VfL Handball: Junioren Bundesliga

Nach der üblichen DHB-Veröffentlichung waren es am vergangenen Wochenende zwei Begegnungen - beide erinnerten an das alttestamentarische Geschehen um David und Goliath - die mit jeweils über 800 Fans in der Jugendbundesliga die Zuschauerrekorde einheimsten: Im hohen Norden war es das Spiel zwischen HTV Sundig und dem Handballriesen THW Kiel und im Süden die Begegnung zwischen dem BOL-Unterbau aus Günzburg und dem Aushägeschild des Nachwuchscenters vom sportlich ewig entfernten Erstligisten Frisch-Auf Göppingen. Die uralte Geschichte würde nicht bis heute erzählt, wäre der oft geträumte, romantische Außenseitererfolg nicht die absolute Ausnahme. So wankte der THW auch arg, doch am Ende setzte sich der hohe Favorit mit 32:34 durch. An der Donau war es anders: David gelang das seltene Kunststück, mit 30:25 (14:12) gewann der VfL eine tolle Handballbegegnung.

Wer zu spät kam, der wurde mit einem Stehplatz ganz hinten auf der proppevollen Nordseite "bestraft" oder versäumte gar den spektakulären Hochgeschwindigkeitshandball der ersten 10 Minuten. Beide Abwehrreihen und die Torhüter waren zunächst Statisten, so schnell fegten die Angreifer über das Spielfeld. Gegentore unterbrachen nicht, sofort wurde über das schnelle Anspiel die nächste Wurfsituation gesucht. Bis zum 6:6 dauerte die Handballhatz. Dann unterbrach der starke Göppinger Torwart mit seinen Paraden die Günzburger Angriffsfreude. Beim 6:8 schien der Favorit auf der Erfolgsspur. Die Defensivreihen beider Teams kamen nun besser ins Spiel. Im Günzburger Angriff wurde Linksaußen Jannik Staiger immer wieder mustergültig frei gespielt und bedankte sich beim Team mit tollen Toren aus spitzen Winkel. Auch der bärenstarke Kreisläufer Daniel Jäger, dessen interner Name längst von "Maschine" auf "Industriegebiet" upgegradet wurde, konnte immer wieder trickreich angespielt werden, setzte sich in vielen Zweikämpfen durch oder band zwei oder drei Gegenspieler, was die Rückraumschützen zu eigenen Treffern nützen. Der VfL-Nachwuchs kam zurück, drehte das Spiel, führte plötzlich 13:10 und ging mit 14:12 in die Pause.

Die Fans diskutierten zur Halbzeit, ob der Zwischenstand Tendenz war oder ob der grün-weiße Handballriese nur umso zorniger zurück schlagen würde. Bis zum 20:19 blieb alles hart umkämpft. Längst standen die Abwehreihen und deren Torhüter im Mittelpunkt des dichten Handballgeschehens. Dann fiel die Vorentscheidung: Torwart Dominik Ziegler, der schon gegen Ende der ersten Hälfte immer stärker wurde, erwies sich Mitte der zweiten Hälfte als kaum überwindbarer Zerberus. Er trieb die Göppinger Werfer zur Verzweiflung. Die Vorentscheidung fiel knapp 10 Minuten vor dem Ende, als die entfesselt kämpfende Heimmannschaft von 24:21 auf 27:21 davon zog. Torwart und Abwehr strahlten eine zu große Sicherheit aus und das begeisterte Publikum stand lautstark, angeführt von den Günzburger Blechbätsch´rn mit Trommeln und hunderten Klatschen hinter dem Mannschaft. Eine imponierende Kulisse für ein Jugendspiel. Beim 29:22 war der höchste Abstand erreicht. Ganz am Ende stand ein nie für möglich gehaltenes 30:25 auf der Anzeigetafel.

Für die Spieler, ihre Schulfreunde und Familien, die die glorreichen Europapokaltage zum größten Teil nur aus Erzählung kennen, ging ein unvergessliches Handballerlebnis zu Ende. Für viele der älteren Zuschauer, die frühere Günzburger Erst- und Zweitligazeiten begleiteten, wie die anwesenden Stadträte Günter Treutlein und Elmar Mannes, die frühere Oberligaspielerin Didi Schreiner oder der legendäre Bundesliag-Betreuer Hans G. Spieß wurden schöne Erinnerungen an eine sehr gute, alte Handballzeit wach und für VfL-Vorstand Gerhard Skrebbas und dem langjährigen Leichtathletik-Abteilungsleiter Hans Steck war es ein schönes, vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für ihren Ehrentag am Tag drauf.





Es spielten: Hauf, Ziegler, Rösch; Nief (1), Jensen (4), Jahn (6), Barthel (1), Schubert, Kögl, Jäger (7), Zimmermann, Groß (5/1), Staiger (6/1) und Majsai.


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myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 16.11.2013
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