VfL Handball: Junioren Bundesliga

Am Sonntag um 17.00 Uhr empfangen die Günzburger A-Jugendhandballer den Nachwuchs von Frisch-Auf Göppingen. Das Gästeteam repräsentiert dabei nicht nur einen Traditionsverein, mit dem zur hiesigen Hochzeit unvergessene Handballsträuße ausgefochten wurden, sondern auch eine breit aufgestellte aktuelle Handball-Großmacht. Frauen und Männer, weibliche -und männliche A-Jugend, alle spielen in den höchsten deutschen Bundesligen. Eine gewaltige Leistung! Zwar gibt es als Unterbau die "Handballakademie", eine enge Vernetzung zwischen Frisch-Auf und Württembergischen Handballverband, neuerdings nicht mehr, der "Nachwuchscenter" wie er nun"schwäbisch-schaffig" genannt wird mit einer U15, U17, U19 und einer U23 in der höchsten württembergischen Männerliga ist aber auch ein grundsolide konstruierter Erstliga-Unterbau. Aushängeschild dort ist die männliche A-Jugend. Sie setzte sich in der letzten Saison im Haifischbecken JHBL durch und zog ins deutsche A-Jugend-Viertelfinale ein, wo sie nach zwei packenden Spielen gegen die HSG Völklingen knapp ausschied. Schon allein vor diesem Hintergrund kommen die Grün-Weißen am Sonntag als Haus-hoher Favorit an die Donau.

Auch die Tabelle und ein Vorbereitungsspiel sprechen eine klare Sprache:

Das Team um Spielmacher Nico Jensen konnte vor drei Wochen gerade einmal seinen ersten Sieg erkämpfen. Göppingen rangiert mit 8:4-Punkten im oberen Drittel und hätten die Siegessicheren nicht am letzten Spieltag gegen die bislang punktlose Spielgemeinschaft aus Köndringen und Teningen zu Hause mit 39:40 gepatzt, so wären sie erneut voll auf Kurs "Deutsche Meisterschaft". Um die Ausgangsposition zu vervollkommnen, verloren die Weinroten auch noch ein Vorbereitungsspiel gegen den Sonntagsgegner mit 30:35, bei Günzburg fehlte damals Kreisläufer Daniel Jäger, bei Göppingen die halbe Mannschaft.

Trotzdem fürchtet man in Günzburg vor allem die Grippe, ähnlich wie die Gallier bei "Asterix", dass ihnen der Himmel auf dem Kopf fällt. Angst vor einem Gegner kennen die A-Jugendlichen schon lange nicht mehr - Respekt natürlich schon. Es war eigentlich unmöglich in die Bundesliga aufzusteigen, es war unwahrscheinlich ein Bundesligaspiel in der Hinrunde zu gewinnen, geklappt hat es trotzdem - ganz ohne Zaubertrank - durch die Macht der "permanenten Anpassung nach oben" und durch nie erwartete Umfeldbegeisterung. Der Charme eines BOL-Vereines in der JBHL liegt in der Außenwahrnehmung, der Frisch-Auf-Nachwuchs kommt nach einer Erstliga-Männermannschaft und nach einer Erstligafrauen-Mannschaft. Er kostet - das Günzburger Bundesliga-Abenteuer steht im lokalen Handball-Vordergrund und öffnet Türen. Ein riesen Spaß, den Erstliganachwuchs so nicht kennt!

Die kleine Günzburger Siegchance liegt in der von Rene´ Goscinny bei Asterix kultivierten Idee des kleinen verschworenenen gallischen Dorfes gegen die römische Allmacht. Zwar dopt die VfL-A-Jugend nicht wie Asterix oder der Barde - Trainer Hofmeister setzt konservativ auf Kraft und Ausdauer - sie versteht es aber aus kleinen Außenseiterchancen, Siegeshoffnungen zu entwickeln und diese auf dem Feld durchzusetzen. So war der Weg in die Bundesliga. Das hat das Team stolz und die Köpfe stark gemacht wie die Bewohner des unbekannten Dorfes in der Bretagne.

Deswegen heißt das Ziel: Heimsieg, egal wie klein die Chance auf dem Papier ist.

Das kleine Handball-Günzburg hofft bei seinem Kampf gegen die grün-weiße Übermacht aus der württembergischen Handballmetropole auf lautstarke Unterstützung, vor allem aber dass Raphael Groß und Michael Jahn schnellstmöglich von ihrer Grippe genesen. Ohne Obelix und andere Hauptdarsteller hätte "Asterix" auch anders geschrieben werden müssen.



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