Hilfe für Kinder krebskranker Eltern

Setzen sich gemeinsam für Kinder krebskranker Eltern ein: (von links) Projektinitiatorin Evi Bäuml, Diplom-Psychologin und Familientherapeutin Angela Maget, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Beratungsstellenleiter Artur Geis, Bezirksrätin Stephanie Denzler und Barbara Hellenthal vom Jugendamt. (Foto: Sabrina Schmidt / Stadt Günzburg)

Neues Gruppenangebot der Psychologischen Beratungsstelle Günzburg – OB Jauernig und Bezirksrätin Denzler: „Kinder werden mit ihren Ängsten nicht
allein gelassen“


Günzburg. Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, ist plötzlich alles anders. Entscheidungen müssen gefällt werden, der Alltag ändert sich, die Konzentration liegt beim Patienten und der Krankheit. Dann geraten die betroffenen Kinder häufig in den Hintergrund und bleiben mit ihren Sorgen und Ängsten weitgehend allein. Das neue Gruppenangebot „Hilfe für Kinder krebskranker Kinder“ der Psychologischen Beratungsstelle Günzburg will betroffene Angehörige ab kommendem Jahr unterstützen. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und Bezirksrätin Stephanie Denzler haben mit den Initiatoren gesprochen und sich über das Angebot im Hofgartenweg informiert.

Die Idee ins Leben gerufen hat die medizinische Fachangestellte Evi Bäuml, die mehrere Jahre in einer onkologischen Schwerpunktpraxis in Günzburg gearbeitet hat. „Eine Krebserkrankung verändert von einer Minute auf die andere das ganze Familienleben“, erklärt Bäuml. In den täglichen Gesprächen mit den vorwiegend an Brustkrebs erkrankten Müttern erfuhr sie von den Sorgen und Nöten der betroffenen Frauen. „Vielen Angehörigen fällt es verständlicherweise schwer, ihren Kindern von der Erkrankung zu berichten.“ Die Unsicherheit und Ängste der Mütter und Väter, die belastende Diagnose kind- und altersgerecht zu vermitteln, ließe viele Betroffene an ihre Grenzen stoßen, so Bäuml.

In ihrem Einsatz für betroffene Familien wandte sich die Arzthelferin an die Psychologische Beratungsstelle Günzburg und stieß bei Leiter Artur Geis schnell auf offene Ohren. In gemeinsamen Sondierungsgesprächen wurden die Rahmenbedingungen für die Umsetzung einer Kindergruppe geklärt. In Angela Maget, die für die Beratungsstelle als Diplom-Psychologin und Familientherapeutin arbeitet, wurde eine erfahrene Fachkraft für die neue Aufgabe gefunden.

„Bei schweren Erkrankungen enger Familienangehöriger ist es sehr wichtig, präventiv auf die Kinder einzuwirken und nicht erst dann, wenn es bei ihnen zu Auffälligkeiten wie etwa Verlustängsten, Lernschwierigkeiten oder Isolation kommt“, betonen Maget und Bäuml.

Die Krebserkrankung eines Elternteils habe oft lebenslange Folgen für die betroffenen Kinder, vor allem dann, wenn diese mit ihren Sorgen alleine blieben, so die beiden Expertinnen.

In den Gruppengesprächen der Beratungsstelle sollen betroffene Kinder die Möglichkeit erhalten, Veränderungen durch den Krebs in ihrer Familie zu thematisieren und in einem vertrauten Rahmen Entlastung zu erfahren. Neben konkreten Fragen werden die Kinder im Umgang mit ihren Gefühlen und besonders auch in ihren Ressourcen gestärkt.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und Bezirksrätin Stephanie Denzler lobten die Initiative der Beratungsstelle. „Es spricht für die Weitsicht und das Engagement der Beteiligten, hier eine Plattform zu schaffen, die Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gibt, berechtigte Gefühle und Reaktionen wie Wut, Angst und Trauer gemeinsam zu verarbeiten“, sagt der Rathauschef. Wie unterschiedlich Kinder in Grenzsituationen reagieren können und wie wichtig es in dieser Zeit ist, Rat und Hilfe zu bekommen, weiß Bezirksrätin Stephanie Denzler aus eigener Erfahrung. „Es ist gut zu wissen, dass diese Kinder mit ihren Ängsten nicht allein gelassen werden.“

Die Fachkräfte der Psychologischen Beratungsstelle sowie die Initiatorin des Projekts dankten Bezirksrätin Stephanie Denzler, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und Barbara Hellenthal vom Jugendamt für ihre ideelle Unterstützung.

Voraussichtlich im Januar 2015 soll das neue Angebot starten. Das Angebot ist kostenfrei und richtet sich an Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren, deren Eltern sie bereits über die Erkrankung informiert haben. Anmeldungen aus dem gesamten Landkreis Günzburg sind bis Ende November möglich. Die Leitung der Gruppe übernimmt Frau Angela Maget, Dipl.-Psychologin und Familientherapeutin bei der Psychologischen Beratungsstelle Günzburg. Die Psychologische Beratungsstelle befindet sich in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg e.V.

Um die Finanzierung der Gruppe sicherstellen zu können, ist die Beratungsstelle auf Spendengelder angewiesen und bittet hierzu um die Unterstützung der interessierten Öffentlichkeit.



Nähere Informationen erteilt Diplom-Psychologin Angela Maget. Außerdem nimmt sie die Anmeldungen für die Gruppe entgegen:

Psychologische Beratungsstelle Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung
Hofgartenweg 8
89312 Günzburg
Tel.: 08221-95401
Mail: info@eb-guenzburg.de
www.ejv-donau-iller.de

Spendenkonto:
Sparkasse Günzburg-Krumbach
IBAN: DE40720518400000515460
BIC: BYLADEMIGZK
Verwendungszweck: Kinder krebskranker Eltern, Kostenstellennr. 62508805



Gerhard Jauernig
Oberbürgermeister
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 07.01.2015
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