VfL Handball: Nachlese Junioren Bundesliga

Die zahlreichen Jugendhandballfans in und um Günzburg herum werden in der nächsten Saison ohne ihr liebstes Kind "JBLH" (A-Jugendbundesliga) auskommen müssen. Viele Handballexperten der Region hatten es befürchtet: Die Quali-Hürde am vergangenen Samstag in Konstanz war einfach zu hoch.

Die Mannschaft verfügte über die gleiche Willensstärke und schwäbische Kampfkraft wie ihre beiden Bundesligavorbilder, diesmal aber kamen einfach zu viele Leistungsträger gleichzeitig in den Seniorenbereich. Die Vorbereitungszeit war zu kurz um die entstandenen taktischen Lücken, besonders in der Abwehr zu schließen. Am Einsatz lag es nicht, dass die Schützlinge von Co-Trainer Karl-Heinz Schweiger alle drei Begegnungen verloren. Im Gegenteil: Er machte die Verantwortlichen stolz.

Gegen den Turnierfavoriten HSG Konstanz lag das Team bereits mit 11:6 in Rückstand. Gestützt auf einen sehr starken Torwart Rösch und die Antreiber Pascal Buck und Lars Braun blies der VfL dann zur Aufholjagd. Beim 14:12 war das Spiel arg am Kippen, klare Chancen wurden hier vergeben, am Ende machte die 17:14-Niederlage eher gute Hoffnung. Im zweiten Spiel mussten die Günzburger Talente aber die selbe bittere Pille schlucken. Gegen TSB Heilbronn-Horkheim, der später ein wenig überraschend mit drei Siegen direkt aufstieg; kämpfte sich die Mannschaft um die Kapitäne Tim Walter und Jonas Lehr nach einem 5-Tore-Hintertreffen bis auf ein 14:16 heran. Wieder war es der unbedingte Bundesligawunsch, der mobilisierte und wieder blieben genau da klare Einwurfmöglichkeiten ungenützt. Die Württemberger konterten erbarmungslos, Trainer Hofmeister schonte jetzt seine Leistungsträger und am Ende stand nach neuerlichem 15:21-Rückstand eine 19:23-Niederlage auf dem Spielbericht.

Zum Turnierende kam es gegen die ebenfalls punktlosen Ismaninger zum Show-down um den letzten freien Quali-Platz. Beide Mannschaften waren am Ende ihrer Kräfte. Ein paar Körner mehr zum Verbrennen hatten jedoch die Münchner. Völlig am Ende kämpften die Weinroten beim 11:13, 13:15 und 14:16 schon verzweifelt um den einzigen Weg zur nächsten Quali-Runde. Dennis Mendle, der den entkräfteten Patrick Rösch ersetzen musste, zeigte hier ein starke Leistung. Doch es gelang wieder nicht. Der TSV Ismaning ergatterte den letzten freien Platz im weiteren "JBLH-Quali-Irrsinn", der trotz allen Schindens so viel Freude bereitet.

Tief war die Enttäuschung bei den Spielern, gerne hätten die tapferen Kämpfer ihren beiden Vorgängerteams nachgeeifert. Physio-Betreuer Hans Peter Beer hatte es danach weniger mit Gelenke und Muskeln als mit verletzten Seelen zu tun. Trainer Hofmeister hielt sogar eine seiner seltenen Reden zur Lage der " Günzburger Handballnation". Nach ein paar Tagen der Trauer, wird sich die Mannschaft auf eine starke Bayernliga freuen. Nur die die Großwallstädter Handballakademie ist bislang für die Bundesliga qualifiziert, auch die Wölfe Rimpar und die HG Erlangen sind am Wochenende gescheitert. Es ist das erste Mal, dass eine VfL-A-Jugend in einer eingleisigen Bayernliga spielt. Früher; in der guten alten Zeit als der BHV seinen Spielbetrieb getrennt in Süd und Nord absolvierte, gab es natürlich viele Bayernliga-Südteams, das letzte um die vormaligen Talente Tobias Steck (heute SCI) und Steve Renner (Jahrgang: 1981). Das ist sehr lange her und zeigt, dass auch der heutige Jahrgang 1997/1998 ein Aushängeschild guter VfL-Jugendarbeit ist.

Ziel einer VfL-A-Jugend kann als Landesligaunterbau immer nur die Bayernliga sein, die Bundesliga bleibt für jeden Günzburger Jugendspieler der Traum. Wie bei allen Träumen wird die Realisierung die Ausnahme bleiben, alle Jugendteams werden aber weiter hart dafür trainieren.

Es spielten: Mendle, Rösch, Guckler (1/1), Bauder,Buck (17/2), Peralta (3), Ahrens, Walter (8), Matthes (4), Braun (9), Lehr (2/1), Hermann (1), Göttlich (2).
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