VfL Handball: Nachlese Juniorinnen + Junioren

  Mit 35:20 (14:7) verlor die Günzburger A-Jugend völlig chancenlos bei der HG Oftershein/Schwetzingen, die damit weiter ohne Punktverlust an der Tabellenspitze thront. Über weite Strecken blieb der VfL dabei den notwendigen Leistungsnachweis schuldig. Vieles erinnerte an frühere Landesligaspiele, die noch vor zwei Jahren A-Jugend-Normalität waren: Teilweise; aber nur teilweise, muss man dafür Verständnis haben.

Der Leistungsabfall hat natürlich viel mit der Verletzung von Daniel Jäger zu tun. Er ist nicht nur körperlich stärkster Spieler unter etlichen Leichtgewichten, sondern eben auch umsichtiger Abwehrorganisator, ruhender Pol, Top-Fänger und -Verwerter am Kreis. Technisch, taktisch und körperlich kommt es da zu nachvollziehbaren Mangelerscheinung. Psychisch jammert da eine Landesliga-Jugendmannschaft und verschlimmert so das Schlimme, Leistungssportler hingegen rücken enger zusammen und sehen im Wettkampf die neue Herausforderung. Das gelang zu kurz.

Gut zwanzig Minuten sah es nach dem richtigen Weg aus. Zwar führten die Nordbadener schnell mit 4:1 und 6:2, doch die neue Innenverteidigung um die tapferen Kämpfer Max Schubert und Niko Hermann biss sich fest und beim 8:7 schien sich der Aufwand zu lohnen. In die Karten spielte den Günzburgern, dass der beste HG-Spieler bereits nach 10 Minuten seine zweite Zeitstrafe bekam und vom Gästetrainer aus Angst vor einer Disqualifikation erst einmal auf die Bank beordert wurde. Auch ein Team von der Tabellenspitze kann seinen Topspieler eben nicht so leicht ersetzen. Das sorgt immer für nachvollziehbare sportliche Unordnung. Sie äußert sich in Fehlern. Bei der nun folgenden Fehlwurforgie der Weinroten hingegen empfiehlt sich eine differenzierte Betrachtung; alles davon gehört nicht zu einem Bundesligaspiel: Manches ist nicht schlecht geworfen, sondern gut gehalten. Der HG-Torwart ist ein Qualitätsmerkmal des Badener Spieles und eben ein Gegner, der viele Wurf-Duelle gewann. Weniges war davon aber auch nicht Liga-tauglich geworfen. Die vielen Würfe neben das Tor hatten weder mit dem Fehlen von Daniel Jäger noch mit einem unangenehmen Zerberus zu tun. Hier wurde die letzte kleine Chance weg geworfen. Obwohl die Innenverteidiger ihr Letztes gaben, stand es so unnötig hoch 14:7 zur Halbzeit.

In der zweiten Hälfte wurde es objektiv noch schwerer, da Max Schubert nach einem Pferdekuss nicht mehr eingesetzt werden konnte. Dadurch brach Abwehrplan B (nach Daniel Jäger) weg. Plan C sah vor, dass der intelligenteste Abwehrspieler Pascal Buck in die Innenverteidigung rückte. Es war der allererste Wettkampfversuch, dafür gelang es auch gut, es fehlte allerdings an Feinabsprache. Da die Würfe nicht besser wurden, der Gastgeber nun wieder seinen stärksten Spieler ohne größeres Risiko einsetzen konnte und die Wechselmöglichkeiten gegen Null geschrumpft waren, brachen nach und nach die vielen Not- und Ersatzlösungen zusammen. Schließlich fehlte ja auch noch Lars Braun. Wenigstens erhielten die Ersatzspieler Enrico Peralta, ihm gelang eines der wenigen Rückraumtore und Tim Walter größere Spielanteile, in denen sie zeigten, dass der Abstand zu ihren Mitspielern geringer geworden ist. Die 35:20-Niederlage war hart und gerecht.

Diese Woche hofft die Mannschaft, dass bei Lars Braun und Daniel Jäger abschließende Diagnosen gestellt werden.

Es spielten: Kube, Rösch; Nief, Jensen (5), Buck (1), Peralta (1), Schubert, Barthel (3), Walter, Lehr (2), Hermann (2), Staiger (6/4).
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