VfL Handball: Junioren Bundesliga

Nach einer Günzburger Handballgala in der ersten (12:17) und großem Kampf in der zweiten Hälfte gegen eine HSG Würm-Mitte, die die Punkte unbedingt behalten wollte, lagen beide Teams nach der Begegnung völlig verausgabt auf dem Boden. Der VfL jubelte vorher wenigstens noch ganz kurz. Er hatte gegen einen in der Quali noch übermächtigen Gegner mit 29:31 seine ersten Bundesliga-Auswärtspunkte errungen. Für die HSG blieb jähe Enttäuschung.

Die Ausgangssituation für den VfL war nicht einfach: Lucas Barthel überfiel nachts die Grippe. Der wurfstarke Linkshänder konnte nur sporadisch eingesetzt werden. Und mit Angelo Zimmermann (Handprobleme) und Philippe Majsai (Grippe) konnten zwei wichtige Alternativen der Innenverteidigung die Reise nach Gräfelfing gar nicht erst mit antreten, dafür kam der B-Jugendliche Pascal Buck zu einem Bundesligaeinsatz. Da auch Max Schubert seine Wadenprobleme nicht in den Griff bekam, musste es mit fortlaufender Spieldauer eng werden. Große strategische Bedeutung kam daher von Anfang an auf den besten Allrounder im Team, Raphael Groß zu, er hielt in Abwehr und Angriff auf insgesamt acht Positionen seinem Team den Rücken frei und erzielte nebenbei noch vier Tore.

Lautstark angetrieben und vorangetrommelt von den Eltern und Freunden, aber auch von der eigenen Bayernliga-C-Jugend war der VfL genau zweimal hinten, nämlich beim 1:0 und beim 4:3, dann übernahmen die Weinroten nach und nach das Heft in die Wurfhände. Die ohnehin defensive Gastgeber-Abwehr hatte großen Respekt vor Kreisläufer Daniel Jäger und deckte ihn stets mit zwei Spielern sehr eng, das schuf dem Rückraum freie Enfaltungsmöglichkeiten. Spielmacher Nico Jensen nützte dies zu Schlagwurftoren am Fließband und auch Michael Jahn setzte immer wieder zu Rückraumknallern an. Beim 5:10 nahmen die "Würmer" die erste Auszeit. Sie vekürzten noch einmal auf 10:12. Das Spiel änderten sie aber bis zum gerechten 12:17-Halbzeitstand nicht.

In der zweiten Hälfte dann ein ganz anderes Abwehrbild als Handballaufgabe. Die Spielgemeinschaft nahm zwei Spieler in Manndeckung. Eigentlich ein Grund zur Freude, da die Aufgabe schon öfters gestellt und gut bewältigt wurde. Trainer Hofmeister setzte auf mehr Platz und vertraute auf das Durchsetzungsvermögen der restlichen Vier. Das gelang auch, nur die sonst sicheren Schützen wie der erneut bärenstarke Daniel Jäger verwarfen in dieser Phase. Beim 16:18 war der große Vorsprung schon klein. Eine Zeitstrafe für Würm, die starke Abwehr mit einem erneut überragenden Torwart Dominik Ziegler schienen dann aber alles zu einem guten Abschluss zu bringen: 17 : 24! Drei Günzburger Zeitstrafen und schwindende Kräfte ließen den Vorsprung ab da nur noch verteidigen. In der Würmtal-Arena wurde plötzlich wieder ein spannender Spielfilm gezeigt: 24:26 - 24:28 - 26:28 - 27:30 (noch 90 Sekunden) - ein zu schneller Abschluss - 28:30 - 29:30 (noch 15 Sekunden bei längst kompletter Manndeckung) - 29:31 (!) - für die einen ein Drama für den VfL ein schöner Oberbayernkrimi mit Happy-End.

Genau eine Woche darf man nun träumen, ein reales Ziel kann es noch nicht sein: Der VfL ist derzeit Achter (6:8-Punkte), Sechster ist der nächste Gast, die SG Pforzheim/Eutingen (8:4-Punkte). Genau der sechste Platz reicht zur direkten Qualifikation für ein weiteres Bundesligajahr ohne Quali-Ochsentour. Noch unwahrscheinlicher war bislang nur der Aufstieg an sich.

Er spielten: Ziegler, Rösch, Hauf ; Nief (4/1), Jensen (9), Jahn (7), Buck, Schubert, Barthel (2), Jäger (5), Groß (4), Englet, Staiger.
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