VfL Handball: Nachlese Junioren Bundesliga

Mit 33:22 (18:15) verlor die Günzburger A-Jugend ihr vorerst letztes Bundesligaspiel bei der SG Kronau/Östringen, die damit die Vizemeisterschaft feiern durfte und sich nun gemeinsam mit der SG Pforzheim/Eutingen für die nachfolgende deutsche A-Jugendmeisterschaft qualifizieren konnte. VfL-Ziel konnte es an diesem Sonntag nur sein gegen eine der besten Deutschen Mannschaften wenigstens phasenweise mitzuhalten und die eigene obere Grenze zu erreichen. Anders als die starken Württemberger wie die JSG Echaz/Erms und die SG Balingen/Weilstetten, die mit feinster Handballtechnik brillieren, imponiert bei den nordbadischen Handballinternatsschülern, unter denen sich eine ganze Reihe von in- und ausländischen Nationalspielern tummeln, die überragende Athletik. Zumindest 35 Minuten lang wurde das Auswahlteam auf gut schwäbisch geärgert. Geschenkt bekamen die Gastgeber ihre letzten wichtigen Punkte für das DHB-Viertelfinale nicht.

Immer wenn körperlich Überlegene auf Unterlegen treffen, entstehen für Schiedsrichter missverständliche Situationen und der kleine David muss seinen Einsatz als ultima ratio noch einmal steigern, was den großen Goliath gern wütend macht. So hatten die jungen Schiedsrichter am Anfang auch einiges zu tun. Dem VfL gelang es zunächst bestens an den schier Unbezwingbaren dranzubleiben. Als sich Nico Hermann Mitte der ersten Halbzeit am Sprunggelenk verletzte, war die Begegnung noch unentschieden. Max Schubert kam für ihn ins Abwehrzentrum und zeigte wie wichtig er in dieser Saison als Angriffsallrounder und Abwehrterrier gesund und unverletzt gewesen wäre. Auch seinem Einsatz war eine sensationelle 7:8-Führung zu verdanken. Immer wieder waren die mutigen Schwaben um einen sehr starken Spielmacher Lars Braun an der Grenze zum Zeitspiel. Unter anderem mit witzigen Freiwürfen zogen sie aber immer wieder im letzten Moment geschickt den Hals aus der Schlinge der Zeit. Ein knapper, nie für möglich gehaltener 18:15-Halbzeitrückstand war ein Ausrufezeichen auf dem Spielberichtsbogen.

Natürlich reichte die Kraft nicht und irgendwann setzt sich höhere Qualität durch. Das geschah als die wilden Junglöwen von 20:17 auf 28:17 davonstürmten. Jäh waren die kleinen schwäbischen Handballträume beendet.Überlegene Klasse wurde gezeigt, die die Spielgemeinschaft auch zu einem der Favoriten auf den deutschen Titel macht. Besonders der Torwart war vorübergehend nicht zu überwinden. Die Gastgeber hatten ihr Ziel erreicht und wechselten nun erleichtert und munter durch. Da die Günzburger Talente nie aufgeben und schiere Freude an Leistungssport haben, brach auch der 0:8-Lauf den starken Willen nicht. Die letzte Viertelstunde fand wieder auf Augenhöhe statt. Das 33:22 war ein gerechtes Ergebnis.

Im Bus spürte man große gegenseitige Dankbarkeit, selbst ein wenig Wehmut für ein bzw. zwei unvergessliche Bundesligajahre. Die Rösch-Eltern bewiesen in Entertainment-Talent und so wurde die Rückfahrt zum kurzweiligen Abschlussspaß. Am schönsten für alle ist, dass bis auf Jannik Staiger und Chris Hauf, der auswärts studieren wird alle Beteiligten zusammen bleiben - die einen in der Männerlandesliga und die anderen in der A-Jugend, die bereits am heutigen Montag mit der Quali-Vorbereitung beginnt. Erst in ein paar Wochen wird man wissen, wohin dann die Auswärtsfahrten führen werden.

Es spielten: Hauf, Rösch; Jensen (1), Peralta, Schubert (3), Barthel (3), Jäger (4), Walter (1/1), Braun (5), Lehr (1), Hermann J: (1/1), Hermann N. (1/1) und Staiger (2).
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