IHK-Konjunkturumfrage für den Landkreis Günzburg – Frühjahr 2014

Geschäftslage
 
Erwartete Geschäftslage
Der Konjunkturmotor läuft weiter rund
Gute Stimmung, aber Nachfrage hat an Dynamik verloren


Zufriedene Stimmung unter den Günzburger Betrieben, obwohl sich im Bereich der Nachfrage leichte Eintrübungen zeigen. Aber zur Sorge besteht kein Grund, da für die kommenden Monate eine Belebung erwartet wird, die vor allem von steigenden Aufträgen im Inland ausgehen dürfte. Auch die Beschäftigungspläne zeigen sich sehr dynamisch und deutlich mehr Firmen als noch zum Jahresbeginn wollen neue Mitarbeiter einstellen. Allerdings sorgt die aktuelle Wirtschaftspolitik mit neuem Rentenpaket und Mindestlohn für Verunsicherung unter den Unternehmen. Dies sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Schwaben für den Landkreis Günzburg unter Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen.

Die Zufriedenheit mit dem aktuellen Verlauf der Geschäfte hat sich seit Jahresbeginn nochmals verbessert. Damals gab ein Drittel der Befragten die Bewertung „gut“ an, aktuell sind es rund 45 Prozent, die dieser Aussage zustimmen. Negative Bewertungen finden sich zu beiden Zeitpunkten nur sehr wenige. Trotz der guten Stimmung sieht Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Günzburg, eine leichte Eintrübung: „Leider ist die Nachfrage im Landkreis Günzburg nicht mehr ganz so dynamisch wie zum Jahresbeginn“, beschreibt er die Situation. „Aber die Unternehmen verfügen über ein dickes Auftragspolster, so dass sie aktuell gut ausgelastet sind.“ Dieses Bild spiegelt sich auch in den Umfragewerten wider: Am Jahresanfang berichtete noch mehr als ein Drittel der Unternehmen von gestiegenem Auftragsvolumen, derzeit ist es nur noch ein Viertel. Der Anteil, der in der aktuellen Umfrage gesunkene Auftragszahlen angibt, beläuft sich ebenfalls auf ein Viertel. Obwohl nicht mehr ganz so viele Betriebe wie noch im Herbst ihre Kapazitäten voll ausgelastet sehen, besteht kein Grund zur Sorge, denn die Mehrheit empfindet die Auslastung befriedigend und lediglich sieben Prozent äußern sich negativ.

Impulse von der Inlandsnachfrage erwartet

Die meisten Firmen rechnen mit konstanter Geschäftslage im nächsten halben Jahr, 17 Prozent gehen von einer Verbesserung aus und nur sechs Prozent von einer Verschlechterung. Für die Auftragssituation erwarten drei von zehn Unternehmen in den kommenden Monaten eine Belebung. Nur jeder zehnte Befragte rechnet mit sinkendem Volumen, der Großteil geht von einer gleich bleibenden Auftragslage aus. Impulse werden vor allem aus dem Inland erwartet, denn hier rechnet mehr als ein Drittel der Befragten mit steigenden Auftragszahlen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kapazitätsauslastung auf einem positiven Niveau bleiben wird. Fast ein Viertel rechnet mit einer Zunahme, die restlichen Firmen prognostizieren eine gleichbleibende Auslastung. „Die Prognosen sind ausgesprochen positiv und nichts deutet darauf hin, dass der Ukraine-Konflikt oder die Schuldenkrise die gute Stimmung trüben könnten“, sagt IHK-Regionalvizepräsident Roland Kober.

Zurückhaltende Investitionstätigkeit

Trotz der nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen planen mehr Firmen als noch zum Jahresbeginn ihre Investitionstätigkeit in den kommenden Monaten zu reduzieren. „Eine Mitschuld an den zurückhaltenden Investitionsplänen der Unternehmen trägt mitunter auch die aktuelle Wirtschaftspolitik“, erklärt Hutter. „Das neue Rentenpaket, die Einführung des Mindestlohns und die energiepolitische Diskussion führen bei den Betrieben vielfach zu Unsicherheit.“ Kober ergänzt: „Auch der zunehmende Fachkräftemangel und die steigende Arbeitskosten bleiben weiterhin ein Geschäftsrisiko.“ Grund zur Sorge besteht dennoch nicht, da jedes zweite Unternehmen sein Investitionsvolumen konstant halten will und 17 Prozent sogar eine Erhöhung planen. Die Beschäftigungspläne im Landkreis zeigen sich hingegen recht unbeeindruckt von den wirtschaftspolitischen Einflüssen. 27 Prozent wollen Neueinstellungen vornehmen – das ist ein Plus 14 Prozentpunkten zum Jahresbeginn. Lediglich jeder zehnte Betrieb hat vor, sich von Mitarbeitern zu trennen.

Eine Übersicht über die Konjunktur in Schwaben mit Analysen nach Branchen findet sich im Internet unter www.schwaben.ihk.de, Dok.-Nr. 230135. Hier bietet die IHK Schwaben den Konjunkturindex als interaktive Grafik an, bei der Elemente variabel ein- und ausgeschaltet und einzelne Ausschnitte vergrößert werden können.
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