„Sie machen unsere Gesellschaft menschlicher“: Bezirk Schwaben zeichnet Ehrenamtliche aus

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (links) und Bezirksrätin Stephanie Denzler (zweite von links) freuten sich mit den Ehren- und Hauptamtlichen vom Kinderschutzbund Günzburg über die Auszeichnung. Mit dabei war auch Matthias Kiermasz, Vorsitzender des Kinderschutzbundes im Landkreis Günzburg und 1. Bürgermeister der Gemeinde Kammeltal (dritter von rechts). (Foto: Bezirk Schwaben/Andreas Lode)
 
Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (links) und Bezirksrat Johann Popp (zweiter von links) gratulierten den Preisträgern aus Lauingen beim Ehrenamtspreis des Bezirks Schwaben. Die Ehrenamtlichen gestalten den Alltag in der Elisabethenstiftung Lauingen mit. Mit diesen freuten sich der stellvertretende Landrat Alfred Schneid (siebter von rechts), 1. Bürgermeister Wolfgang Schenk (fünfter von links) sowie der Behindertenbeauftragte des Schwäbischen Bezirkstags, Bezirksrat Volkmar Thumser (dritter von rechts). (Foto: Bezirk Schwaben/Andreas Lode)
„Wir möchten mit dem Ehrenamtspreis den Blick nicht auf die großen Gesten und öffentlichkeitswirksamen Initiativen lenken - sondern jene in den Mittelpunkt stellen, für die der Einsatz für Menschen mit Behinderung, für psychisch kranke Menschen oder für pflegebedürftige ältere Menschen eigentlich eine selbstverständliche Sache ist.“ Dies betonte nun Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert bei der Verleihung des Ehrenamtspreises des Bezirks Schwaben 2015.

Alle zwei Jahre zeichnet der Bezirk Initiativen und Projekte im sozialen Bereich aus, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um Menschen mit Behinderung, pflege- und hilfebedürftige ältere Personen oder auch Kranke kümmern. Heuer wurde der ansonsten mit 5.000 Euro dotierte Preis erhöht und erstmals auf drei Preisträger verteilt: 3.000 Euro erhalten die 24 Ehrenamtlichen für ihren Einsatz, den sie im Seniorenzentrum Nersingen leisten. „Stellvertretend - aber auch vorbildhaft - für viele dieser Gruppen in Schwaben werden heute die 24 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Seniorenzentrum Nersingen ausgezeichnet“, so Gertrud Kreutmayr, Leiterin der Sozialverwaltung des Bezirks Schwaben, die mit zur Jury gehörte und unter den rund 30 Bewerbern mit die Auswahl traf. „Wir Jurymitglieder waren überrascht und begeistert von der Vielfalt, aber auch der Frequenz des ehrenamtlichen Wirkens in dieser Einrichtung des Diakonischen Werkes Neu-Ulm: Die Gruppenmitglieder bieten beinahe täglich und teilweise selbständig den Seniorinnen und Senioren ein höchst abwechslungsreiches Betreuungs- und Beschäftigungsprogramm an“, so Kreutmayr zu den Ehrenamtlichen.

Ein noch recht neues Projekt wurde mit dem mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis ausgezeichnet: Das Patenschaftsprojekt für Kinder psychisch kranker Eltern des Kinderschutzbundes im Kreisverband Günzburg. Ehrenamtliche - das können Familien oder auch Einzelpersonen sein - übernehmen durch die Vermittlung des Kinderschutzbundes eine Patenschaft für ein Kind eines psychisch erkrankten Elternteils. Häufig handelt es sich dabei um alleinerziehende Mütter, die nicht nur mit ihrer psychischen Erkrankung, sondern auch mit sozialen und materiellen Problemen belastet sind. Patenschaft bedeutet bei diesem Projekt, dass das Kind selbstverständlich in seiner Herkunftsfamilie verbleibt - aber einmal wöchentlich und an einem Wochenende im Monat in der Patenfamilie eine andere Umgebung erfahren, einen anderen Familienalltag mitbekommen, sich entspannen und etwas anderes erleben können. Zugleich werden auch die betroffenen Mütter und Eltern der Kinder so zeitlich entlastet. Jurymitglied Petra Seidel, Leiterin der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Augsburg und Schwaben bezeichnete das Projekt als „innovativ, wichtig und anspruchsvoll“. „Die Ehrenamtlichen werden zwar durch hauptamtliche Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes unterstützt, dennoch ist dieses Ehrenamt auch eine hohe persönliche Herausforderung und ein ungewöhnlicher Einsatz, für den wir unseren großen Respekt erbringen!“

„Die Laienhelfergruppe an der ´ lebt Inklusion und menschliches Engagement bereits seit mehr als 30 Jahren beispielhaft vor“, so Volkmar Thumser, Behindertenbeauftragter des Schwäbischen Bezirkstags. Die Elisabethenstiftung, ein therapeutisches Zentrum für Senioren, Pflege, Sozialpsychiatrie und mit einem Hospiz liegt im Herzen der Donaustadt. Und dennoch ist es nicht allen Bewohnern der Einrichtung möglich, die Angebote in der Stadt selbständig wahrzunehmen - sei es aus körperlichen Gründen, sei es aus sozialer Scheu. Irmgard Schretzenmayer hat dies vor mehr als 30 Jahren erkannt und als ehrenamtlicher Motor zunächst eine Cafeteria für die Bewohner ins Leben gerufen, Ausflüge organisiert, Geld gesammelt und vor allem weitere Freiwillige mobilisiert. So besteht die Laienhelfergruppe seit Jahren aus bis zu 58 Freiwilligen. Für ihre Arbeit wurden die Freiwilligen mit dem 3. Preis ausgezeichnet, der mit 750 Euro dotiert ist.

„Jedem einzelnen Ehrenamtlichen, auch jenen, die heute hier sind und keinen Preis empfangen, zolle ich meinen höchsten Respekt - sie machen unsere Gesellschaft menschlicher“, betonte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. Viele aktivierende und fördernde Angebote wie beispielsweise Kreativgruppen, Singkreise oder auch Ausflüge könnten in Einrichtungen und Heime ohne den ehrenamtlichen Einsatz nicht gewährleistet werden. „Ihr „Lohn“, ihre Belohnung sind für diesen Einsatz eine Sinnerfüllung, die das Ehrenamt stiften kann, Dankbarkeit und Anerkennung durch die Menschen, um die sie sich kümmern und die hauptamtlichen Mitarbeiter, aber vor allem auch die menschliche Bereicherung, das das Ehrenamt dem Ehrenamtlichen auch bringt“, so Reichert.
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