VfL Handball: Nachlese Juniorinnen + Junioren

  Das Heimdebut der VfL-A-Jugend begann mit einer Gedenkminute für den langjährigen Jugendbetreuer Hans Koch, der die Handballgeneration um Armin Spengler, Joachim Bandlow, Stephan Hofmeister, Lothar Buck u. v. a. als väterlicher Freund förderte und die Erwartungshaltung an einen guten Betreuer bis heute beim VfL prägt.

Danach legten beide Teams vor 400 Zuschauern, das parallele Länderspiel "Deutschland gegen die Schweiz" in Neu-Ulm war selbst für eingefleischte Fans des Jugendhandballs eine starke Konkurrenzveranstaltung, los wie die Feuer. Im ersten Spielviertel hatten die Gäste beim 1:3 oder 2:5 die Nase immer leicht vor. Dank "sportlounge", einem Videoportal, in dem alle Bundesligabegegnungen innerhalb von 48 Stunden für Trainer und Mannschaften von den Heimmannschaften hoch geladen werden müssen, war das Team um den erneut bärenstarken Torwart Patrick Rösch auf den Gegner bestens vorbereitet. Beim 6:6 war das Remis erzielt, die Abwehr stand immer sicherer und so legten die Weinroten bis zur Halbzeit immer ein Tor vor und der Zweibrückener Drittliga-Nachwuchs glich aus. Das Wechselspiel endete zur Halbzeit mit einem gerechten 10:10, das für beide Teams alles offen ließ. Die Stimmung in der Halle war prächtig. Das lag neben der temperamentvollen Begegnung auch an Walter Guthmann, der Günzburger Europa-Pokal-Stimme, der sich als Hallensprecher endlich einmal wieder die Ehre gab. Gerade die älteren Zuschauer freute das sehr.

Im zweiten Durchgang ging es munter weiter. Die Gäste erzielten das 10:11, nun hatte der VfL-Nachwuchs seine stärkste Phase. Endlich war die aufwendige Laufarbeit der Innenverteidiger um die sehr umsichtigen Daniel Jäger und Niko Hermann nicht nur Endstation für den Gegner, sondern auch Ausgangspunkt für blitzschnelle Gegenstöße. Vier Tore in Folge und die Zuschauer feierten eine 14:11-Führung und besonders die Spieler-Mütter hegten zarte Siegeshoffnungen. Doch es kam ganz anders: Die Gäste konterten kraftvoll und erfolgreich: 14:13. Der VfL ging noch einmal auf zwei Tore davon. Dann aber kippte die Begegnung. SV Zweibrücken erzielte fünf Treffer in Folge. Im Mittelpunkt auch immer wieder die Schiedsrichter, die in der fairen Begegnung 14 Zeitstrafen verteilten. Beim 15:14 fühlten sich die Günzburger benachteiligt und reklamierten bei einem Wechselfehler einen Freiwurf für sich, stattdessen blieben die Gäste in Ballbesitz und erzielten den Ausgleichstreffer. Am Niedergang war das Team an diesem Tag aber selbst schuld: Es hatte sich beim 14:11 einfach zu früh gefreut und beim urplötzlichen 15:18 kurz mit dem Handballschicksal gehadert. Das geht zu Lasten der Aufmerksamkeit und führt im modernen Tempohandball zu weiteren Treffern. Dieser kurze mentale Ausstieg war der Anfang vom Ende. Das Stahlbad der vielen, vielen Turniere hätten hier eine ganz andere Reaktion erwarten lassen. Beim 17:21, einem für die rasante Sportart eher unbedeutenden Rückstand, kam es dann "dicke". Bei einem schwierigen Wurfversuch wurde ein ganzes "Handball-Industriegebiet" lahm gelegt, Daniel Jäger verletzte sich an der Schulter und konnte nicht mehr eingesetzt werden.

Auch diese Situation hätte die Mannschaft mental anders bewältigen müssen als nur mit dem verständlichen "riesen Schreck"; taktisch und körperlich ergaben sich daraus allerdings auch eine Vielzahl von echten Handball-Problemen, die einige der vielen Fehler, die nun folgten, verständlich machen. An diesem Tag war das Spiel entschieden als die Zweibrücker auf 17:23 erhöhten. Die Tore fielen danach wie reife Früchte bis zum hohen 23:31.

Anders als in Pforzheim war die Mannschaft diesmal gut vierzig Minuten auf Augenhöhe; das ist eine Weiterentwicklung und der kurze geistige Ausstieg und seine Folgen, bieten die Chance zum Lernen aus "Versuch und Handballirrtum".

Es spielten: Rösch, Kube; Geiger, Nief (8/3), Jensen (4), Buck (1), Peralta, Schubert, Barthel (3), Jäger (4), Walter, Lehr (1), Hermann, Staiger (2).
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