VfL Handball: Nachlese Juniorinnen + Junioren

Eine unnötige Niederlage steckte der Günzburger Nachwuchs bei den "Jung-Eulen", dem Erstliga-Unterbau der TSG Friesenheim-Ludwigshafen ein. Nach der fünften Halbzeit an der obersten Leistungsgrenze in Folge führten die Schwaben beim Seitenwechsel mit 14:18. Nahtlos knüpften die Spieler dabei an die vorherigen Glanzleistungen gegen die JSG Echaz-Erms und die HSG Konstanz an. In der zweiten Hälfte erfolgte ein Einbruch in die durchschnittliche Leistungsfähigkeit der Einzelnen, das genügt nicht. Die TSG Friesenheim ist eine gestandene Bundesligamannschaft, in deren Reihen etliche Akteure stehen, die letzte Saison noch Bundesliga-Vizemeister waren. Ein Sieg wäre nur mit der sechsten überdurchschnittlichen Leistung in Folge möglich gewesen, das gelang nicht. Vielleicht kann man es auch nicht verlangen?

Die Spieler wirkten unkonzentrierter als zuletzt.Vielleicht fehlte die Atmosphäre der Rebayhalle, vielleicht war es die einwöchige Spielpause genau im Handballhoch, eventuell die Spielzeit zur besten Kaffee- und Kuchenzeit (...)? Die aller letzten Promille zur Mannschafts-Bestleistung fehlten diesmal.

Obwohl während der Woche eindringlich vor der sehr speziellen Spielweise der TSG gewarnt wurde, erzielten die Gastgeber mit ihren unangenehmen Standardsituation die ersten Treffer zum 2:0. Nach dem 4:3 nahmen dann die ehrgeizigen Schwaben das Handballheft in die Hand. Die Abwehr hatte den Friesenheimer Angriff plötzlich auch praktisch verstanden und der erneut Spiel-bestimmende Kreisläufer Daniel Jäger wurde von überall und aus unterschiedlichsten Situation Bilderbuch-reif angespielt. Beim 7.8 führte der VfL erstmals. Beim 12:16 hätte die Mannschaft davon ziehen können. Schlechte Raumaufteilung beim Gegenstoß und ein vergebener "Freier" verhinderte noch Besseres. Der 14:18-Halbzeitstand zeugte von Schwaben-Power und die mitgereisten Eltern, die das Team phantastisch von der Tribüne aus unterstützten, malten in der Pause bei kleinem Bier oder großem Kaffee Bilder voller Siegeshoffnungen.

Doch der weinrote Faden riss, Friesenheim bleib unbeeindruckt von den ersten 30 Minuten - Günzburg nicht - leider. Unpassende Selbstsicherheit stockte den Angriffsfluss. Die Gastgeberabwehr hatte es urplötzlich leicht. Früh und jäh, beim 17:21 drehte das Spiel. Beharrlich erkämpften die Rheinland-Pfälzer die Wende: 23:21. Fünf Halbzeiten schönster VfL-Handball waren urplötzlich Geschichte. Der Zuschauer sah und spürte das. Immer dann passiert der nächste mentale Fehler. Man wird unzufrieden, das gefühlte Gegenteil notwendiger Handballbegeisterung. Nun blieb nur noch der reine Kampf, den nahm das Team auch auf - 15 zähe Minuten lang. Sechsmal kamen die Günzburger noch auf einen Treffer heran. Die Wende konnten sie nicht mehr erzwingen, die Lockerheit war weg. Die TSG Friesenheim gewann am Ende verdient mit 31:29.

Ein Sieg hätte den schier unerreichbaren 7. Platz bedeutet, von den Verantwortlichen wurde das die ganze Woche eigens nicht thematisiert. Die Spieler wussten es von selbst. Das macht die ungeliebte Pille "Niederlage" noch bitterer: Mannschaft und Trainer werden auch daraus lernen. Das Spiel wird im Dienstagstraining als "lehrreich" abgehakt und danach wird sich ordentlich auf das große Schwabenderby gegen FRISCH AUF Göppingen am Sonntag gefreut. Bereits da kann immerhin auf das neu Gelernte zurück gegriffen werden. Insgesamt also alles super bei den Bundesligahandballern

Es spielten: Kube, Rösch; Jensen (3), Nief (1/1), Buck (1), Peralta, Schubert, Barthel (3), Jäger (8), Walter, Braun, Lehr (3), Hermann (4), Staiger (6/3).
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