TTIP: Chance für schwäbische Unternehmen

Kopton: Ohne TTIP sieht jedes dritte Unternehmen im Kammerbezirk Nachteile für die europäische Wirtschaft


Augsburg. Aus einer aktuellen Kurzumfrage der Industrie- und Handelskammer Schwaben unter schwäbischen Unternehmern mit und ohne US-Geschäft geht hervor, dass jedes dritte Unternehmen im Kammerbezirk mit einer Schwächung der wirtschaftlichen Situation Europas rechnet, wenn das Transatlantische Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) nicht zustande kommen sollte. Dagegen sehen zwei Drittel der befragten Unternehmen derzeit keine Folgen für die Wirtschaft in Europa, falls die Verhandlungen scheitern sollten. „Insbesondere vor dem Hintergrund zusammenwachsender Wirtschaftszonen in Fernost überrascht, wie abwartend die befragten Unternehmen einem möglichen Scheitern des Abkommens gegenüberstehen“, so Dr. Andreas Kopton, Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben anlässlich der gestrigen Veranstaltung „TTIP – Jetzt red i“ mit dem Europaabgeordneten Markus Ferber, MdEP.

„Ein Grund für die abwartende Haltung der Unternehmen könnte vor allem am Informationsdefizit über die Bedeutung des Abkommens und die damit verbundenen Chancen für die Gesamtwirtschaft der EU und den USA liegen“, so Kopton. Denn aus der IHK Umfrage geht hervor, dass über 60 Prozent der befragten Unternehmen angaben, nicht ausreichend informiert zu sein. Auch die US-aktiven Unternehmen haben hier ein Informationsdefizit, wenngleich der Anteil der gut Informierten höher ist.

Insbesondere Unternehmen mit regelmäßigen Exporten in die USA sind mit Handelsbarrieren konfrontiert. Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, messen sie daher dem Abbau von Zöllen, der Vereinfachung der Zollabwicklung und der gegenseitigen Anerkennung von Standards, Normen und Zertifizierungen eine besonders hohe Bedeutung zu. Kopton: „Deshalb wäre ein Scheitern fatal für die schwäbischen Unternehmen, denn das Freihandelsabkommen würde hier eine deutliche Erleichterung für die Unternehmen bringen. Denn durch die gegenseitige Anerkennung technischer Standards fallen kostspielige Zertifizierung wie beispielsweise im Maschinenbau weg.“ Aus der Umfrage geht weiter hervor, dass fast 40 Prozent der Unternehmen, die bereits heute in den USA aktiv sind, sich positive wirtschaftliche Effekte durch TTIP erwarten.

Die Umfrage zeigt auf, dass der Investorenschutz für die befragten Unternehmen von nachrangiger Bedeutung ist. Gewisse Sorgen bereiten den schwäbischen Unternehmen, ob durch TTIP, die in Europa geltenden hohen Standards in den Bereichen Verbraucherschutz, Gesundheit, Umwelt, Soziales und Arbeitsrecht verwässert werden könnten.

Bedeutung der USA für die schwäbische Wirtschaft:

Laut Bayern Statistik sind die USA außerhalb der EU traditionell der wichtigste Exportmarkt. In 2013 beliefen sich die US-Exporte auf rund 20 Milliarden Euro. Die USA waren in den letzten 10 Jahren (mit einer Ausnahme in 2009) der wichtigste Ausfuhrhandelspartner Bayerns mit wieder steigender Kaufkraft der rund 316 Millionen Einwohner.
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