Gesundheitsamtsärztin in Ruhestand verabschiedet

(von links): Personalratsvorsitzender Jürgen Fink, Leiter des Gesundheitsamts, Dr. med. Roland Schmid, Dr. med. Dagmar-Christiane Rudolph, Landrat Hubert Hafner
  Landrat Hubert Hafner hat in einer Feierstunde die langjährige Ärztin am Gesundheitsamt Günzburg, Dr. med. Dagmar-Christiane Rudolph in den Ruhestand verabschiedet.

Vielen Bewohnern des Landkreises und auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und anderen Institutionen wird die kompetente und umfassende Beratung und Betreuung durch Frau Dr. Rudolph in sehr guter Erinnerung bleiben.

Der Landrat dankte ihr auch besonders dafür, dass sie länger als drei Jahre über ihr offizielles Dienstende hinaus am Gesundheitsamt Günzburg tätig blieb.
Nach fast 35 Jahren im öffentlichen Gesundheitsdienst, hat Dr.Rudolph viele Entwicklungen und Veränderungen im Öffentlichen Gesundheitsdienst miterlebt. Anfangs bestand noch Impfpflicht für die Pockenimpfung bei Kleinkindern und Zwölfjährigen, die das Gesundheitsamt im Landkreis Günzburg durchführte, da die Krankenkassen damals die Kosten für Impfungen noch nicht übernommen haben. Diese Impfangebote wurden von der Bevölkerung sehr gerne wahrgenommen. Das Gesundheitsamtsteam eilte während einiger Wochen des Jahres von einer Schule zur nächsten und zu Gasthäusern im ganzen Landkreis. Sogar bei Verspätungen wurde das Impfteam um die Amtsärztin mit großer Dankbarkeit empfangen, weil die zum Teil schlimmen Auswirkungen von Infektionskrankheiten großen Teilen der Bevölkerung noch deutlich in Erinnerung waren.

Die von Dr. Rudolph in vielen Orten des Landkreises durchgeführten Mütterberatungen erfreuten sich großer Beliebtheit, auch weil es viele Jahre nur einen bzw. zwei Kinderärzte im Landkreis gab. Nachdem die Diagnosemöglichkeiten früher noch nicht so weit fortgeschritten waren wie heute, war besonders Erfahrung und Können gefragt.

Zusätzlich wurden damals am Gesundheitsamt noch eine Vielzahl von Untersuchungen durchgeführt, von denen viele heute von niedergelassenen Ärzten in ihren Praxen durchgeführt werden. Auch die Zeiten des kalten Krieges hatten ihre Auswirkungen im öffentlichen Gesundheitsdienst, der miteinbezogen war in Nato-Übungen, bei denen z.B. der Betrieb von unterirdischen Krankenhäusern im Landkreis und ähnlichen Einrichtungen geprobt wurde. Dr. Rudolph erinnert sich noch gut an die besondere Brisanz und Geheimhaltung dieser „Manöver“.

Auch die Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes unterliegen dem zeitlichen Wandel und gehen mit den Notwendigkeiten und diagnostischen Fortschritten in der Medizin einher.

So wurden neue Gefahren z.B. durch Krankheitserreger im Trinkwasser erkannt (Legionellen) oder -bedingt durch die Klimaerwärmung- die Verbreitung der durch Mäuse verbreiteten Hanta-Viren und die durch Zecken übertragene Borreliose und FSME. Die Liste der meldepflichtigen Erkrankungen ist heute deutlich länger als früher. Es war immer ein großes Anliegen von Dr.Rudolph die Bevölkerung mit den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und der Medizin vertraut zu machen, denn Prävention ist unverändert eine wichtige Aufgabe des Gesundheitsamts.

Dr. Rudolph ist in München aufgewachsen und hat nach dem Abitur an der Ludwig-Maximilian-Universität Medizin studiert. Während des Studiums arbeitete sie im Jahr 1971 als Stipendiatin an einem Kinderkrankenhaus in Jacksonville/Florida. Ihre Dissertation verfasste sie über damals neue Methoden in der Diagnostik depressiver Patienten. Nach Tätigkeiten in der Unfallklinik Murnau, der Kreisklinik Eggenfelden und der Universitätskinderklinik München, begann sie Ende der 70er Jahre, nach Weiterbildung zur Amtsärztin, ihre Tätigkeit am Gesundheitsamt Günzburg. Anfang der 80er Jahre leitete sie das Gesundheitsamt Neu-Ulm. Seit dem Wiedereinstieg nach der Kinderpause war sie ab 1995 ständige Stellvertreterin des Amtsleiters Dr. Roland Schmid.
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