich für ihren Trainingsfleiß, den Ehrgeiz und den Spaß den sie dabei alle zusammen haben endlich mal auch dementsprechend belohnt “, so Betreuerin Renate Schildwächter, die schon viele Jahre dabei ist und einen guten Einblick in das Ganze hat. Nach der gezeigten Leistung zeigte sich auch Gästetrainerin Kristina Csajcovits als faire Verliererin und beglückwünschte Günzburgs Verantwortliche zu der tollen geschlossenen Mannschaftsleistung.
Spielverlauf: 1.Hz.: 1:2, 7:2, 10:3, 11:7, 17:10 2.Hz.: 18:10, 19:14, 23:14, 23:17, 27:17, 28:20, 30;23, 33:25
Für den VfL spielten: Lisa Gremmelspacher, Simona Machalova (im Tor),
Ardiana Merditaj (7), Evelyn Jorga (7/4), Tanja Stoll (5), Sandra Schaaf (4), Daniela Stoll (3), Judith Deutschenbauer (3), Annelie Galgenmüller (2), Annika Betzler (1), Franziska Aust (1), Catherina Harder

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