IHK will keinen Stillstand bis 2030: Regionalversammlung positioniert sich zur B-16-Ortsumfahrung Ichenhausen und zu einer Bahn-Neubaustrecke Burgau-Augsburg

Die IHK-Regionalversammlung Günzburg hat sich in ihrer jüngsten Sitzung für die rasche Umsetzung einer B-16-Ortsumfahrung in Ichenhausen und für die vertiefte Prüfung einer ICE-Neubaustrecke zwischen Burgau und Augsburg oder aber den Ausbau der bestehenden Strecke ausgesprochen. „Zu beiden Themen müssen jetzt rasch Entscheidungen fallen, damit sie noch rechtzeitig im Bundesverkehrswegeplan 2015 verankert werden können“, erklärte Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung. „Wenn das der Politik nicht gelingt, dann herrscht bei diesen Themen absehbar bis 2030 Stillstand, und das wäre ein Schaden für diesen Wirtschaftsraum.

Zur B 16 erklärten die Unternehmer, die kurzfristige Ablehnung der West-Trasse für eine Ortsumfahrung Ichenhausen/Kötz – entgegen der politischer Zusagen von höchster Ebene seitens des Bundes und des Landes bis hinein in jüngste Zeit – sei „nicht nachvollziehbar“. Die Gründe dafür müssten seitens des Bundes noch transparent und schlüssig dargelegt werden.

Ungeachtet der Ablehnung der West-Variante sei die Notwendigkeit einer Ortsumfahrung weiterhin gegeben. Die IHK-Regionalversammlung appelliert an Politik und Behörden vor Ort sowie an das Bayerische Staatsministerium des Inneren und für Verkehr, sich für die (Wieder-)Aufnahme einer B-16-Ortsumfahrung Ichenhausen/Kötz in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans 2015 einzusetzen und anschließend baldmöglichst Baurecht zu schaffen.

Einig waren sich die Unternehmer in der Diskussion, dass die West-Variante verkehrlich deutlich vorteilhafter gewesen wäre, dass diese nach der klaren Ablehnung durch den Bund aber nun ohne Perspektive sei. Falls nun die Ost-Trasse verwirklicht werde, müssten die erkennbaren Nachteile einschließlich der Eingriffe in unternehmerische Interessen, in die Siedlungsentwicklung insbesondere in Ichenhausen sowie in Landwirtschaft und Forst minimiert werden. „Wir stehen nun vor der Entscheidung, ob wir eine eigentlich weit weniger vorteilhafte Trasse unterstützen sollen, um damit zu verhindern, dass wir am Ende mit ganz leeren Händen dastehen“, erklärte Hutter.

Ausdrücklich begrüßt hat die IHK-Regionalversammlung, dass die Deutsche Bahn AG für die Strecke Ulm–Augsburg weiter gehende Vorschläge als bislang zum Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet hat, einschließlich der sogenannten „Variante Burgau“ für eine Neubaustrecke z.B. entlang der Autobahn. Die Möglichkeiten für eine leistungsfähige Strecke (Geschwindigkeit und Kapazität) zwischen Ulm und Augsburg müssten ernsthaft geprüft und in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Ziele müssten dabei u.a. sein:

- eine Anhebung auch der Strecke zwischen Ulm und Augsburg auf das Niveau einer durchgehenden transeuropäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke. In den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg solle nicht in wenigen Jahren der einzige verbleibende nicht ausgebaute Abschnitt der „europäischen Magistrale“ zwischen Paris und München liegen;

- Schaffung ausreichender Kapazitäten für den Fern-, Regional- und Güterverkehr, insbesondere mit Blick auf den erheblich zunehmenden Fernverkehr mit Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm 2021. Vor diesem Hintergrund müsse auch die Option auf ein drittes Gleis und eine Geschwindigkeitserhöhung zwischen Neu-Ulm und Neuoffingen (aus dem Bundesverkehrswegeplan 2003) weiter erhalten bleiben;

- Stärkung des gesamten Korridors Rhein/Main–Stuttgart–München, der in der gerade vorgelegten Verkehrsprognose 2030 des Bundes als eine der drei Relationen mit besonderem Wachstum ausgewiesen ist.

Um die absehbar schon in wenigen Jahren erforderlichen Kapazitäten zu schaffen, bedürfe es einer schnellen Entscheidung über die mögliche Neubaustrecke Burgau–Augsburg oder aber einen Ausbau der bestehenden Strecke und dessen rascher Umsetzung. Über einen Neu- oder Ausbau zwischen Ulm und Augsburg werde in verschiedenen Varianten seit den 1980-er Jahren diskutiert. „Eine weitere jahrzehntelange Diskussion können wir uns nicht mehr leisten, weil die Strecke sonst vorher die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht haben wird“, betonte Hutter.
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