Viertes und letztes Forum zum Klimaschutzkonzept in Ichenhausen

Die Fakten sind nun bekannt und das Klimaschutzkonzept des Landkreises ist nahezu abgeschlossen – jetzt steht die Umsetzung von konkreten Projekten im Vordergrund.

Darum ging es im letzten von vier Kommunalforen zum Klimaschutzkonzept des Landkreises Günzburg im Rathaus der Stadt Ichenhausen am vergangenen Mittwoch. Bürgermeister Hans Klement führte mit Erfahrungen der Stadt Ichenhausen beim Klimaschutz in das Thema ein. Im anschließenden Vortrag von Dr. Hans-Jörg Barth (eza) wurde dann deutlich, welche Entwicklungen im Energiesektor eher landkreistypisch sind: z.B. eine relative Konstanz bzw. sogar ein leichter Anstieg des Wärme- und Stromverbrauchs im Bereich der privaten Haushalte. Auch wurde deutlich, wo Besonderheiten einzelner Kom-munen liegen, wie z.B. der sehr hohe Anteil an PV-Strom in Bubesheim, der rechnerisch den Verbrauch mehr als deckt. In Waldstetten beispielsweise liegt ein recht ausgewogener Mix aus Photovoltaik, Wasserkraft- und Biogasstrom vor. Dies ist aus energiepolitischer Sicht optimal. Hier fehlt laut Dr. Barth lediglich noch eine Portion Windenergie zur perfekten Mischung,. Die ergänzt sich zeitlich sehr gut mit der Photovoltaik, die in den letzten 3 Jahren massiv im Landkreis gewachsen ist.

Denn nachts, wenn keine Sonne scheint, bläst häufig ein ausreichender Wind. Weiteres wichtiges Thema war die Abwärme aus Biogasanlagen. In zahlreichen Biogasanlagen wird die entstehende Wärme bisher nur unzureichend genutzt. Dies betrifft besonders Gemeinden mit mehreren Anlagen wie etwa Ellzee. Doch hier geht man das Thema vorbildlich an und wird 2014 das erste von mehreren geplanten Wärmenetzen in Betrieb nehmen.

In der folgenden Diskussion zeigte sich zweierlei:
Ohne eine massive Ausweitung der energetischen Gebäudemodernisierung ist die Energiewende wärmeseitig keinesfalls zu schaffen. Eine gewisse bundespolitische Unterstützung wäre hier sicherlich hilfreich (z.B. Steuererleichterungen für Sanierungen)

Die Bereitstellung von Regelenergie besonders durch Kraft-Wärme-Kopplung, dezentrale Pufferspeicher, Batterien und die stromgeführte Fahrweise von Biogasanlagen können zur Netzentlastung und damit –Stabilität beitragen. Damit sind sie ein Schlüssel zur weiteren Etablierung der erneuerbaren Energien im Landkreis.

Ob nun die Versorgungssicherheit im Stromnetz durch ein zentrales Gas- und Dampfkraftwerk (z.B. in Leipheim) oder viele kleine dezentrale Blockheizkraftwerke gewährleistet wird, ist nach Ansicht von Barth unter dem Strich egal. Wichtig ist, dass die betroffenen Unternehmen Anreize bekommen, die entsprechende Leistung bereitzustellen. Fazit für die Kommunen: Sie müssen mit ihrem kommunalen Betrieb Vorbild sein, über umgesetzte Maßnahmen auch informieren und die örtlichen Unternehmen zur Wahrnehmung der geförderten KfW-Initialberatung, bzw. zur Mitarbeit in Energieeffizienznetzwerken motivieren. Denn in Unternehmen sind die zahlreichen Potenziale sehr viel schneller zu heben, als bei den privaten Haushalten.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 16.11.2013
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 24.10.2013 | 16:56  
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