VfL Handball: Junioren Bundesliga

  Mit einer außergewöhnlichen Energieleistung nahm die Günzburger A-Jugend die alte Bundesligafestung Mörburghalle in Schutterwald mit 27:29 (12:15). Nach einer überlegen geführten ersten Hälfte und einem insgesamt überragenden Torwart Chris Hauf, der über zehn völlig freie Bälle parierte, blieb in der zweiten Hälfte nur nervenaufreibender Kampf.

Schutterwalds Trainer, der alte Bundesliga-Haudegen Rudi Fritsch, ahnte schon beim 1:3 der schnellen Günzburger nichts Gutes und nahm - im Handball selten - schon nach gut zwei Minuten - seine erste Auszeit um sein Team, das zunächst recht pomadig wirkte, lautstark einzunordnen. Die südbadische Standpauke verfehlte zunächst ihre Wirkung, zu selbstsicher trat der VfL auf. Die Abwehr stand sicher und im Angriff lief der Ball am Handballschnürchen. Ein deutliches 5:10 überraschte die 250 Zuschauer urplötzlich auf der Anzeigentafel. Fünfzehn weinrote Fans sorgten lautstark für schwäbische Stimmung. Den Dauerdoppelspielern Groß, Jahn und Jäger war anzumerken, dass kein Männerspiel vom Vorabend die Schnelligkeit limitierte. Besonders Michael Jahn, dem zuletzt die Frische fehlte, bombte wie zu besten Quali-Zeiten. Der Vorsprung schmolz dennoch: Die jungen Teufel wurden wach, der hohe Rückstand kratzte an der TuS-Ehre, besonders ihr Sprungwunder Müller auf Rückraumlinks war jetzt kaum zu halten. Ab dem 10:12 waren auch die Schutterwälder-Fans mobilisiert. Teufel geben in ihrer "Hölle", egal ob auf dem Feld oder der Tribüne, in der schon so viele grandiosen Schlachten geschlagen wurden, nicht auf. Die Begegnung war offener, da die "Sieben Schwaben" aber über ein 10:14 und 11:15 immer nachlegen konnten, spukte beim 12:15 zur Halbzeit im Foyer das auf Reisen so beliebte Wörtchen "Auswärtssieg", zumindest bei der schwäbischen Unterzahl.

Das war zu früh: In der zweiten Hälfte blieb keine Zeit für irgendwelche Hoffnungen, es musste gekämpft werden. Der Gastgeber probierte Alles. Der TuS gab seine 3:2:1-Deckung auf, nahm mal den Jahn, mal den Groß und mal den Jensen an die kurze Handballleine, dazwischen wieder zwei davon oder versuchte es urplötzlich mit einer ganz defensiven Deckung. Dazu kamen ständige Unter- oder Überzahlverhältnisse. Es wurde hektisch. Beim 19:19 und beim 20:20 war das Spiel zweimal direkt auf ganz spitzer Schneide. Doch die Deckung hielt halbwegs oder Chris Hauf wehrte wieder einen von vielen Hundertprozentigen ab. Nach dem 22:23 fielen das 22:24 und 22:25. Das "Industriegebiet" Jäger ist immer für ein Durchtanken gut, Philipp Nief bewies nach seiner langen Verletzungspause coole Nervenstärke, endlich ein Rückraumtor von Lucas Bathel - irgendwie blieben die "Schwäbischen Kämpfer" immer vorne. Am engsten beim 26:27. Erlöst waren Alle 20 Sekunden vor Schluss, als das insgesamt gerechte 26:29 fiel. Der abschließende Siebenmeter zum 27:29 war nur noch Makulatur.

Nach vielen Wochen, der letzte Sieg erfolgte am 09. November 2013 bei der HSG Würm-Mitte, nicht nur anerkennenes Schulterklopfen für eine große kämpferische Leistung, sonders das einzig Zählbare, das im schönen und jähen Sport den Erfolg vom Misserfolg trennt: Zwei Punkte! Günzburg ist damit auf den 10. Platz vorgerückt, punktgleich mit dem Neunten, der SG Könringen/Teningen und die muss sich noch dem nicht einfachen Günzburger Publikum vorstellen. Auch die Schwaben, haben ihre "Hölle" , in Günzburg heißt sie Rebayhalle.

Es spielten: Hauf; Röllig, Nief (4/2), Jensen (5), Jahn (6), Schubert, Barthel (2), Jäger (6), Groß (4/2), Englet und Staiger (2).
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