Debakel beim Spiel der Günzburger Handballerinnen
Es hätte alles so schön sein können. Mit rund 150 Fans im Rücken machten sich die Günzburger Handballerinnen auf die Reise zum Landesliga-Spitzenspiel nach Waltenhofen. Auf die Reise in die Handball-Bayernliga. Wie gesagt: hätte. Denn die Ausfahrt endete in einem Debakel. Mit 16:30 kamen die Günzburgerinnen im Allgäu vor über 600 Zuschauern unter die Räder.
„Es war trotzdem ein tolles Erlebnis vor vollem Haus zu spielen. Aber, wenn nur zwei Spielerinnen Normalform erreichen, genügt das gegen einen solchen Gegner nicht“, sagte VfL-Trainer Robert Mayer. So abgeklärt diese Worte klingen, so enttäuscht waren die Günzburger nach dem Schlusspfiff. In den 60 Minuten zuvor hatten sie nicht den Hauch einer Chance gegen den Spitzenreiter. Die Partie war von Anfang an geprägt vom hohen Tempo, das beide Teams vorgaben. Bis zum Stand von 5:5 waren auch die VfL-Frauen noch im Rennen. Dann brachte sie jedoch eine Zwei-Minuten-Strafe aus dem Konzept. Mayer musste die Deckung umstellen und in der Offensive nahmen sich die Gäste ein ums andere Mal voreilig Würfe. „Die Mannschaft hat sich in dieser Phase nicht an die klar abgesprochenen Vorgaben gehalten“, sagte Mayer.
Die Gastgeberinnen nutzten dies eiskalt und zogen schnell auf 11:5 davon. Zwischen der 14. und der 27. Minute gelang den Weinroten kein einziger Treffer. Selbst, als sie in der Schlussphase der ersten Hälfte gleich zwei Spielerinnen mehr auf dem Feld hatten, ließen sie unzählige Chancen aus, den Rückstand zu verkürzen.
Im zweiten Abschnitt waren die Günzburgerinnen mit den Gastgeberinnen zumindest in kämpferischer Hinsicht auf Augenhöhe. „Das war das einzig Positive. Wir haben nie aufgesteckt, allen voran Melanie Märkl und Kerstin Apel“, sagte der Trainer. Doch die Großchancen blieben weiter ungenutzt. Immer wieder kam der VfL in Ballbesitz, ließ die Kugel durch die Reihen laufen – und scheiterte an der SG-Torhüterin Marion Vogler. Am Ende feierten nur die Waltenhofenerinnen, die mit diesem Sieg den Bayernliga-Aufstieg perfekt machten. Doch auch Günzburgs Anhänger verdienten sich das Lob des Trainer: „Unsere Fans waren im Gegensatz zu uns meisterlich.“ Und Abteilungsleiter Siegfried Walburger meinte: „Diese Niederlage spiegelt auf keinen Fall die Leistung der ganzen Saison wieder. Es war eine starke Runde, in der die Mannschaft viele Fans dazu gewonnen hat.“
VfL-Tore: Frank (5/1), Märkl (4), Boesveld, Mayr (je 2/1), Jorga (1/1), Apel, Schaaf (je 1).




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