Nüßlein bei den Erziehungsberatern des Landkreises Günzburg

Bild von links: Maria Colell (Beraterin), Alexandra Scheppach (Beraterin), Mehtap Yalcin (Beraterin), Dr. Wiedemann (GBL Soziales am LRA Günzburg), Dr. Burkhard Flosdorf (Stellenleiter Krumbach), Dr. Nüßlein (CSU-Bundestagsabgeordneter), Marion Wegmann (Beraterin), Artur Geis (Gesamtleiter Erziehungsberatung)
Sehr gerne angenommen hat der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Georg Nüßlein die Einladung zu einem Besuch der Psychologischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Günzburg. Neben dem Abgeordneten durfte der Leiter der Beratungsstelle, Dipl.-Psychologe Artur Geis, auch den Geschäftsbereichsleiter Soziales am Landratsamt, Dr. Wiedemann, herzlich begrüßen. Nach einer kurzen Vorstellung der an der Beratungsstelle tätigen Psychologen und Sozialpädagoginnen ging es in einem etwa einstündigen fachlichen Austausch um spezifische Erfahrungen aus dem Arbeitsfeld der in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg geführten Erziehungsberatungsstelle, denen gegenüber sich der prominente Besucher sehr offen und interessiert zeigte.
So wurde ihm beispielsweise berichtet, dass bei der aktuellen Flüchtlingsproblematik zwar existenzielle Fragen der Unterbringung und Versorgung im Vordergrund stünden, die Berater aber immer öfter mit traumatisierten Menschen, insbesondere auch traumatisierten Kindern zu tun hätten. Zwar stehe seit zwei Jahren eine interkulturelle Beraterin in Diensten der Stelle, allerdings seien aufgrund der gestiegenen Anfragen alle Kollegen betroffen. Sprachliche und kulturelle Barrieren erschwerten die Beratung zudem. Nüßlein hob auch die Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helfer hervor und rief dazu auf, dass sich auch Ehrenamtliche aus dem Kreise schon integrierter Migranten an das Landratsamt wenden sollten. Dr. Wiedemann und seine Mitarbeiter koordinieren diese Hilfen, sagte der Behördenvertreter zu. Schwer abzuschätzen sei, inwieweit eine Integration in Bildungs- und Hilfesysteme für bestimmte Familien überhaupt sinnvoll sei, solange unsicher ist, ob und wie lange die Familien überhaupt in Deutschland bleiben können. Sonst sei der nächste Beziehungsabbruch für die Kinder vorprogrammiert, gab Wiedemann zu bedenken.
Hervorgehoben wurde in dem Gespräch, dass die sogenannte „gerichtsnahe Beratung“ von hochstrittigen Eltern im Laufe der letzten Jahre stetig zugenommen habe. Diese streiten sich oft jahrelang bzgl. Umgangs- oder Sorgerecht vor Gerichten und verlieren so die Bedürfnisse und Rechte ihrer Kinder aus dem Blick. Die besondere Komplexität dieser Beratungsfälle (Kontakte mit Gerichten, Jugendamt, Rechtsanwälten, notwendige Einzelgespräche mit allen Beteiligten) erfordere sehr viel Zeit und belaste so die sowieso schon knappen Beratungsressourcen der Stelle. Auch seien die Berater ständig gefordert, sich weiterzubilden und neue Konzepte zu entwickeln. Enorm zugenommen hätten ganz aktuell die sogenannten „Begleiteten Umgänge“. So benötigten Elternteile und Kinder, die sich sehr lange nicht gesehen oder vor Jahren Beziehungsabbrüche erlebt haben, eine fachliche Unterstützung bei der Neubelebung der Eltern-Kind-Beziehung. Beide Seiten seien in dieser Situation meist sehr verunsichert. Abgeordneter Nüßlein konnte diese Belastung sehr gut nachvollziehen. Er brachte den Vorschlag ein, hier die Eltern an den Kosten zu beteiligen – je nach finanzieller Leistungskraft. Um diese Fragestellung möchte sich der Bundestagsabgeordnete in Berlin kümmern.
Nach wie vor stark nachgefragt sei die Beratung bei sexueller Gewalt, einem weiteren Schwerpunkt an der Beratungsstelle. In erster Linie gilt es, den betroffenen Opfern direkt alle mögliche Unterstützung und therapeutische Hilfe zukommen zu lassen. Daneben sei die letzten Jahre auch ein therapeutisches Gruppenangebot für jugendliche Täter entwickelt und durchgeführt worden. Nüßlein zeigte sich überrascht und betroffen über den hohen Bedarf in diesem schwierigen Feld. Unisono mit den Beratern zeigte sich der CSU-Politiker überzeugt dass die Hilfe für betroffene Jugendliche in Bayern noch deutlich ausbaufähig sei. Dabei bedeute die Arbeit mit übergriffigen Jugendlichen eine Prävention zukünftiger Missbrauchsfälle, war sich Nüßlein sicher.
Der Münsterhausener Abgeordnete sagte zu, diese Probleme auch in Berlin im Bundestag genauer in den Blick zu nehmen und mit der Psychologischen Beratungsstelle in Kontakt zu bleiben.



Psychologische Beratungsstelle Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung
Hofgartenweg 8
89312 Günzburg
Tel.: 08221-95401
Anmeldung: Montag bis Freitag 8.00 – 12.00 Uhr
Mail: info@eb-guenzburg.de
www.ejv-donau-iller.de
Spendenkonto:Sparkasse Günzburg-Krumbach
IBAN: DE40720518400000515460
BIC: BYLADEMIGZK
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