Weltkrebstag 2014

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Das Thema in diesem Jahr ist „Entlarve die Mythen“. Mythos bedeutet ursprünglich Erzählung und sagenhafte Geschichte und steht im Gegensatz zu Logos, der Ursprung von Logik, und Wissen. Das Gesundheitsamt hat aus diesem Grund Fakten zum Thema Krebs beim Menschen zusammengestellt, die zu denken geben sollten.
Krebs bedeutet in der Medizin, dass sich Zellen unkontrolliert vermehren, damit einen Tumor und vielleicht Absiedelungen, sog. Metastasen, bilden und damit bösartig dem Rest des Körpers schaden. Warum Zellen entarten ist im Detail genauso ungeklärt wie die Tatsache, dass Tumore in einigen Familien gehäuft auftreten und oft nicht gleich häufig bei Mann und Frau. Krebsentstehung ist durch viele Faktoren bedingt, sodass man nicht von anderen Menschen auf sich selber schließen kann. Dies gilt insbesondere bei gefährlichem Verhalten. Nicht alle Raucher können z.B. davon ausgehen, dass sie so gesund alt werden wie Altkanzler Helmut Schmidt, der Kettenraucher ist. Nach wie vor ist statistisch nachgewiesen, dass Lungentumore bei Rauchern häufiger vorkommen als bei Nichtrauchern. Auch Infektionen stehen im Verdacht, an der Auslösung von Krebs mit beteiligt zu sein. Empfohlen wird deshalb z.B. die Impfung gegen Humane Papilloma Viren (Gebährmutterhalskrebs) für Mädchen und gegen Hepatitis-B-Viren (Lebertumor) für alle Kinder.
Dank wissenschaftlicher Forschung ist es gelungen, die Behandlungsmöglichkeiten optimal zu gestalten und oft und lange Zeit die Lebensqualität zu erhalten. Dies hatte zur Folge, dass die Diagnose Tumorerkrankung ihre Schrecken verloren hat und damit Vorsorge als nicht mehr so wichtig angesehen wird. Statistisch aber sind Krebserkrankungen immer noch die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.
Weil niemand weiß, ob sie oder er Krebszellen in sich trägt, die sich bereits zu einem Tumor zu entwickeln, kommt der Vorsorge eine große Bedeutung zu. Vorsorge heißt in diesem Zusammenhang nicht nur, möglicherweise krebsauslösende Stoffe zu vermeiden und im Betrieb belastungsbezogen Kontrolluntesuchungen durchzuführen, wie es Aufgabe der Arbeitsmedizin und der Sicherheitsfachkräfte sowie der Arbeitgeber ist. Im Privatbereich muss jeder selber tätig werden. Hier rät das Gesundheitsamt, angebotene Vorsorgeuntersuchungen in der Hausarztpraxis oder in Facharztpraxen durchführen zu lassen.
Die Statistiken sind eindeutig. Bei der Häufigkeit aller Todesursachen in Bayern nehmen Lungenkrankheiten die Plätze 4, 7 und 9 ein. Rang 4 belegen bösartige Lungentumoren nach Herz-und Kreislaufkrankheiten, die die Rangplätze 1 bis 3 belegen. Check-up-Untersuchungen beim Hausarzt nehmen aber nur 24,1 Prozent aller Frauen und 22,7 Prozent aller Männer an, die hierzu berechtigt wären. Bösartige Brustkarzinome stellen bei Frauen die elfthäufigste Todesursache in Bayern dar. Aber nur 4,5 Prozent der Frauen, die Anspruch auf Brustuntersuchung hätten, gehen zur Screening-Untersuchung. Krebs im Dickdarm nimmt in der Liste aller Todesursachen den Rang 13 ein, aber nur 15,7 Prozent der Frauen und 11,4 Prozent der Männer über 50 Jahren lassen vom Hausarzt den Stuhlgang auf verborgenes Blut testen.
Zur Endoskopie des Dickdarms gehen gar nur 1,9 bzw. 1,8 Prozent derjenigen, die alle 10 Jahre eine solche Untersuchung durchführen lassen dürften.
„Vorsorgeuntersuchungen werden kostenfrei angeboten.
Mehr können Gesetzgeber, Krankenversicherer und Ärzte nicht machen“, erklärt Dr. Roland Schmid, Leiter des Gesundheitsamts Günzburg.
Einen Überblick, wer wann welche Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen darf, gibt die beiliegende Tabelle. „Auch wenn im Landkreis Günzburg sehr gute Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Krebskranke bestehen und in naher Zukunft durch eine Strahlentherapieeinrichtung weiter verbessert werden, so ist Verdrängen von Gesundheitsgefahren der falsche Weg.
Gerade Männer sehen oft Arztbesuch und Krankheit als persönliche Schwäche“, so Dr. Schmid. „Auch in diesem Fall gilt, Vorsorge ist besser als Behandlung. Tumorbehandlung ist mit vielen und schweren Nebenwirkungen, mit Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität verbunden – im guten Fall nur vorübergehend.“
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