VfL Handball: Nachlese Junioren Bundesliga

In einem zähen Kampfspiel unterlagen die Günzburger A-Jugendlichen dem Erstliganachwuchs aus Friesenheim mit 21:27 (12:11). Die Einheimischen erwischten einen Traumstart. Mit schnellen Gegenstößen, bei denen sich Jonas Lehr mit ebenso präzisen wie harten Würfen auszeichnete, rannten die Schwaben bis zum 5:1 den Rheinland-Pfälzern erst einmal auf und davon. Danach wurde schnell klar, dass beide Teams auf die Angriffsstärken des Gegners gut eingestellt waren. Während der VfL das Zusammenspiel der TSG mit ihrem starken Kreisläufer deutlich besser im Griff hatte als noch im Hinspiel, schränkten die Gäste die Kreise von Spielmacher Jensen mit einem offensiven Gegenspieler weitestgehend ein. Das tat dem VfL-Spielfluss überhaupt nicht gut und schränkte die anderen Rückraumspieler in ihren Entfaltungsmöglichkeiten ebenfalls ein. Friesenheim kam so nach und nach auf. Da aber B-Jugendtorwart Dennis Mendle seine Bundesligaaufgabe immer wieder gut löste, blieben die Spielvorteile in der ersten Hälfte leicht auf VfL-Seite. 12:11 stand es zur Halbzeit.

Für die zweite Hälfte meinte Trainer Hofmeister seiner Mannschaft ein gutes Konzept mit auf den Weg gegeben zu haben um die unangenehme Deckung zu knacken. Genau das ging allerdings gehörig schief. Das an sich gut eingeübte Spiel mit zwei Kreisläufern wollte nach Wiederanpfiff überhaupt nicht gelingen. 12:12 und 13:13 brachten den Friesenheimern die ersten Unentschieden. Dazu kam, dass sich der Gäste-Torwartwechsel schon zu Ende der ersten Hälfte nach und nach Wirkung zeigte. Er wurde neben der weiterhin konsequenten Abwehr vorübergehend zum unüberwindlichen Hindernis. Zweimal gelang ihm sogar der Torwarttraum "mit Nachwurf gehalten". Beim 15:20 betrug der Rückstand erstmals fünf Treffer, beim 18:25 war er am größten. Zwar kämpften die Weinroten sich mehrfach auf vier Treffer, zuletzt beim 20:24, heran, was zu Zeiten des Tempohandballes immer noch Schlagdistanz heißt. Doch der starke Wille war diesmal nur in der Deckung zu spüren. Im Angriff verzweifelte die Mannschaft schier. Viele Niederlagen zuletzt und ständig wechselnde Aufstellungen durch Krankheiten und Verletzungen im harten Neuen Jahr haben ihre Spuren hinterlassen. So blieb nur noch ein richtiger Grund zum Jubeln, als Jonas Lehr einen wunderbaren Kempapass auf Jannik Staiger spielte, den dieser sprunggewaltig verwandelt. Das erinnerte an die Leichtigkeit der Hinrunde.

Immerhin 300 Zuschauer kamen um den Tabellenletzten bei seiner Bundesligamission zu unterstützen. Diese tolle Anerkenntnis auch in schwierigen Zeiten sollte dem tapferen "Sieben Schwaben" Schwung und Selbstvertrauen für die letzten drei Spiele geben. Zum Leistungssport gehören auch schwierige Zeiten mit Verletzungen und Krankheiten, besonders aber starke Gegner. Nach Ostern werden es zwei wunderbare Jahre gewesen sein, am kommenden Wochenende kann die Mannschaft in Göppingen erst noch einmal für ein beglücktes Kurzzeit-Gedächtnis tun, wenn sie sich auf ihre Stärken besinnt. Das täte gut.

Es spielten: Mendle, Hauf; Jensen (2), Buck (2), Barthel (2), Jäger (4), Walter, Braun, Lehr (3), Hermann J., Hermann N. (1) und Staiger (7/2).
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