VfL Handball: Nachlese Juniorinnen + Junioren

Mit 23:32 (15:16) wurde Meisterschaftsanwärter SG Kronau/Östringen seiner Favoritenrolle gerecht Waren die Bundesligaspiele bislang auch von Schiedsrichterseite ein einziges Vergnügen, so hatten die Zuschauer diesmal den Eindruck, dass das eingeteilte junge und erfolgreiche Drittliga-Gespann stets auf der Suche nach der möglichst spektakulärsten Entscheidung war. Erstmals bei einem Günzburger Jugendspiel waren entrüstete "Schieber, Schieber-Rufe" zu hören. Sie waren Ausdruck weinroter Parteilichkeit und mangelnder Nachvollziehbarkeit. Schiedsrichterschelte verbietet sich trotzdem, vermutlich lagen die Schiedsrichter zumeist richtig. Wenn zwei Spieler mit hoher Geschwindigkeit, bei diesmal sehr unterschiedlichen Masseverhältnissen mit komplett unterschiedlichen Zielsetzungen, nämlich ein Tor zu erzielen bzw unbedingt zu verhindern dann kann man je nach Vereins- oder Schiedsrichterfarbe schon zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Abgedeckt sind durch das notwendige Institut der Tatsachenentscheidung ohnehin alle Strafen und Spielfortsetzungen egal in welche Richtung.



Noch eines war anders. Das VfL-Team, das gegen die außerst wurfgewaltigen Handballhünen in der ersten Halbzeit wieder eine tolle Leistung bot und mit dem süddeutschen Auswahlteam, ein Spieler kommt aus Immenstadt, einer aus Allach und einer aus Ismaning (...) mit variablem Angriffsspiel komplett mithielt, verhielt sich erstmals verschiedentlich undiszipliniert und ließ sich von vermeintlichen Schiedsrichter-Fehlentscheidungen ablenken. Da mit Max Schubert und Lucas Barthel ohnehin zwei wichtige Spieler krankheitsbedingt fehlten, schwächte sich das kampfstarke Team dadurch selbst.



Ach ja; gespielt wurde auch: Die gewaltigen Junglöwen, der Rückraumrechts war deutlich über zwei Meter, bombten und bombten. So richtig absetzen konnten sich das Auswahlteam aber nicht, 5:7; 9:11 und 10:12 waren die größten Abstände. Günzburg bekam die Werfer nie an die Leine, gegen die hohe nordbadische Abwehrmauer fand man aber immer kleine, taktische Schlupflöcher. Der Rückraum spielte schlau mit den Kreisläufern und auch Jonas Lehr lieferte auf Rechtsaußen eine Glanzleistung ab. Zum Erstaunen der Zuschauer kippte die Begegnung beim 12:12. Beim 14:12 verwehrten die Schiedsrichter zu Recht ein Kempa-Tor. Die Vorentscheidung fiel in der 30. Minute. Ohne grob zu foulen attackierte der bis dahin starke Jannik Staiger einen Gästespieler beim Gegnstoß. Das ist im Handball wegen der Verletzungsfahr verpönt und muss zu Recht mit Rot bestraft werden. Damit fiel der dritte wichtige Spieler, diesmal vermeidbar, aus. Zur Halbzeit wechselten die Mannschaften beim 15:16.



Für die zweite Hälfte blieb dann noch eine Wettkampf-erprobte Rückraum- und Innenverteidigerformation: Lars Braun führte fortan Regie. Die Halbwertzeit dieser Aufstellung konnte nur gering sein, da der beste Günzburger Spieler Nico Jensen bereits mit zwei Zeitstrafen in ständiger Disqualifikationsnähe gegen einen der Kronauer Riesen kämpfen musste. In der 42. Minute war es dann so weit, die Schiedsrichter entdeckten ein Zeitstrafen-würdiges Foul. Beim 18:22 wurde der Regisseur disqulifiziert. Ein ausgeglichenes Spiel war von da an nicht mehr möglich. Es schlug die 20 Minuten der Ersatzspieler, die ihre Sache gut machten, aber mangels Wettkampferfahrung eben weit davon entfernt sind mit so einem Gegner mitzuhalten. Enrico Peralta netzte wie schon eine Woche davor mit einem unhaltbaren Rückraumkracher ein und auch Tim Walter, der hauseigene "Motivationstrainer" im Team, kam mit einem Siebenmeter zum 23:32-Abschlusstreffer.



Nach dem Spiel verabschiedete sich Moritz Kube aus der Mannschaft. Der Münchner, der einen gewaltigen Fahraufwand absolvierte, brachte die Gesamtbelastung Schüler und Bundesligaspieler nicht mehr unter einen Hut. Das ist bedauerlich für die Mannschaft - Moritz Kube bildete mit Patrick Rösch ein echtes Bundesligagespann - die Entscheidung muss aber selbstverständlich akzeptiert werden. Der VfL Günzburg wünscht Moritz Kube für seine weitere Zukunft alles Gute.



Es spielten: Kube, Rösch; Nief (4/2), Jensen (1), Buck (5), Peralta (1), Jäger (3), Walter (1/1), Braun (1), Lehr (4), N. Hermann (1), Staiger (2/1) und J. Hermann.
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