VfL Handball: Junioren Bundesliga

Nach Friede, Freude und 6-Punkte-Segen aus den letzten drei Bundesligaspielen bot die VfL-A-Jugend vor 700 erwartungsvollen Zuschauern ihre schlechteste Saisonleistung und verlor gegen sehr starke Pforzheimer Gäste mit 23:42 (11:18).
Die Ursachen für das mittlere Handballdebakel dürften vielfältig sein: Drei Siege hintereinander können leicht zu falschen Schlüssen führen. Plötzlich fühlt sich da ein vormaliger Landesligaspieler als Bundesligaheld und vernachlässigt anstrengende Grundtugenden. Natürlich ist es auch schwer jedes Wochenende eine Spitzenleistung abrufen zu müssen. Ungünstig war sicher, dass das taktische Hirn der Mannschaft, Nico Jensen, die ganze Woche an einer Grippe laborierte und nicht trainieren konnte. Vielleicht war auch die unmittelbare Spielvorbereitung diesmal zu aufwendig und nahm Spannung? Besonders lag es aber am Gegner: Ähnlich wie in der Begegnung gegen die "kleinen" Rhein-Neckarlöwen hatte die geduldigen Zuschauer schnell das Gefühl, dass der Gegner eine Nummer zu groß war. Das waren erwachsene Handballer, die in jeder Oberliga-Männermannschaft mitspielen können. Jede Menge Gleichwertige saßen davon zu allem Überfluss auch noch auf der Bank. Zuschauer können sich dann schon einmal erkenntnisreich zurücklehnen und hoffnungsvoll auf ein baldiges Ende hoffen. Spieler dürfen genau das nicht, sie müssen versuchen über bedingungslosen Kampf dranzubleiben. Genau das versäumten die Jungs von Trainer Stephan Hofmeister diesmal - leider. Es wiederspricht den bisherigen Erfahrungen; dem ganzen Respekt, den sich das Team bislang erkämpft hat. Nach der Saison sollte es als der einmalige Ausrutscher nach unten abgehakt werden können. Dann war auch das gut und wichtig - aber nur dann!
Zumindest die Zuschauer, die samstags zum ersten Mal dem Jugendhandball als Sportevent ihre Gunst erwiesen haben, mussten enttäuscht sein. Hier hofft die Mannschaft auf eine zweite Chance.

Das Spiel ist schnell berichtet: Bis zum 5:6 hielt der VfL-Nachwuchs irgendwie mit. Als die überragenden Goldstädter von 6:8 auf 6:11 davon zogen, hofften die Zuschauer mal wieder auf David und Goliath. Doch David war diesmal einfach schwach und Goliath übermächtig und auch noch in Spiellaune. Zur Halbzeit war beim 11:18 Alles vorentschieden. Das kleine Aufbäumen nach der Halbzeit endetete auch durch zwei Zeitstrafen gegen Michael Jahn wie ein leiser Sturm im Wasserglas, selbst eine dreifache Überzahl konnte nicht zu einer wirklichen Aufholjagd genutzt werden. Bis zum 22:29 war wenigstens der Sieben-Tore-Abstand gehalten, dann brachen durch einen 0:12-Tore-Lauf der Gäste die Handballdämme. Da die Standardabläufe an diesem Tag wirkungslos blieben, wurde in dieser Phase der schnelle, schmerzfreie Abschluss gesucht. Eigentore wurde dadurch zwar nicht erzielt, das Resultat war aber das gleiche. Der VfL lief nun voll in die Pforzheimer Gegenstoßmaschine. Aus einem deutlichen Rückstand wurde nun blitzschnell und jäh ein Debakel - aus einem 22:29 ein 22:41. Beim 23:42 kam der erlösende Schlusspfiff. Gästetrainer Lipps sprach berechtigterweise von einer "sensationellen Leistung" seiner Mannschaft. Trainer Hofmeister wäre eine eher durchschnittliche Pforzheimer Leistung lieber gewesen.

Die ehemaligen Günzburger Landesligahandballer erinnerten sich wieder an den schweren Aufstieg, den 0:8-Start und welcher unglaubliche Kampf zum allerersten Bundesligasieg führte. Die Seifenblase "6.Platz" ist zerstoben und die SG Pforzheim hat den Abstand zu einem Spitzenteam, das Ambitionen auf die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft hegt eingenordet. Immerhin: eine erkenntnisreiche Begegnung.
Niederlagen machen stärker, wenn man bereit ist daraus zu lernen.
Es spielten: Ziegler, Rösch, Hauf; Nief (1), Jensen (2), Jahn (4), Buck, Schubert, Barthel (2), Jäger (3), Zimmermann (1), Groß (6/5), Majsai (1), Staiger (3/1)
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