VfL Handball: Nachlese Juniorinnen + Junioren

Eins jähes Erwachen gab es Samstagmorgen für die Günzburger A-Jugend als sich die grauenvolle Nachricht verbreitete, dass Philippe Majsai am Vorabend bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. In der D- und C-Jugend spielte der talentierte Handballer und Tänzer beim VfL Günzburg, ehe er zum TSV Niederraunau wechselte. Noch am vergangenen Wochenende begegnete er einem Teil der Mannschaft als er zusammen mit seinem Vater Laszlo Majsai, der seine Karriere immer unterstützte, mit dem TSV Niederraunau II gegen das Günzburger BOL-Team antrat. Kein Mensch rechnete damals mit einem letzten Auftritt des Lebensfrohen in der Halle, die ihm so viel bedeutete. Nach dem vermuteten Willen des tödlich Verunglückten, entschieden sich Eltern, Spieler und Trainer die Reise nach Balingen anzutreten.

In der dortigen SparkassenArena, in der sich sonst die Rhein-Neckar-Löwen, der THW oder die Füchse die Klinke geben, entwickelte sich, obwohl der Gast-gebende Tabellenzweite JSG Balingen-Weilstetten natürlich Favorit war, nicht unerwartet ein Spiel auf Augenhöhe. Bis knapp 10 Minuten vor Schluss sah vieles nach dem ersten Auswärtssieg aus. Der starke Balinger Spielmacher und zwei umstrittene, sich überschneidende Zeitstrafen in der 47. und 48: Minuten, brachten den "Kleinen Galliern" die entscheidenden Vorteile und verhinderten die Sensation.

Die JSG führte 1:0 und 2:1, ansonsten hinkten sie dem lautstark unterstützten VfL die ganze erste Hälfte ein wenig hinterher. Beide Teams wirkten gut aufeinander eingestellt und ließen dem jeweiligen Rückraum kaum Entfaltungsmöglichkeiten, Da Moritz Kube aus der Nahwurfzone erfolgreicher agierte als sein württembergisches Pendant und auch Philpp Nief von Linksaußen eine Top-Quote erzielte, führten die bayrischen Schwaben 8.10, 9:11 und 10:12. Ein Drei-Tore-Abstand wollte nie gelingen, Balingen steckte seine kleinen Misserfolgserlebnisse im Stile einer Spitzenmannschaft gut weg und glich bis zur Halbzeit zum 12:12 aus.

Nach der Halbzeit ging das Team um die Nationalspieler Saueressig und Nothdurft nach langer Zeit mal wieder mit 13:12 in Führung. Das war kein Knackpunkt. Das kampfstarke VfL-Team spielte nun seine beste Abwehr und legte den JSG-Rückraum zunächst komplett an die Leine. Beim 14:17 hofften die mitgereisten Eltern auf Zählbares. Tim Nothdurft, der in der ersten Hälfte einige Fahrkarten schoss, verwandelte nun da es drauf ankam von Außen sicher. Und noch einen großen Vorteil hatten die Gastgeber. Da beide Abwehrreihen überragten, gab es etliche Fehler für die Angreifer zu verarbeiten. Der Erstliga-Nachwuchs konnte solchen Spielern immer wieder Denkpausen auf der Bank gewähren und durch neue Spieler mit ganz anderen Stärken und identischen Abwehrqualitäten ersetzen. Beim VfL müssen Spieler mit Fehlern länger auf dem Feld zurecht kommen, das führt nicht selten zu vorschnellen Abschlüssen. Eigentlich will man dadurch Fehler wieder gut machen, das Ergebnis ist das Gegenteil: Plötzliche Angriffshektik und der Verlust des Taktikplanes. Das Spiel kippte aber auch wegen des starken Balinger Spieles mit zwei Kreisläufern und seinem überragenden Rückraummitte. Beim 19:18 führte der Meisterschaftsanwärter wieder. Bis zum 21.20 blieb es sehr knapp, beim 24:21 war noch alles drin. 26:21 bedeutete die Vorentscheidung. Am Ende stand ein 27:23 auf der Anzeigentafel.

Der VfL kann in dieser Runde auch mit den Spitzenmannschaften mithalten. Das beschreibt eine gute sportliche Entwicklung In der Tabelle merkt man das (noch) nicht. Zufrieden darf man nur mit Punkten sein.

Es spielten: Rösch, Kube; Nief (8/4), Jensen (1), Buck (3), Peralta (1), Schubert, Barthel, Jäger (5), Walter, Braun (1), Lehr, Hermann (2), Staiger (2).
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