Haus in Denzingen gewinnt Agenda-Preis: Lokale Agenda 21 vergibt zum elften Mal Preis für vorbildliche Sanierung

Die Auszeichnung 2015 für energetisch vorbildliches Bauen überreichte die Dritte Bürgermeisterin Dr. Ruth Niemetz an Carola Holder und Dr. Joachim Bandlow. Mit ihnen freuen sich die gesamte Familie und Mitglieder des Arbeitskreises Bauen, Wohnen und Energie der Lokalen Agenda 21. (Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg)
Die Gewinner des Agenda-Preises 2015 stehen fest. Der Arbeitskreis Bauen, Wohnen und Energie der Lokalen Agenda 21 hat Carola Holder und Dr. Joachim Bandlow für die energetische Sanierung ihres Einfamilienhauses in Denzingen ausgezeichnet. Die Eigentümer erhielten eine Urkunde und 500 Euro in bar. Bei einer Besichtigung vor Ort nahmen Vertreter des Agenda-Arbeitskreises sowie die Dritte Bürgermeisterin Dr. Ruth Niemetz das Wohnhaus in Augenschein.

Die Mitglieder des Arbeitskreises begründeten ihre Entscheidung über die Preisvergabe damit, dass Carola Holder und Dr. Joachim Bandlow eine rundum schlüssige Altbausanierung eines Siedlungshauses aus den 50er Jahren vorgenommen haben. Das Wohnhaus erhielt im Zuge der energetischen Altbausanierung neue Fenster und Haustüren mit Dreifachverglasung, die Außenfassade wurde mit zwanzig Zentimeter dicken Polystyrol-Platten gedämmt, und das Dach wurde neu eingedeckt und mit Mineralwolle und Holzfaserdämmplatten gedämmt. Zudem wurde eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut und das Haus um einen großzügigen Anbau im Passivhaus-Standard erweitert.

Geheizt wird das Gebäude jetzt über eine zentrale Kachelofen-Warmluftheizung mit Scheitholz als Energieträger. Ein 700-Liter-Systemspeicher sichert die Warmwasserversorgung und beliefert den Heizkreislauf; das System selbst wird mit hocheffizienten Umwälzpumpen betrieben. Zudem haben die Eigentümer eine Photovoltaik-Anlage für den Eigenstromverbrauch von 10,92 Kilowatt Peak installiert.

Die städtische Agenda-Beauftragte Christine Hengeler betonte, dass die Sanierung professionell angegangen worden sei und vielen Günzburger Häuslebesitzern als Vorbild dienen könne – immerhin sind rund ein Viertel aller Wohnbestandsimmobilien in Günzburg zwischen 1950 und 1969 erbaut worden. Gut ein weiteres Viertel ist vor 1984 entstanden. „Gerade bei diesen Bestandsimmobilien kann durch kluge Sanierungsmaßnahmen massiv Energie eingespart werden“, betont auch der Sprecher des Arbeitskreises, Werner Hensel. „Allein die energetische Sanierung aller Immobilien mit Baujahr 1983 und älter könnte in Günzburg bis zu 75 Prozent Wärmeenergie einsparen.“
Carola Holder und Dr. Joachim Bandlow ist es gelungen, ihr Siedlungshaus mit Baujahr 1955 energetisch zu einem KfW Effizienzhaus 70 zu sanieren. „Wer diesen Standard anstrebt, profitiert nicht nur von einem deutlich geringeren Wärmeenergieverbrauch, sondern wird auch noch mit einem KfW-Darlehen gefördert“, betont Hengeler.

Zudem ist das Haus jetzt rein rechnerisch CO2-neutral. Denn ein typisches Einfamilienhaus dieser Zeit verbraucht je nach beheizter Fläche zwischen 3.000 und 4.000 Liter Heizöl proJahr. „Rechnet man im Schnitt mit 3.600 Liter Heizöl auf einer Wohnfläche von 120 Quadratmeter bedeutet das knapp 11 Tonnen CO2, die ausgestoßen werden. Das prämierte Gebäude wird aber ausschließlich mit Holz geheizt, und da Holz die Menge an CO2, die bei einer Verbrennung freigesetzt wird, speichert, ist es CO2-neutral“, erklärt Hengeler. „Das macht das Siedlungshaus in Denzingen zu einem hervorragenden Beispiel für Nachahmer.“

Dritte Bürgermeisterin: „Bewundernswert und sehr erfreulich“

Bei der offiziellen Übergabe des Energie-Preises im Haus der Familie lobte die Dritte Bürgermeisterin Dr. Ruth Niemetz die erfolgreiche Altbausanierung, bei der die gesamte Familie ordentlich mit Hand anlegte. „Es ist bewundernswert und sehr erfreulich, dass immer wieder Bauherren den Mut und die Initiative aufbringen, bereits vorhandene Bausubstanz zu sanieren. Das Wohnhaus lässt in Sachen Wohnkomfort keine Wünsche offen“, so Niemetz.

Auch die Vertreter der Lokalen Agenda 21 zeigten sich angetan: „Unser Motto lautet seit vielen Jahren ‚Erst dämmen, dann heizen‘“, erklärte der Sprecher des Arbeitskreises Bauen, Wohnen und Energie, Werner Hensel. In dem prämierten Siedlungshaus wurde die energetische Sanierung mit der Aufwertung des Wohnraumes verbunden und so ein ansprechender Innenraum geschaffen, lobt Hensel. „Objekte wie das Ihre benötigen Öffentlichkeit und Nachahmer. Nur so kann es gelingen, Günzburgs Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren.“ Objekte, die den Agenda-Preis erhalten, sollen gemäß Ausschreibungsrichtlinien vorbildlich oder innovativ sein und über die gesetzlichen Erfordernisse hinausreichen.
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