VfL Handball: Junioren Bundesliga

Welchen Stellenwert der Sauerlandcup beim Deutschen Handballbund genießt, lässt sich allein an der Tatsache erkennen, dass die Halbfinals vom frisch gewählten DHB-Präsidenten Bernhard Bauer und dessen omnipräsenten Vize Bob Hanning höchstpersönlich unter die Lupe genommen worden. Den VfL Günzburg konnten die Verbandsoberen dabei nicht mehr begutachten, er scheiterte kurz vorher am Einzug unter die letzten Vier. Bot aber eine starke Turnierleistung.

Schon die Gruppe war nicht einfach, mit dem Bergischen HC und dem VfL Potsdam waren zwei Bundesligisten zugelost worden, die unter Internatsbedingungen trainieren. Samstags um 8.30 Uhr setzte es dann zum Auftakt gleich eine 10:15-Niederlage gegen den sehr konsequenten und schnellen VfL Potsdam. Gegen die "niederklassigen" Gegner Soester TV (18:12) und TuS Wellinghofen (21:10) folgten überlegen herausgespielte Siege. Den zweiten Gruppenplatz sicherten sich die Weinroten gegen den Neunten der Westbundesliga Bergischer HC nach einem sensationellen 17:8-Erfolg. Bis zum 9:8 war die Begegnung hart umkämpft, dann gelang fehlerfreie Handballgala.

Chrischa Hannawald, ehemaliger Nationaltorhüter, heute u.a. Trainer der Bergischen Zweiten und Vater einer eigenen Handballschule erkundigte sich übrigens gleich nach Spielende über den Ausgang der Begegnung und war von der Höhe dann noch überraschter als Cheftrainer Hofmeister.

Durch die starke Leistung in die Gruppe gelangte das Team um die Kapitäne Michael Jahn und Raphael Groß in die Zwischenrunde. Dort wartete jedoch keine süße Belohnung, sondern mit dem Vierten der Bundesliga West GSV Baunatal und dem Nordvierten, dem Turnierfavoriten, HTV Sundwig/Westig die schwerste Gruppe. Das auch noch in Hemer, direkt in der Home-Halle des HTV.

Die Günzburger, die nach einer Wadenverletzung vom härtesten Verteidiger Max Schubert in der Innenverteidigung praktisch komplett durchspielen mussten, lieferten sich gegen den GSV Eintracht Baunatal einen Fight auf Augenhöhe. Nur zweimal, nämlich ganz am Ende, zuerst beim 13:12 und Sekundenbruchteile vor dem Schlusspfiff beim 14:13 führten die VfL Talente. Das reichte. Jetzt warteten die Lokalmatadoren, die zuvor deutlich gegen die Baunataler gewannen. Nur der Sieger erreichte das Halbfinale. Die Entscheidung fiel eigentlich gleich zu Spielbeginn als die Mannschaft durch eigene Angriffsfehler in den Gegenstoß "Made in Hemer" lief. Das 1:6 bei einer Spielzeit von einmal 27 Minuten war eine schwere Bürde. Zwar kämpften sich die einzigen Bayern des Turnieres auf drei Tore heran und scheiterten etliche Male knapp am Zwei-Tore-Abstand, doch weiter kam das Team nicht. Viele eigene Pfosten-Knaller und ein sehr starker Gegner standen im Weg. Als die Niederlage feststand, gelang der Heimmannschaft mit 16:9 ein ein wenig zu hoher Sieg.

Der Sieger sollte dann vor der DHB-Prominenz auch das Halbfinale gegen Dortmund 09 und das Endspiel gegen den Ost-Fünften HSG Handball Lemgo gewinnen.Der VfL-Tross fuhr dennoch zufrieden nach Hause. Nach zuletzt lauter knappen Punktspielniederlagen, waren die Siege gegen starke Konkurrenz in den Spielschlussphase wohltuender Balsam auf die leicht verletzten Handballseelen. Erfreulich, dass sich mit Danny Röllig und Florian Englet auch Spieler, die weniger Einsatzzeiten bekommen immer wieder in die Torschützenliste eintragen konnten.
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