VfL Handball: Nachlese Juniorinnen + Junioren

  Die A-Jugend des VfL Günzburg bestätigt ihre Klasse und steigt zum zweiten Mal hintereinander in die JBLH (A-Jugend-Bundesliga) auf, für den Nachwuchs eines Bezirksoberligisten eine echte Sensation. Der Jahrgang 96; der letzte Saison mit den älteren Spielern um Raphael Groß, Michael Jahn und Dominik Ziegler spielte und nun ins zweite Jahr Elite-Liga geht, ist der beste Jahrgang seit weit über einem Jahrzehnt. Viele Trainer haben daran gearbeitet.

Bereits am Freitag fuhr der weinrote Tross in hessische Baunatal in ein Seminarhotel, das für Sportler u.a ernährungsphysiologisch wie gemacht ist. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde der Mitarbeiterstab um Statistiker Karl Heinz Schweiger und Spielbeobachter und Torwartberater Torsten Zofka erweitert. Beide leisteten wertvolle Dienste. Auch der erste Gegner SG Ratingen war am Vor-Wochenende bei seinen Quali-Spielen in Duisburg dreimal live beobachtet worden. Jeder Günzburger Spieler war taktisch so gut auf die Westdeutschen vorbereitet, dass er ohne ein einziges Training beim Gegner hätte mitspielen können. Trainer Hofmeister wollte unbedingt am ersten Tag aufsteigen, ein Privileg, das nur dem Gruppensieger zustand. Das Vabanque-Spiel sonntags zerschunden und müde in ein weiteres Überkreuz- und ein Platzierungsspiel zu gehen, war nicht im Plan.

Samstag um 10.00 Uhr ging dann wie so oft im herrlich unberechenbaren Sport alles ganz anders los. Der VfL Günzburg erwischte einen seiner ganz seltenen schlechten Starts. 1:5 lag das Team um die sehr starken Mitteverteidiger Daniel Jäger und Niko Hermann immerhin "gut vorbereitet" hinten. Doch das Team blieb ruhig. Die Spieler haben durch die vielen Turniere Nerven wie Stahlseil. Beim 6:7 war der Anschluss geschafft, beim 8:8 der erste Ausgleich. Beim 10:9 für den VfL wurde bei starkem Gegenwind, aber auf Aufstiegskurs gewechselt.

Beim 12:10 wirkten die Ratinger bereits müde. Kein Wunder mussten sie an beiden Vorwochenenden schwere Qualifikationsturniere bestreiten, während die Günzburger sich in aller Ruhe auf das härteste A-Jugendturnier der Welt vorbereiten konnten. Doch wieder lief alles ganz anders. Es war der gegnerische Torwart, der sein Tor nun vernagelte. Reihenweise beste Chancen wurden vergeben. Es entwickelte sich ein zäher Kampf: 12:12, 13:13, 14:14, 15:15. Vorne verzweifelte der Angriff, lediglich Kämpfer Max Schubert, der sich in der Begegnung vermutlich die Zehe brach traute sich noch erfolgreich aus dem Rückraum zu werfen. Abwehr und ein starker Torwart Rösch gaben zwar nie auf, doch die letzte Führung im Spiel gehörte dem Gegner. Mit aller letzter Kraft gelang das 16:16. Keiner wusste, was das wert war?

Die SG Ratingen musste nun gegen die HSG Rhein-Nahe BIngen ran und wirkte zu Spielbeginn haushoch überlegen. Im Günzburger Lager wurde schnell ein deutlicher Sieg des ersten Gruppengegners angenommen. Eine Entscheidung durch das Torverhältnis wäre aber Gift für Jensen&Co gewesen. Doch es kam wieder anders. Die SG spielte mit ihrer Stammbesetzung seit Wochen durch, nach 20 Minuten verließen sie die Kräfte. Am Ende mussten sie über ein weiteres Unentschieden froh sein.

Damit waren alle Trümpfe in Günzburger Hand. Ein Sieg gegen die HSG Bingen genügte und der war drin. Das wusste die Mannschaft. Mit 6:1 fegten die Ehrgeizigen durch die Baunataler Rundsporthalle. Als Spielmacher Jensen eine Pause brauchte, kamen die Rheinland-Pfälzer bis auf 6:7 heran. Gewechselt wurde mit 9:12. Beim 12:12 und 13:13 war die Begegnung ausgeglichen. Beim 15:16 nahm der VfL Fahrt in Richtung Bundesliga auf. Der Gegner wurde müde und geriet mehrfach in die schwäbische Gegenstoßfalle. Beim 15:19 war die Vorentscheidung gefallen. Der Gegner kam nicht mehr heran. Als Kapitän Philipp Nief seine Top-Siebenmeter-Quote beim Stand von 18:21 auf 18:22 nervenstark weiter hoch schraubte, war der Gegner besiegt. Das 19:24 bedeutete statistisch endgültig den erneuten Bundesligaaufstieg: Direkt am ersten Tag, ohne Wildcard-Vorbehalt, im Gegensatz zum letzten Jahr durfte die zweite Baunataler Nacht zum Feiern genutzt werden (...)

Das taten Spieler, Betreuer, Trainer und die vielen mitgereisten Fans dann auch ausgiebig, daran konnte auch ein Unentschieden bei einer Fußball-WM nichts ändern.

Die wochenlange Schinderei hatte sich gelohnt. Es ist schön für die vielen Günzburger Handballjugendlichen und -kinder, dass die eigene A-Jugend sportlichesVorbild ist

Dennis Mendle, Patrick Rösch; Philipp Nief (12/9), Nico Jensen (5), Pascal Buck, Max Schubert (4), Lucas Barthel (3), Daniel Jäger (9), Tim Walter, Enrico Peralta, Lars Braun (1), Jonas Lehr (2); Jonas Geiger, Niko Hermann (3) und Jannik Staiger (1) wurden zu Aufstiegshelden.
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