VfL Handball: Damen 1 - Teilerfolg beim TSV Marktoberdorf

Sandra Schaaf sucht Lücke zum finalen Wurf

Sechs Punkte, also drei Siege, hatte sich Günzburgs Trainer Harald Jekel aus den Spielen gegen Unterhaching, Metten und Marktoberdorf vorgenommen. Am Ende waren es lediglich deren vier, denn beim TSV Marktoberdorf reichte es für die Landesliga-Handballerinnen des VfL nur zu einem 22:22 (11:8).
Für einen Trainer recht ungewöhnlich, ging Jekel nach der Partie vor allem mit sich selbst hart ins Gericht. „Aus taktischer Sicht muss ich mir ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Diesen Punktverlust kreide ich mir selbst an“, sagt er. Doch was war passiert? Der VfL war knapp 50 Sekunden vor Ende in Ballbesitz und führte noch mit einem Tor Vorsprung. Anstatt die Uhr noch weitere Sekunden herunter laufen zu lassen, nahm Jekel eine Auszeit. Zu früh, wie er später meinte. „Ich war in dieser Phase zu nervös und habe Angst gehabt, dass die Mannschaft zu hektisch abschließt und den Ball verliert“, erklärt der Trainer. Doch das passierte wenig später trotzdem. Ein Schrittfehler im Angriff, ein Foul in der Verteidigung – und dann kam die Schlusssirene. Einzig den Freiwurf mussten die Marktoberdorferinnen noch ausführen, auf direktem Wege. Von rechts außen wurde der Ball letztlich unglücklich abgefälscht und landete im Günzburger Tor zum Ausgleich.
In den 60 Minuten zuvor zeigten die Gäste eine engagierte Leistung. Die Partie hatten sie lange im Griff, führten schnell mit 5:1. Eine Sache zog sich allerdings wie ein roter Faden durch die Partie: Der VfL ging mit seinen vielen guten Möglichkeiten zu großzügig um. Mit einer 11:8-Führung ging es in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel wurde der Vorsprung kontinuierlich kleiner, die Partie immer zerfahrener. Ab Marktoberdorfs Treffer zum 14:14 lief bei den Günzburgerinnen mit einem Mal fast nichts mehr. Der VfL verstand es nicht, genügend Druck aufzubauen. Plötzlich lag man mit 18:20 zurück. „Marktoberdorf hat seine Chancen einfach besser genutzt“, erklärt Jekel. Und kritisiert seine taktische Marschroute ein weiteres Mal. Das Spiel seines Teams sei zu linkslastig gewesen. „Ich habe einfach nicht die richtige Konstellation gefunden, um die rechte Seite zu stärken“, sagt der Trainer. Am Ende schafften es seine Spielerinnen aber doch, nochmals einen Gang zuzulegen. Vor allem Sandra Schaaf, so Jekel, habe das Spiel ausgezeichnet gesteuert. Der Rückstand wurde so wieder in eine Führung umgewandelt. Und dann kamen die besagten letzten 50 Sekunden.

So spielte der VfL: Schuller, Beck (Tor); Boesveld (8/6), Apel (6), Aust (5), Jorga (2), Reisbach-Kees (1), Epp, Wieser, Zach, Schaaf, J. Deutschenbauer.

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