Jugendsozialarbeit an Schulen – ein Erfolgsmodell im Landkreis Günzburg

Seit den Anfängen im Jahr 1999, zunächst als Pilotprojekt, hat sich das Angebot der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), sowohl im Hinblick auf Quantität wie auch auf Qualität mehr und mehr weiterentwickelt. In den letzten eineinhalb Jahren erfolgte ein zunehmender Ausbau auch im Grundschulbereich. Jugendsozialarbeit gibt es nun an insgesamt 20 Schulen und inzwischen auch an allen Mittelschulen im Landkreis Günzburg.

Der größte Teil der Finanzierung von JaS wird vom Landratsamt Günzburg übernommen, neben einer Mitfinanzierung von der Seite des jeweiligen Trägers von JaS vor Ort – im Landkreis Günzburg sind dies Pro Arbeit, die Katholische Jugendfürsorge und das Dominikus-Ringeisen-Werk – und der zuständigen Stadt oder Gemeinde. Dazu kommt als Ergänzung der staatliche Förderzuschuss.

Mit dem Neuantrag für das Förderzentrum in Hochwang, ist nun auch eine Versorgung an allen drei Förderzentren im Landkreis, in Dürrlauingen, Ursberg und Hochwang gegeben. Auch Christoph Janocha-Wiedemann, Rektor des Förderzentrums Hochwang, findet es „sehr erfreulich, dass nun auch die Heinrich-Sinz-Schule, im Rahmen ihrer Schulentwicklung, diese intensivste Form der Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe und Schule nutzen kann. Dies stellt eine weitere Steigerung der Kooperation zum Wohl der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler dar“.

Nach einem dreiviertel Jahr Erfahrung berichtet die Koordinationskraft für JaS beim Amt für Kinder, Jugend und Familie des Landratsamtes Günzburg, Martina Brandl, dass Jugendsozialarbeit an Schulen mittlerweile ein unverzichtbares Unterstützungsangebot geworden ist. Sie ergänzt die zahlreichen Bemühungen der Schulen im Hinblick auf die neuen Herausforderungen wie Inklusion und Integration an der Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Schule. Auch Ralf Klügl, Rektor der Maria-Theresia Mittelschule in Günzburg sieht „JaS als wichtigen Gelingensfaktor für die Schule, der eigentlich nicht mehr wegzudenken ist“.

Jugendsozialarbeit an Schulen ist eine Reaktion des Staatsministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Integration auf aktuelle Entwicklungen wie neue Familienstrukturen und Erziehungsstile, Berufstätigkeit der Eltern und verminderte Unterstützungsmöglichkeiten im Familienverbund. Dementsprechend soll JaS sozial benachteiligte junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und fördern und die Chancen für von Ausgrenzung bedrohten Schüler/innen erhöhen.

Die staatliche Förderung von Jugendsozialarbeit an Schulen ist dabei an bestimmte Kriterien wie beispielsweise den Migrationsanteil an den Schulen gebunden. JaS stellt einen direkten und leicht-zugänglichen Ansprechpartner für Schüler, Eltern und Lehrkräfte im Schulalltag dar und bietet Kontakte und Netzwerke zu Fachkräften bei unterschiedlichsten Problembereichen. Dadurch erleichtert Jugendsozialarbeit den Zugang und die Inanspruche von Hilfen bei den Familien und kann frühzeitig Entwicklungsrisiken wahrnehmen und diesen entgegensteuern. Die Einzelförderung und –arbeit mit der Zielgruppe der sozial benachteiligten Kinder und Jugendlichen steht bei der fachlichen Arbeit der sozialpädagogischen Fachkräfte von JaS an erster Stelle. Ergänzt wird diese Arbeit durch Beratung der Eltern und Angebote von sozialer Gruppenarbeit.

Besonders geschätzt wird auch die intensive Zusammenarbeit zwischen den JaS-Fachkräften und den Fachkräften vom Amt für Kinder, Jugend und Familie des Landratsamtes Günzburg untereinander – nicht umsonst wird Jas oftmals „als die Brücke zwischen Jugendhilfe und dem Lebensraum Schule“ bezeichnet.
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